armageddon 29.10.2015, 11:56
Betreff: Trainer Jens Härtel

Wie Trainer Jens Härtel den 1. FC Magdeburg auf Erfolgskurs brachte.


Von Rudi Bartlitz

Zitat:

Dass Fußballtrainer eine Spezies der ganz besonderen Art sind, wusste man seit langem. Was allerdings in den letzten Wochen mit dem als „Kloppomania" in die modernere Kicker-Historie eingegangenem Wechsel des Dortmunder Kulttrainers Jürgen Klopp zum FC Liverpool oder der Verpflichtung von Stefan Effenberg beim FC Paderborn in der deutschen Balltreter-Szene passierte, markierte wahrhaft neue Dimensionen. Da wimmelte es nur so von Wortspielen wie „the normal one" (der Normale/Klopp) gegen „the special one" (der Besondere/ Mourinho) bis zu „the new one" (der Neue / Effenberg). Alles vergleichbar nur noch mit dem Hype einst bei der Guardiola-Unterschrift in München.
Ist es inzwischen also wirklich so, dass es nicht mehr ausreicht, wenn der Mann an der Seitenlinie ein kenntnisreicher Fachmann, ein guter Pädagoge, ein kluger Stratege und ein feinsinniger Kommunikator - eben ein moderner Trainer - ist? Und ein Stiller obendrein? Braucht es als Coach inzwischen wirklich den schillernden Exoten, den spaßigen Selbstdarsteller, nie um einen flockigen Spruch verlegen? Natürlich nicht.
Ein Gegenbeweis ist seit fast eineinhalb Jahren regelmäßig in der hiesigen MDCC-Arena zu besichtigen. Sein Name: Jens Härte!. Seine Funktion: Cheftrainer des aufstrebenden 1. FC Magdeburg. Sein Verdienst: Vater des Magdeburger Sommermärchens 2015, des Aufstiegs der Blau-Weißen in den Profifußball nach über zwei Jahrzehnten in den lähmenden Niederungen des Amateurlagers.
Wer ist also dieser Jens Härtet, der in seiner ruhigen, oft in sich gekehrten Art so gar nicht den landläufigen Vorstellungen eines modernen Coachs nahekommt? Um in der branchenüblichen Sprache zu bleiben: Wie tickt er? Wie denkt er über den Fußball, über die Rolle des Trainers?
Als sich Magdeburg Kompakt in diesen Tagen mit dem 46-Jährigen traf, signalisierte schon das nüchterne Gesprächsumfeld: Hier wird auf jeden Schnickschnack, jeden Schnörkel verzichtet, hier wird Fußball hart gearbeitet. „Ja", bestätigt Härtel, „ich würde mich schon als harten Arbeiter bezeichnen, der seine Aufgaben mit Realismus und Zielstrebigkeit angeht" Da ist es zum ersten Mal, dieses Wort „zielstrebig", das wohl treffend wie kein anderes seine Berufsauffassung umschreibt — einst als Spieler wie später als Coach.
Als Spieler („Mich konnte man im zentralen Defensivverbund eigentlich überall einsetzen. Nur auf der Außenbahn nicht, da war ich zu langsam") brachte es der Sachse aus Rochlitz immerhin auf 91 Zweitliga-Begegnungen für den SV Babelsberg und den FSV Zwickau. „Schon damals haben mir meine Zielstrebigkeit und mein Ehrgeiz sehr geholfen", erinnert sich Härtel. „Einige mit denen ich damals zusammen gespielt habe, waren talentierter als ich, aber in die zweite Liga hat es keiner so recht geschafft." Wollte man es in Schlagworte fassen, so könnte man sagen: Wille triumphiert also über Talent Der Coach denkt kurz nach: „Ja, da würde ich in den meisten Fällen mitgehen. Oder andersherum: Mentalität schlägt Qualität! Mit Willen kann man immer noch einige Prozent Leistung dazugewinnen." Es sind Maxime wie diese, die ganz offenbar den heutigen Trainer und seine Arbeitsweise charakterisieren. Die dem Außenstehenden viele Maßnahmen Härtels vielleicht besser verstehen lassen. Und noch etwas zeichnete den Mann, der in seiner aktiven Laufbahn u.a. das Trikot von Chemie Böhlen, Lok Leipzig, Sachsen Leipzig, Union Berlin und eben Babelsberg und Zwickau trug, aus: „Ich habe schon als Aktiver oft wie ein Trainer gedacht" Sicher kein Nachteil für den späteren Job.
Dennoch, einfach und schnurgerade war der Weg zum Cheftrainer des FCM für den gelernten Kfz-Schlosser und späteren Einzelhandelskaufmann keineswegs. „Als Co-Trainer in Babelsberg wurde mir nach finanziellen Schwierigkeiten des Vereins plötzlich der Stuhl vor die Tür gesetzt und gesagt: 'Geh zum Amt' Zuvor allerdings hatte er die Zeit genutzt, um auf eigene Kosten (1) in einem zehnmonatigen Lehrgang die Lizenz zum Fußballlehrer zu erwerben — gemeinsam u.a. mit den späteren Bundesliga-Coachs Markus Weinzierl (Augsburg), Markus Gisdol (Hoffenheim), Roger Schmidt (Leverkusen) und Tayfun Korkut (Hannover). Und dann sagt Härtel noch einen Satz, der aufhorchen lässt: „Ich bin Christ Das hilft mir, die Dinge zu relativieren."
Trotzdem: Da stand er nun, der zweifache Familienvater, ohne Job. Die einzige Chance bot ihm seinerzeit Regionalligist Berliner AK. Wahrlich keine Top-Adresse. Doch gerade mit diesem Underdog aus Liga vier machte Härtel Schlagzeilen, als er im DFB-Pokal den Erstligisten Hoffenheim spektakulär mit 4:0 aus dem Wettbewerb schoss. Es war, so befanden Beobachter, zuallererst ein taktisches Meisterstück des Trainers. In der Szene blieb das nicht ohne Resonanz, und das Angebot des Brauseklubs RB Leipzig folgte auf dem Fuß.
Für den Coach war die Arbeit beim umstrittenen Sachsen-Klub durchaus interessant „Ein Engagement in einem Nachwuchsleistungszentrum fehlte mir noch, da hatte ich Lust, das auszuprobieren", erzählt er heute. Trotz sportlicher Erfolge wie dem Aufstieg der A-Jugend in die Bundesliga folgte nach einem Jahr die Trennung: „Im zwischenmenschlichen Bereich hat es geknackt und geknirscht Das muss ich nicht haben. Alles wird dort dem Erfolg untergeordnet Es fehlt die menschliche Wärme."
Und so fügte es sich, dass just in jener Zeit ein gewisser Mario Kallnik anfragte, ob er sich vorstellen könne, nach Magdeburg zu wechseln. „Es gab zwei, drei Gespräche, dann waren wir uns einig." Nach mehreren Missgriffen in Sachen Fußball-Lehrer blieb, als der Name Härtel bekannt wurde, überbordende Begeisterung beim FCM-Anhang zunächst einmal aus. Und richtig, nach einem passablen Start schlitterte der Klub mit vier Niederlagen nacheinander in eine richtige Krise. Die Spieler verstehen nicht, wurde getuschelt, was der Trainer eigentlich will, der erreicht die Mannschaft nicht Härtet: „Da gab es die volle Breitseite. Es wurde ungemütlich."
In jener Zeit geschah etwas, was sich im Haifischbecken bezahlter Fußball nicht allzu oft ereignet Die Führung stand uneingeschränkt zum Coach. Der mächtige Manager Kallnik, so wird kolportiert, soll sogar gesagt haben: Bevor wir uns vom Trainer trennen, holen wir eher neue Spieler, die verstehen, was er will. Härtel räumt heute ein: „Auch ich musste meine Ansprüche ein wenig modifizieren." Aber von einem Anspruch ging er nicht ab: „Auch wenn die Tradition hier groß ist", sagte er seinen Spielern, „wir dürfen nie vergessen, im Augenblick sind wir nur vierte Liga. Wir als Mannschaft müssen liefern, in Vorleistung gehen." Irgendwann war der Knoten tatsächlich geplatzt. Der Rest ist schnell erzählt: Der FCM wurde Sieger in der Nordost-Staffel und bezwang in den Relegationsspielen zur dritten Liga in einem Parforceritt ohnegleichen zweimal die favorisierten Offenbacher Kickers. Eine ganze Region lag sich in den Armen, feierte den Aufstiegs-Helden Härtel. Magdeburgs Fußball-Legende Achim Streich adelte ihn in der vergangenen Woche als „besten FCM Trainer der letzten 25 Jahre".
Auf Härtels Karriereleiter war also ein weiteres Etappenziel abgehakt: erstmals Cheftrainer im Profifußball. „Das mag für den Außenstehenden so sein", schränkt er ein. „Für mich beginnt der Profifußball dort, wo ich unter professionelle arbeiten kann. Und das war bei mir eigentlich seit 2007 der Fall." An seiner Philosophie vom Fußball hat sich auch unter den neuen Bedingungen in Magdeburg eigentlich wenig geändert. „Natürlich hängt das zuallererst davon ab, was man für Spieler zur Verfügung hat Aber generell bin ich für einen Fußball, der auf einem aggressiven Pressing beruht, wo der Ball schnell zurückerobert wird und möglichst lange in den eigenen Reihen gehalten wird. Ich plädiere zudem für ein schnelles Umschaltspiel, aus dem dann, wenn der Gegner noch nicht geordnet ist, Torchancen herausgearbeitet werden." Aber seine Vergangenheit als Defensivstratege kann Härtel dann doch nicht ganz verleugnen: „Ich gebe zu, als früherer Abwehrspieler nehme ich nur ungern Tore hin." Und genauso agiert sein Team auch zuweilen.
Einen bestimmten Trainer als Vorbild nennt der schlanke, hochaufgeschossene Mann nicht: „Natürlich haben mich Männer wie Frank Pagelsdorf, Hans Meyer, Georgi Wassilew, Ede Geyer oder Gerd Schädlich mit geprägt. Von denen konntest du dir vieles abschauen. Bei anderen Dingen hast du gesagt: So machst du es nie. Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, wo du sagst: Du musst deinen ganz eigenen Weg finden und ihn dann konsequent gehen." Und den geht er jetzt mit den Blau-Weißen: ehrgeizig, konsequent, zielstrebig, wie es seinem Lebensmotto entspricht. „Es wird knüppelhart, die Klasse zu halten", ist er sich sicher. Zuversichtlich stimmt ihn, dass sein Team nach einem Drittel der Saison bewiesen hat, dass „wir konkurrenzfähig sind. Das haben wir zuletzt auch gegen Große wie Augsburg, Leverkusen oder Dortmund gezeigt. Aus dem Stahlbad der Relegation sind wir gestärkt hervorgegangen."
Geht es um seine weitere Zukunft als Trainer, bleibt er Realist — was sonst! „In der Champions League werde ich sicher nicht landen." Er lacht verschmitzt. Ein seltener Augenblick. Denn lachen sah man den Coach anfangs höchst selten. Das war etwas, was sie ihm in Magdeburg angekreidet haben: „Warum guckt der denn immer so ernst?" Daran hat man sich inzwischen gewöhnt, genauso wie die Journalisten-Kollegen vom Boulevard, die einst stöhnten: „Der haut ja überhaupt keinen Spruch raus." Noch ist niemand auch auf die Idee gekommen, ihm einen — siehe Anfang — Kampfnamen anzuheften. Wie wäre es mit „The determined one" — der Zielstrebige?
Spaß beiseite: Einen Vertrag beim FCM besitzt Härtel jedenfalls bis zum Sommer 2016. Er verlängert sich automatisch um ein Jahr, sollte der Klub die Klasse halten. Für den Verein eine recht komfortable Situation. Findet auch der Trainer, um dann sofort hinzuzufügen: „Das geht schon in Ordnung, ich fühle mich hier gut aufgehoben." Was kann ein Realist auch anderes sagen …


Quelle: Magdeburg kompakt

Wadenbeisser 30.10.2015, 08:27
Betreff: Re: Trainer Jens Härtel

nur zur Statistik

der Beitrag existiert schon irgendwo hier hmm

1. FC Magdeburg
Härtel: "Musste in einigen Dingen umdenken"


Zitat:
Jens Härtel ist der Trainer des 1. FC Magdeburg, der den Verein in den Profifußball geführt hat. Groß war (und ist) die Euphorie.
Von Thomas Juschus ›

Herr Härtel, knapp ein Drittel der Saison ist vorbei. Der FCM steht mit 17 Punkten auf Rang sieben. Zufrieden?

Jens Härtel: So, wie es bisher gelaufen ist, mit den Heimspielen, der Atmosphäre und der Außendarstellung, ja. Wobei wir wissen, dass wir immer ans Limit gehen müssen. Weh getan haben die Partien gegen Aalen (1:2) und Cottbus (2:2). Zumindest eins davon hätte ich gerne noch gewonnen.

Bis zur Winterpause sind es noch neun Spiele. Welche Punktemarke möchten Sie erreichen?

Von solchen Rechenspielchen halte ich gar nichts. Unser Ziel ist es, den Abstand nach unten konstant zu halten, nicht hinten reinzurutschen.

Mit wieviel Zählern hält man die Klasse?

Bei 45, 46 bleibt man sicher drin. Im Vorjahr haben schon 40 gereicht.

Zu Hause hat der FCM schon viermal gewonnen, auswärts noch gar nicht. Worin sehen Sie die Gründe?

Mitunter lag es an der fehlenden Kraft, Ruhe und falschen Entscheidungen. Andererseits haben wir in sechs Spielen nur zweimal verloren und vier extrem wichtige Unentschieden geholt, bei denen wir bis zum Ende immer dicht dran waren.
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Lag es auch an der fehlenden Lobby bei Schiedsrichtern, bei denen sich ein Aufsteiger ein gewisses Standing vielleicht erst verschaffen muss?

Es scheint so zu sein. Ich denke nur an die Spiele in Stuttgart, wo uns ein klares Tor aberkannt wurde, in Köln, wo der zweite Elfmeter keiner war, und gegen Aalen, als wir vor dem Gegentor einen unberechtigten Freistoß hinnehmen mussten.

In der Tabelle ist Dynamo Dresden schon weit enteilt. Hatten Sie das erwartet?

In dieser Form nicht, weil es untypisch ist für die ausgeglichene Liga. Aber mit dem sensationellen Umfeld, dem Trainer und dem Lauf, den sie momentan haben, wird es ganz schwer, sie noch zu stoppen.

Was ist der größte Unterschied zwischen Dynamo und dem FCM?

Die Planungssicherheit. Es war viel einfacher, Vertragsgespräche in Dresden zu führen und so z. B. einen ,Lumpi‘ Lambertz zu verpflichten. Bei uns stand bis zuletzt alles auf der Kippe.

Der Vorsitzendes des Aufsichtsrates, Lutz Petermann, hat kürzlich von einem Drei-Jahres-Plan gesprochen. Zunächst stabilisieren, dann etablieren und im dritten Jahr oben angreifen. Wie denken Sie darüber?

Es gehört zu seinen Aufgaben, mittel- oder langfristig zu planen, Infrastrukturen zu verändern oder neue Geldquellen zu erschließen. Für einen Trainer ist es dagegen nicht machbar, drei Schritte vorauszublicken.

Wie beurteilen Sie die Absicht des Vereins, die Profiabteilung auszugliedern?

Den Schritt halte ich für alternativlos und hoffe, dass das die Mitglieder es ebenfalls so sehen. Die Entwicklung im Verein muss fortgesetzt werden.

Wo fehlt es denn Ihrer Meinung nach noch?

Die Basis ist sicher gelegt. Ohne die wäre aber Profifußball auch gar nicht möglich. Der FCM hat einen Co-Trainer, mit dem ich mich ständig austausche, einen Torwart- und einen Athletiktrainer, die zudem für die U 17 und U 19 zuständig sind. Hinzu kommt ein Videoanalyst. Was wir als nächstes aufbauen müssen, ist eine Scouting-Abteilung. Hier geht es darum, eine Datenbank zu erstellen und sich am Wochenende gezielt Spiele anzuschauen, und nicht auf blauen Dunst irgendwo hinzufahren. Das müssen Leute sein, die genau wissen, wie der Verein und der Trainer tickt.

Wie tickt denn der Trainer des FCM? Gibt es spezielle Karrierepläne?

Nein, für mich war und ist es in erster Linie immer wichtig, dass die Arbeit Spaß macht.

Und – macht sie beim FCM Spaß?

Ja, absolut. Dabei ist es auch nicht entscheidend, wieviel Geld man verdient, sondern dass nicht ringsherum Bombenleger lauern. Allerdings musste ich zu Beginn auch in einigen Dingen umdenken.

Wo zum Beispiel?

Es geht immer um die Art und Weise, wie man eine Mannschaft führt. Da bin ich im ersten Jahr einen Schritt zurückgegangen, habe gewisse Dinge einfacher gehandhabt. Bei RB Leipzig wird z. B. extrem viel Wert auf Videoanalyse gelegt. Das kannte man beim FCM so nicht. Da gilt es dann, die Balance zu finden und den Bogen nicht zu überspannen.

Umdenken mussten Sie sicher auch in Bezug auf die mediale Präsenz, oder?

Natürlich. Und jetzt in der 3. Liga ist es noch extremer geworden, wo plötzlich „Kicker“, „Zeit“ oder „Frankfurter Allgemeine“ hinzugekommen sind. Die Medien sind ein wichtiger Baustein. Sie können eine Person groß oder aber auch in Grund und Boden schreiben. Deswegen halte ich immer eine gewisse Distanz.

Fühlen Sie sich von den hiesigen Medien fair behandelt?

Absolut. Allerdings nehme ich mich als Trainer nicht allzu wichtig. Maßgebend ist, was die Mannschaft auf dem Platz zeigt.

Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit mit Sportchef Mario Kallnik?

Als sehr vertrauensvoll. Deswegen habe ich es auch begrüßt, dass er ab 1. Januar 2016 hauptamtlich tätig ist. Wer ständig vor Ort ist, bekommt doch noch ein feineres Gespür, kann, wenn nötig, zusammenführen oder gegensteuern. So werden wieder ein paar Prozentpunkte mehr frei. Wir sind nicht immer einer Meinung, wissen aber, dass der Verein über allem steht. Er ist das Aushängeschild. Und noch etwas: Es war für mich immer bemerkenswert, wie er seine Doppelrolle beim FCM und bei der AOK gemeistert hat. Ich hätte das nicht gekonnt.

Zurück zur aktuellen Mannschaft: War es im Nachhinein richtig, auf Spieler zu setzen, die keine Drittliga-Erfahrung besaßen?

Ich denke schon, weil es motivierender ist, von unten zu kommen, wo alles neu, größer und besser ist, als von oben, wo man möglicherweise einen Schritt zurückmacht. Und die jetzige Mannschaft passt auch von der Mentalität zusammen, spielt leidenschaftlichen Fußball und hat keine Meckerer.

Eine Mannschaft, die aber auch noch viel lernen muss, oder?

Zweifellos.

In welchen Bereichen konkret?

In allen. Im physischen, im fußballerischen und im taktischen Bereich. Eine große Baustelle ist beispielsweise unser Kopfballspiel. Da waren wir in der Regionalliga noch das Maß aller Dinge. Das kann man jetzt nicht mehr behaupten. Dabei werden viele Spiele über Standards entschieden.

Und was ist mit dem Umschalten nach Ballverlusten?

Das richtige Defensivverhalten fällt einigen nach wie vor schwer. Und das gilt nicht nur für die neuen Spieler, ist aber ein Entwicklungsprozess, für den man Zeit benötigt.

Wie sieht es mit weiteren Verstärkungen in der Winterpause aus. Wer passt ins Beuteschema?

Es gibt dieses Bestreben. Ein Verein steht ständig in der Pflicht, daran zu arbeiten, dass es besser geht. Wir werden aber nichts überstürzen.

Könnte der Mannschaft nicht auch ein typischer „10er“, einer, der im Mittelfeld die Fäden zieht, helfen?

Den haben wir im Moment in der Tat nicht, aber die Frage lautet doch immer: Fehlt mir ein solcher Spieler in meiner Mannschaft wirklich? Wenn ich beispielsweise einen Mesut Özil ins Team einbaue, muss ich möglicherweise die Statik und die Grundordnung ändern und seinetwegen noch weitere fünf, sechs neue Spieler holen. Am Ende muss immer die Gesamtbalance stimmen.


armageddon 30.10.2015, 08:33
Betreff: Re: Trainer Jens Härtel

jau aber gut das Du den Artikel hier platziert hast. Können wir uns dann noch mal anschauen wenn sie das Denkmal anpinkeln. Information Information
Geht ja zuweilen immer recht schnell das die Stimmung umkippt. Have a look-around

armageddon 21.11.2015, 09:06
Betreff: Re: Trainer Jens Härtel

Fußball

Treffen der "Laptop"-Trainer

21.11.2015


Trainer Jens Härtel (r.) setzt bei der Vorbereitung seiner Mannschaft auch auf moderne Hilfsmittel.
Deshalb gehört Videoanalyst Kevin Waliczek seit einigen Monaten zum Trainerstab.
Es gibt aber noch mehr Technik beim FCM.
© Foto: Sportfotos MD/Possiencke

Zitat:

Vor dem Spiel bei der SG Sonnenhof Großaspach dreht sich beim 1. FC Magdeburg viel um neue Methoden im Training von Jens Härtel.
Von Fabian Biastoch ›

Magdeburg l Thomas Tuchel ist wohl der bekannteste Vertreter dieser neuen, in den vergangenen Monaten oft erwähnten Gattung von „Laptop“-Trainern. Ob nun bei Borussia Dortmund oder zuvor beim FSV Mainz 05 - überall setzte der Fußballlehrer mehr als andere auf die technischen Hilfsmittel.

So geht es nun auch beim 1. FC Magdeburg zu. „Wir haben seit zwei Trainingseinheiten spezielle Messgeräte für die Spieler“, erläutert Trainer Jens Härtel der Volksstimme den Test. Damit lassen sich einmal der Puls messen aber auch die Laufdaten via GPS (Globales Positionsbestimmungssystem) aufzeichnen. Damit will das Trainerteam zudem auch triftige Argumente für die Spieler haben. „Daten lügen eben nicht“, sagt Härtel. So könne man den Akteuren bestimmte Anweisungen besser vermitteln und sportwissenschaftlich belegen. Die Federführung liegt dabei bei Athletiktrainer Dirk Keller. „Der erste Eindruck ist sehr gut“, zieht der Chefcoach sein Fazit, „wir werden sehen, ob sich das Ganze rechnet und wir es schlussendlich auch anschaffen“.

Anders als in Dortmund und Leipzig (bei Härtels Ex-Klub RB) wird in Magdeburg nicht jede Einheit auf dem Trainingsplatz gefilmt. „Dazu haben wir gar nicht die Voraussetzungen“, sagt Härtel, „aber punktuell filmen wir bereits und werden das auch in Zukunft machen“. Doch Videoanalyst Kevin Waliczek habe auch so schon mit der Gegneranalyse „alle Hände voll zu tun“.

Bei der SG Sonnenhof Groß-aspach trifft er in Rüdiger Rehm auf einen ganz ähnlichen Trainer. Der 36-Jährige lernte sein Handwerk unter anderem bei dem heutigen Bundesliga-Trainer Alexander Zorniger. Als dieser 2012 zu RB Leipzig gewechselt war, übernahm Rehm den vakanten Posten an der Seitenlinie der SGS. Erst vor kurzer Zeit hat der heutige Cheftrainer seinen Fußballlehrerschein bestanden. In seiner Klasse waren unter anderem die Ex-Profis Torsten Frings und Steffen Baumgart. Letztgenannter hat bekanntlich eine Vergangenheit beim FCM. Gelernt hatte Rehm als Spieler unter anderem bei Wolfgang Frank, der schon Jürgen Klopp prägte. Und auch Backnang, die Heimat von „Professor“ Ralf Rangnick, ist nicht weit weg.

Härtel attestiert seinem Gegenüber Rehm in Baden-Württemberg also nicht grundlos „eine erfolgreiche Arbeit“. Mit Zorniger habe er bei RB Leipzig übrigens nie über die SGS gesprochen. „Da gab es keine Gelegenheit zu“, erinnert sich Härtel, „aber sie haben eine starke Mannschaft und eine gute Mischung aus jungen und alten Spielern“.

Wie stark Großaspach ist, musste unlängst Zweitligist Greuther Fürth erfahren. In der Länderspielpause setzte es für die Franken gegen den Drittligisten eine deutliche 0:4-Niederlage. Auch die Magdeburger wissen ob der Gefahr im Schwabenländle. „Sie sind offensiv enorm stark und können jedes Team vor Probleme stellen“, warnt Coach Härtel und betont: „Wir fahren da hin und wollen etwas mitnehmen.“ Das soll möglichst der erste Dreier in der Fremde sein, denn „wir wollen endlich auswärts den Bock umstoßen“, sagt auch Niklas Brandt.

Am Ende zählt es aber nicht, wer die besseren Laptops in der Vorbereitung hatte, sondern was auf dem Platz passiert. „Wichtig ist für alle Trainer immer, was am Wochenende dabei rauskommt“, hebt Härtel hervor und holt eine alte Fußballerweisheit hervor: „Wer gewinnt hat Recht.“


Quelle VS

armageddon 23.12.2015, 08:39
Betreff: Re: Trainer Jens Härtel

Bildzeitung: 23,Dezember 2015

Härtel privat wie nie

bereitgestellt von Mirko-FCM, der FCM Pressseite.

Wadenbeisser 23.12.2015, 09:23
Betreff: Re: Trainer Jens Härtel

v up

is soweit Ok

Hauptsache nich so was wie "Bunte und Gala" oder wie die alle heißen

Wink

Disaster 07.06.2016, 20:56
Betreff: Re: Trainer Jens Härtel

Jeder Spieler und Betreuer des Vereins bekommt auch via Fratzenbuch und Twitter zum Geburtstag Glückwünsche übermittelt. Ausgerechnet unser Trainer nicht? Seltsam. Bevor ich allerdings anfange irgendwelchen Gerüchten zu glauben, hoffe ich mal, dass die Glückwünsche einfach nur verpennt wurden?

Berserker 07.06.2016, 21:25
Betreff: Re: Trainer Jens Härtel

Ui, gab's nen Anlass Glückwünsche loszuwerden? Na dann will ich das hiermit tun, ehre dem Ehre gebührt.

armageddon 08.06.2016, 04:37
Betreff: Re: Trainer Jens Härtel

Auch von mir alles Gute nachträglich

fcmtommi 08.06.2016, 10:39
Betreff: Re: Trainer Jens Härtel

Zitat von Disaster:
Jeder Spieler und Betreuer des Vereins bekommt auch via Fratzenbuch und Twitter zum Geburtstag Glückwünsche übermittelt. Ausgerechnet unser Trainer nicht? Seltsam.
hatte jens auch. und ich glaube nicht, dass er hier mitliest Wink