Magdeburg56 22.08.2016, 00:19
Betreff: Re: DFB Pokal 2016/17

Zitat von fcmtommi:
wie einige fotografen dahin rannten-auch so ein erbärmliches gesindel.
...sorry, aber dafür sind Fotografen da, festzuhalten was bei eine Veanstaltung so abgeht.
Sind die Fotografen und Filmer die deine Pegida filmen und fotografieren auch Gesindel? Das las ich noch nie bei dir.

Paps 22.08.2016, 00:30
Betreff: Re: DFB Pokal 2016/17

Zum Spiel kann man nur sagen es war mehr möglich, hat mal wieder nicht sollen sein.
Das drum herum mal wieder entäuschend. Nach 48 Minuten hätte ich am liebsten das Stadion verlassen, nach der Rauchbomben/ Rakentenaktion der Frankfurter sorgen mal wieder die "Verteidiger der Festungsstadt für unsere Sicherheit" rumposen, demolieren (unter anderen ihre eigenen Lautsprecherboxen werfend) auf Ordner, Fanbetreuer und Polizei. Ganz großes Kino. Wie konnte "Meine Stadt" vor zwanzig Jahren geschützt werden, denn da waren diese "Verteidiger" noch nicht geboren. Da wird sich aufgeregt über Willkür, Polizeigewalt und natürlich den DFB und man liefert gleich den nächsten Grund. So wird unser Verein immer mehr kaputt gemacht. Ich habe die Schnauze voll. Es spielt der 1.FC Magdeburg gegen Eintracht Frankfurt, am Block sieben weinrote Trikots mit der Aufschrift Festungsstadt Magdeburg und BFC Logos, nett im Gespräch mit dem Chef der Security, meine Freunde sind das nicht. Sektorentrennung gilt wahrscheinlich nur für Normalos, denn aus meiner Sicht Braunschweiger (sportliche Kategorie) wurden aus Block U in den Sektor Block 7-13 eingelassen, nach freundlicher Begrüßung mit der Wein- Roten Fraktion dann Abmarsch in Richtung Block Zwölf. Der normale Fan darf sich in seinem Sektor bewegen aber die sportliche Fraktion darf überall hin. Wer bekommt eigentlich Stadionverbot oder darf die Strafen bezahlen, in unserem Block sitzt einer der seine Freundschaft mit der Weinroten Fraktion zeigen musste, wohlgemerkt auf dem Platz während des Dresdenspiels, wahrscheinlich nicht zu erkennen, wie der Kameradieb in Aspach , es gibt noch mehr Beispiele. Mich als Fan von meinen Fußballclub kotzt es zur Zeit nur noch an, wie ständig Leute die vorgeben Fans vom FCM zu sein, diesem ständig schaden. Wieviel " Fans" lassen sich ihr Geld nicht zurückzahlen bei Sperren (zu faul Formular auszufüllen, des schreibens nicht mächtig), Der Schaden bleibt bei unserem Club und das nicht nur finanziell. Stimmung ist schön, aber das um jeden Preis?
Wenn nicht endlich etwas passiert ist das HKS schnell wieder leer.
So das musste mal raus, bin trotzdem entäuscht das wir das heute nicht geschafft haben, die Chancen waren da.

Magdeburg56 22.08.2016, 05:30
Betreff: Re: DFB Pokal 2016/17

@ Jürgen Daumen hoch

armageddon 22.08.2016, 07:06
Betreff: Re: DFB Pokal 2016/17

DFB Pokal: Frankfurt gewinnt im Elfmeterschießen




21.08.2016

Zitat:


Aus für den 1. FC Magdeburg. Der Drittligist ist im Elfmeterschießen gegen Eintracht Frankfurt gescheitert.

Magdeburg (dpa). Eintracht Frankfurts Torwart Lukas Hradecky hat das Aus in der ersten Pokalrunde verhindert. Der Keeper des Fußball-Bundesligisten war am Sonntag der Held beim glücklichen 4:3-Sieg nach Elfmeterschießen gegen den Drittligisten 1. FC Magdeburg. Nach der 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1, 0:1) gestanden. Neuzugang Guillermo Varela verwandelte den entscheidenden Elfmeter. Neuzugang Branimir Hrgota hatte den viermaligen Cupsieger in einer zerfahrenen und von Zuschauerausschreitungen überschatteten Partie mit 1:0 in Führung gebracht (7. Minute). Nico Hammann (86.) glich vor 24 605 Zuschauern in der ausverkauften Magdeburger Arena aus.

Sechs Tage vor dem Bundesligastart gegen den FC Schalke 04 zeigte die Eintracht eine spielerisch mittelmäßige Leistung. Neuzugang Michael Hector musste zudem in der Verlängerung mit Gelb-Rot vom Feld (100.). Magdeburg, das vor zwei Jahren noch den Bundesligisten FC Augsburg gestoppt hatte und eine Runde später Leverkusen erst im Elfmeterschießen unterlegen war, zeigte eine gute Leistung, vergab aber zu viele Chancen.

Die Frankfurter, bei denen Trainer Niko Kovac von den acht Neuzugängen das Quartett Guillermo Varela, Hector, Omar Mascarell und Hrgota in die Startelf beordert hatte, erwischten einen Start nach Wunsch. Der aus Mönchengladbach gekommene Schwede Hrgota nahm einen langen Ball von Hector perfekt an, ließ zwei Magdeburger aussteigen und vollendete gekonnt.

Hatten sich beide Teams bis dahin vorsichtig belauert, ging es nun zur Sache: Magdeburg antwortete mit einem Distanz-Kracher von Christopher Handke, den Eintracht-Schlussmann Lukas Hradecky mit Mühe parierte. Der Europapokal-Sieger von 1974 attackierte früh und brachte die unsichere Eintracht-Defensive mehrmals in Bedrängnis. Eine weitere zwingende Torchance gab es aber nicht.

Spielunterbrechung sorgt für Unruhe

Zu Beginn der zweiten Halbzeit musste die Begegnung unterbrochen werden, weil aus dem Frankfurter Block Leuchtraketen auf Zuschauerränge flogen. Die Polizei marschierte daraufhin auf und konnte die brenzlige Situation beruhigen. Nach gut zehn Minuten ging es weiter.

Die Unterbrechung tat dem Spiel überhaupt nicht gut. Gelungene Aktionen fanden kaum noch statt. Erst in der 71. Minute prüfte FCM-Spieler Nils Butzen den Keeper Hradecky aus der Distanz. Die Eintracht verwaltete den Vorsprung nur noch. Das rächte sich: In der 86. Minute traf Hammann zum 1:1 mit einem abgefälschten Freistoß. In der Nachspielzeit hätte SCM-Stürmer Christian Beck gar für das Pokal-Aus der Eintracht sorgen können, doch Hradecky konnte halten.


armageddon 22.08.2016, 07:16
Betreff: Re: DFB Pokal 2016/17

Magdeburg - PolizeiZwei Großveranstaltungen in Magdeburg durch Großaufgebot der Polizei geschützt


Zitat:


Am Sonntag, den 21.08.2016, traf der 1. FC Magdeburg in einem Pokalspiel auf Eintracht Frankfurt.

Zeitgleich fand ein Konzert im Stadtpark statt. Rund 50.000 Gäste erschienen zu den beiden Veranstaltungen.

Die möglichen Verkehrsbeeinträchtigungen und Staus blieben aus, da das von den Veranstaltern und der Polizei entwickelte Verkehrskonzept sehr gut griff. Die Verkehrsströme konnten so jeweils östlich und westlich der Elbe kanalisiert und ohne Berührungspunkte aneinander vorbei geleitet werden.

Ein Großaufgebot von ca. 1300 Einsatzkräften aus verschiedenen Bundesländern war im gesamten Stadtgebiet unterwegs und schützte die Veranstaltungen.

Beim Fußballspiel provozierten sich Teile der beiden Fanlager. Diese mündeten schließlich in einer ca. 10 minütigen Spielunterbrechung.

Grund für die Randale war von einigen unbelehrbaren Fans der Einsatz von Pyrotechnik, das Abschießen von Leuchtmunition, diverse verbale Auseinandersetzungen untereinander und der Versuch, den Platz zu stürmen.

Der im Stadion befindliche Sicherheitsdienst konnte gemeinsam mit den vor Ort eingesetzten Polizeikräften, die Lage beruhigen.

Während des Einsatzes nahm die Polizei verschiedene Strafanzeigen auf, unter anderem:

* 2 x wegen Landfriedensbruch,

* 2 x wegen gefährlicher Körperverletzung

* 2 x wegen Verwenden Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen

(Hitlergruß)

* 2 x wegen Beleidigung

* 1 x wegen Volksverhetzung

* 1 x wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz

* 1 x wegen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz

* 1 x Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen

Der Abmarsch der beiden Fanlager und das gesamte Konzert verliefen ohne Vorkommnisse und störungsfrei. (MvH)


Quelle: FOCUS - Online

armageddon 22.08.2016, 07:38
Betreff: Re: DFB Pokal 2016/17

Die Bildzeitung von Heute titelt




by Mirko-FCM.de

armageddon 23.08.2016, 07:24
Betreff: Re: DFB Pokal 2016/17

Fußball-Randale

Ratlosigkeit nach dem Knall




23.08.2016

Zitat:


Zehn Minuten war das Pokalspiel zwischen dem 1. FCM und Eintracht Frankfurt unterbrochen. Eine Zeit, die beide Clubs teuer zu stehen kommt.
Von Alexander Dinger ›
und Hans-Joachim Malli ›
und Uwe Tiedemann ›

Magdeburg l Während der erste gezündete schwere Böller am Sonntag um genau 14.58 Uhr im Gäste-Fanblock noch ohne Folgen blieb, sorgten die weiteren Vorfälle kurz nach Wiederanpfiff für eine längere Unterbrechung. Frankfurter Anhänger hatten Raketen in Richtung Club-Fans geschossen, auf der Gegenseite fühlten sich im FCM-Ultra-Block einige provoziert und gelangten in den Innenraum. Die Volksstimme geht den wichtigsten Fragen nach.

Wie gelangten Böller, Raketen und weitere Pyrotechnik überhaupt ins Stadion? „Die Stadionbesucher werden dabei immer einfallsreicher. So werden Chemiekalien in Schuhsohlen oder am Körper, zum Beispiel am Hodensack, versteckt, so auch am Sonntag. Bestimmte Dinge werden in Fahnen eingenäht“, sagte René Wißmach, Geschäftsführer der für den Sicherheitsdienst in und vor der MDCC-Arena zuständigen Firma „mekka security GmbH“.

Waren die Einlasskontrollen zu lasch? Wißmach: „Hundertprozentig kann man das nicht unterbinden.“ Und stellt dann die Frage: „Wenn Handys und Drogen in Gefängnisse hineingeschmuggelt werden können, wie soll man da bei 3000 Personen, die auf einen zukommen, solche Dinge in einer zweistündigen Einlasskontrolle ganz verhindern?“ Seine Leute hätten Schuhe ausziehen lassen, doch gehe das nicht bei allen Besuchern. Zudem wurden schon an den ersten Checkpoints Hausverbote wegen des Mitführens von Pyrotechnik und Betäubungsmitteln ausgesprochen und angewandt.

Wieso durften die geschminkten und teils vermummten Hooligans überhaupt ins Stadion? „So etwas habe ich noch nie erlebt. Es herrschte gespenstische Ruhe, als die Frankfurter aus dem Zug ausgestiegen sind“, sagte Romy Gürtler, Sprecherin der Bundespolizei. Das Motto der Frankfurter Fanszene für die Auswärtsfahrt war: „Alle in schwarz nach Magdeburg“. Zwar sei so eine Bemalung nicht verboten, ließ aber auch die Bundespolizisten ratlos zurück. „Wir haben das zur Klärung an den Ermittlungsdienst gegeben“, so Gürtler.

Zum Thema Vermummung äußerte sich die Pressestelle des FCM am Montag auf Anfrage so: „Die Vermummung erfolgte erst im Stadion. Selbstverständlich erhalten vermummte Personen keinen Zutritt zum FCM.“

Zur Thematik Vermummung als Straftatbestand erklärte die Polizeidirektion Nord auf Nachfrage: Der Unterschied liegt in der Art der Veranstaltung. Wäre der Aufzug der Frankfurter eine Demonstration gewesen, wäre die Bemalung als Vermummung aufgefasst und damit als rechtswidrig gewertet worden. Aber rein faktisch sind die Fußballfans aus Frankfurt nur vom Haltepunkt im Herrenkrug-Park zum Stadion gelaufen.

„Wir haben da keine rechtliche Handhabe“, erklärte Mike von Hoff von der Polizeidirektion Nord. Was wiederum im Stadion erlaubt sei, sei alleinige Sache des Hausherren, also des 1. FC Magdeburg. „Wir sind nur Unterstützende da“, sagte von Hoff. Das Hausrecht durchsetzen müssten die Order. „Nach unserer Auffassung wurde insgesamt gut kontrolliert“, so von Hoff. Wie trotzdem Pyrotechnik ins Stadion gelangen konnte, frage sich allerdings auch die Polizei.

Aber das auszuwerten, sei alleinige Aufgabe des Hausherren, so von Hoff. Ein Fazit zum Einsatz werde die Polizeibehörde nicht abgeben.

Wie stehen FCM- und Eintracht-Fans zueinander? Es herrscht keine klassische Feindschaft. Die existiert auf Seiten der Frankfurter im Osten zu Hansa Rostock und Dresden.

Welche Rolle spielen die BFC-Fans? Während es vor der Wende zwischen dem FCM und BFC große Rivalität gab, hat sich das mittlerweile geändert. Das Kriegsbeil wurde begraben. Es gibt nach Volksstimme-Informationen heute sogar befreundete Hool-Gruppen, die zusammen auch ihre Freizeit verbringen (Fußballspielen, Grillen). Vereinzelt gesellen sich auch Anhänger von Eintracht Braunschweig dazu. Diese Fan-Gruppierung hat ihre festen Plätze stets in unmittelbarer Nähe zum Gäste-Block.

Warum ließen sich die FCM-Ultras auf der Gegenseite provozieren und drangen in den Innenraum ein? Jens Janeck vom Fanprojekt Magdeburg sagte dazu: „Das war die Reaktion auf das Verhalten der Frankfurter. Unsere Ultras lehnen Raketen und Böller strikt ab, die gegen Menschen eingesetzt werden, in diesem Fall sogar gegen die eigenen Magdeburger Fans. Sie empfanden das als unerträglich. So war die Hemmschwelle ganz unten.“

Was sagt FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik zu den Vorfällen? „Frankfurter Fans haben Böller eingesetzt, die bewusst die Gesundheit anderer gefährden. Damit wurde absolut gegen die Sitten des Fußballs verstoßen. Das hat dann bestimmte Reaktionen einiger FCM-Fans hervorgerufen. Die Crux war natürlich, in den Innenraum einzudringen. Das ist nun einmal verboten und braucht kein Mensch. Und wir als Verein werden so mit ins Fahrwasser reingezogen.“

Wieviel Strafanzeigen gab es? Während des Einsatzes in der MDCC-Arena nahm die Polizei zwölf Strafanzeigen auf. Darunter unter anderem wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Volksverhetzung.

Wie beurteilt Stadionsprecher Torsten Rohde, der während der Unterbrechung deeskalierend einwirkte, die Ereignisse vom Sonntag? „Ich bin brutalst schockiert und hoffe, dass ich so etwas nie wieder in unserem Wohnzimmer, der MDCC-Arena, erleben muss. Ich habe noch während des Spiels SMS von Familien bekommen, die das Stadion vorzeitig verlassen haben. Auch ich hatte Angst, vor allem um meine beiden kleinen Söhne Maximilian und Timon, die nicht weit weg vom Geschehen in Block 10 ihre Plätze hatten.“

Wie reagiert die Eintracht? Vorstandsmitglied Axel Hellmann hat die Ausschreitungen Frankfurter Anhänger scharf verurteilt. „Das war ein Tiefpunkt, was die Wahrnehmung der Fans anbelangt. Das Feuern von Leuchtspurmunition in den Block ist schlichtweg als kriminell zu bezeichnen.“


armageddon 23.08.2016, 08:46
Betreff: Re: DFB Pokal 2016/17

Na ja muss man jetzt mal schauen wie die ganze Sache seinen Lauf nimmt.

@ Paps Danke für Deinen Erlebnis - Bericht

ich hab mir das Pokalspiel anhand einiger zu erwartender Faktoren

z.B. wegen des übertriebenen Sicherheitsbedürfnis gegen alle und jeden ( angefangen vom Fahrradhelm => über den Regenschirm => bis hin zu mitgebrachten Handtaschen )

gleich von zu Hause aus angeschaut. Und außerdem finde ich, dass die aufgerufenen Preise die hier verlangt werden meine Schmerzgrenze
überschnitten haben. Der FCM manövriert sich so wie das alles läuft in eine eher schwierige Situation.

armageddon 24.08.2016, 07:45
Betreff: Re: DFB Pokal 2016/17

Fan-Randale: Die Vereine entscheiden





23.08.2016

Zitat:

Genauso wie Diskotheken kann auch der Fußballclub Gäste abweisen, die er nicht im Publikum will.
Von Alois Kösters ›

Die Vereine müssen entscheiden: Soll Live-Fußball für Familien und echte Fans interessant bleiben oder zur Hintergrundkulisse werden für große Prügeltreffen, selbstbezogene Männer-Inszenierungen und Business-Gespräche in der geschützten Promi-Launch? Schockierend, dass im Gästeblock am Sonntag beim Pokalspiel in Magdeburg kein „Normal-Fan“ mehr auszumachen war. Aber niemand wird gezwungen, kriegsbemalten Chaoten Einlass zu gewähren.

Genauso wie Diskotheken kann sich auch der Fußballclub Gäste abweisen, die er nicht im Publikum haben will. Dass es mittlerweile so viele sind, ist nur ein Argument dafür, endlich damit anzufangen. Das Stadioninnere scheint überdies rechtsfreier Raum zu sein. Was die Frankfurter Chaoten dort abgezogen haben, hätte in jeder Fußgängerzone zu einem Großeinsatz der Polizei und Festnahmen geführt. Der brave Stadionbesucher muss sich das gefallen lassen oder kann gehen. Schade für den Fußball, dass einige nicht wiederkommen.


armageddon 25.08.2016, 06:47
Betreff: Re: DFB Pokal 2016/17

Stellungnahme Eintracht-Fans kritisieren eigene Leute nach FCM-Spiel




Zitat:


Magdeburg/Frankfurt -

Einst galt die SG Eintracht Frankfurt als die Stimmunghochburg im deutschen Fußball. Die Nordwest-Kurve im eigenen Stadion war berühmt berüchtigt. Die Stimmgewalt in den Auswärtsblöcken brachte heimische Fans zum schweigen.

Schon in diesen Zeiten waren die Frankfurter selten ein Kind von Traurigkeit, doch spätestens beim Gastspiel im DFB-Pokal in Magdeburg wurde klar: Mit Stimmung ist es in Frankfurt nicht mehr weit her. Die FCM-Fans sangen den Gast 120 Minuten lang an die Wand, während die Konzentration der Eintracht-Ultras auf anderen Dingen lag.

Genau das kritisieren nun auch die eigenen Fans in Form der offiziellen Fanabteilung von Eintracht Frankfurt.
"Ein absoluter Tiefpunkt"

"Es gab einmal eine Zeit, da war der geschlossene Zusammenhalt das charakteristische Merkmal der Frankfurter Fanszene", hieß es in einer Stellungnahme. "Die Ereignisse von Magdeburg stellen nun aber einen absoluten Tiefpunkt dar, einen endgültigen Bruch mit allem, was bisher Konsens war."

Deutlich kann eine Einschätzung aus dem eigenen Lager kaum klingen. Dazu muss man wissen: Die Fanabteilung in Frankfurt ist eine der ältesten und etabliertesten Fanorganisationen im deutschen Fußball. Seit dem Jahr 2000 setzt sie sich für die Interessen der Frankfurter Fans innerhalb und außerhalb des Vereins ein. Gut 20.000 Mitglieder der Eintracht gehören ihr an.

Die Vorfälle von Magdeburg, als kurz nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit aus dem Gästeblock gezielt und aus nächster Nähe Leuchtrakten auf die Gegengerade der MDCC-Arena gefeuerte wurden, lösen nun empörte Reaktionen aus. "Was in Magdeburg geschehen ist, war einfach nur noch kriminell, nicht entschuldbar, nicht tolerierbar, und mit allem, was wir und die gesamte Frankfurter Fanszene seit Jahren unter schützenswerter Fankultur verstehen, nicht im Geringsten vereinbar", schreibt der Abteilungsvorstand um den Vorsitzenden Stefan Ungänz am Dienstag. Bitter nur, dass sich die Magdeburger Fans durch die Aktion provozieren ließen, ebenfalls kurzzeitig über die Stränge schlugen und zu knapp 100 Mann den Innenraum betraten.
"Mehr als 90 Prozent der Fans sind absolut positiv"

Dennoch: Das Hauptverschulden in diesem Fall lag auf Frankfurter Seite. Da half es auch nicht, dass Eintracht-Spieler Bastian Oczipka am Montagabend noch zu beruhigen versuchte: "Man sollte nicht alle über einen Kamm scheren“, sagte Verteidiger in der HR-Sendung „Heimspiel“. „Es waren Tausende dabei, die uns am Sonntag in Magdeburg unterstützt haben. Klar waren da auch einige Chaoten darunter, die Feuerwerkskörper gezündet haben. Aber das ist nur ein ganz geringer Prozentsatz. Mehr als 90 Prozent der Fans sind absolut positiv.“

Doch auch wenn die kriminellen Aktionen aus dem Gästeblock nur von wenigen aktiv ausgeführt wurden, so wurden sie doch von einer größeren Masse als nur den von Oczipka genannten zehn Prozent billigend in Kauf genommen. Denn schon vor dem Spiel war klar, dass die Ultras Frankfurt das Prestige-Duell mit der ebenfalls für ihre enorme Lautstarke bekannte Magdeburger Fankurve nutzen wollen würden.

"Alle in Schwarz" lautete der Aufruf und so stürmte am Sonntagabend - vorausgegangen war ein lauter Böllerschlag - eine große schwarze Maske mit einheitlicher Gesichtsbemalung den Gästeblock. Wer die Szene aufmerksam genug beobachtet, dem dürfte schon da klar gewesen sein, dass dies als Tarnung für all jene herhalten sollte, die später Verbotenes tun wollte. Für die Polizei dürfte es eine Herkulesaufgabe werden, die Schuldigen der Leuchtspur-Schüsse ausfindig zu machen, sah doch jedes Gesicht im Kern des Gästeblocks nahezu identisch aus.
Drastische Strafen drohen der SG Eintracht Frankfurt

Und so müssen sich die Hessen - ob Fan, Spieler oder Offizieller - nun wieder einmal Sorgen machen, um die drohenden Strafen. Der DFB-Kontrollausschluss nahm am Montag die Ermittlungen auf. Die Eintracht ist ein Wiederholungstäter, erst in der vergangenen Saison musste beim Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart die Heimkurve geschlossen bleiben. Dass es durch die Aktion nach aktuellen Erkenntnissen keine Verletzen gab, ist dabei nur eine wichtige und glückliche Randnotiz, wie auch die Fanabteilung der SGE feststellt: "Es hätte zu schwersten Verletzungen oder Schlimmerem kommen können – und es wird zu schweren Strafen kommen, die Eintracht Frankfurt und die gesamte Fanszene werden ausbaden müssen."

Besagte Fanszene ist es auch, an die der Abteilungsvorstand mit seinem Schreiben noch einmal ausdrücklich appelliert: "Es ist offenbar wieder an der Zeit, dass sich noch einmal die gesamte Fanszene zu Wort meldet, klarmacht, dass ein solches Verhalten wie in Magdeburg nicht toleriert, nicht schweigend und erst recht nicht mit einem auch noch so kleinen Rest an Verständnis hingenommen werden kann."

Vielleicht wäre das ein Anfang, um den einstiegen Ruf der Frankfurter wiederherzustellen: Als stimmgewaltiger Chor, nicht nur als kriminelle Selbstdarsteller.