Komplettes Thema anzeigen 23.02.2016, 13:06
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Betreff: Re: Am 05.03.2016 Fußball Demo in Magdeburg


Fanprojekt-Leiter Janeck: "Wir wollen Hansa-Fans im Stadion"
Zitat:

Vor dem Hochsicherheitsspiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und Hansa Rostock am 5. März wollen sich beide Drittligisten über das Gästekartenkontingent beraten. Am Mittwoch treffen sich die Verantwortlichen beider Vereine in Magdeburg. Auch Vertreter aus der aktiven Fanszene des 1. FC Magdeburg sind dabei. Jens Janeck vom Fanprojekt Magdeburg wird als Vermittler zwischen Fans und Verein seine Sicht der Dinge schildern. Vorab erklärte er bei MDR.DE die Befindlichkeiten der Fans.
FCM-Fans in der MDCC Arena.
Jens Janeck, Sie sind am Mittwoch beim Treffen zum Heimspiel des 1. FC Magdeburg gegen Hansa Rostock dabei. Mit welchem Ziel gehen Sie in das Gespräch?

"Wir möchten uns gemeinsam dafür einsetzen, dass eine Lösung gefunden wird, dass man die zehn Prozent der Gästekarten vergeben kann. Wir haben die Wahl, ob die Gästefans im Stadion sind, oder 3.000 Rostocker durch die Stadt laufen. Hinzu kommt, dass nun auch die Ultras von Dynamo Dresden dazu aufgerufen haben, am selben Tag ebenfalls in Magdeburg zu demonstrieren, da sie glauben, die nächsten zu sein, die von der Abweichung der Zehn-Prozent-Regel betroffen wären. Wir wollen, dass die Leute im Stadion sind und die Zehn-Prozent-Regel des DFB weiterhin angewendet wird. Das ist eine bessere Handhabung, denn man gewinnt nicht an Sicherheit, indem man die Leute aussperrt."
2.200 Gästefans passen normalerweise in das Stadion. Nach aktuellem Stand wären bei nur 700 Hansa-Fans besonders große Pufferzonen möglich. Inwiefern wäre es hilfreich, den Zaun zu erhöhen, um die Kapazität des Gästefanblocks doch voll zu nutzen?

"Der Zaun ist seit zehn Jahren so wie er ist. Die Stadionsicherheit konnte trotzdem gewährleistet werden und wir können Gästefans beherbergen. Gegen Halle hat das in der jüngsten Vergangenheit funktioniert. Rostock ist keine neue Qualität. Die Fans des Klubs sind nicht gefährlicher als die Hallenser oder Dresdner."
Jens Janeck
Inspektionsleiter Michael Ebert von der Rostocker Polizei schlug jüngst vor, dass bei problematischen Bereichen Tickets personalisiert werden könnten. Auch Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sprach sich für personalisierte Eintrittskarten aus. Wie viele Störenfriede könnte Magdeburg mit solch einer Maßnahme fernhalten?

"Keine. Die, die Verfehlungen im Stadion begehen, lassen sich nicht abschrecken, die können trotzdem in der Masse der Namen untertauchen. Wenn dann sind es normale Leute, die dann das Stadion aus Datenschutzgründen meiden. Es schreckt Familien ab und nicht Leute, die Grenzen überschreiten."
Viele Klubs haben die Fans schon gebeten, bei der Identifizierung von Krawallmachern zu helfen. Zudem hat heutzutage fast jeder ein Handy, mit dem man Fotos machen kann. Müssen die Fans die Böllerwerfer der Polizei melden?

"Das ist bei den aktiven Fans als Denunziantentum verpönt. Die Fans müssen sich selber regulieren. Das funktioniert nur, wenn die Vereine mit den Fans einen echten Dialog führen und sie dadurch mit in die Verantwortung nehmen. Es muss ein Bewusstsein entstehen, was dem Verein schadet. Dann kann sich viel im Block selbst regeln. Nur dieser Weg ist zielführend."
Eine faire Lösung für alle zu finden ist nicht immer einfach.

"Nach oben ist noch Luft. Diese Gespräche hätteneher stattfinden müssen, bevor das Kind fast in den Brunnen gefallen ist. Ich möchte, dass die Gespräche als Anlass genommen werden, besser zu kommunizieren. Ziel ist, dass wir nicht übereinander sondern miteinander reden - und das kontinuierlich in guten und in schlechten Zeiten."
Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Maria Köhler.