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Betreff: Re: Deutscher Fußball Bund
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DFB-Reaktion auf Krawalle "Kein Grund zum Jubeln"

Stand: 17.08.2017 00:44 Uhr

Viel Lob erhielt der DFB für seine Entscheidung, nach den Krawallen die Fans nicht kollektiv zu bestrafen. Doch das sei kein Grund zum Jubeln. Der DFB hat das Problem jahrelang vernachlässigt und sich die Ablehnung der Fans selbst erarbeitet.

Von Jochen Leufgens, WDR

DFB-Präsident Reinhard Grindel bekam heute viel Zuspruch: von Fanorganisationen, von Vereinen, der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Na dann: Herzlichen Glückwunsch.

Da wird einer gefeiert für etwas, das nach allgemeinem Rechtsverständnis selbstverständlich sein müsste: Das Aussetzen kollektiver Bestrafung.

Aber nicht zur neu entdeckten "Dialogbereitschaft" - sondern zu einem Schritt zum Erhalt des Geschäftsmodells. In einer längst entkoppelten Branche, nicht erst seitdem Menschen für mehr als 200 Millionen Euro gehandelt werden.


Ablehnung erarbeitet

"Krieg dem DFB", "Fußballmafia DFB", "Scheiß DFB". So lauten nur ein paar der Spruchbänder in deutschen Stadien, nicht erst seit der gerade zu Ende gegangenen ersten Pokalrunde. Diese Ablehnung hat sich der DFB tapfer erarbeitet, unter anderem durch mangelnde Aufklärung des sogenannten Sommermärchens, FIFA-Treue oder die Gängelung der Basis.

Und am kommenden Wochenende geht die Bundesliga wieder los. Ähnliche Proteste würden die schönen - und wichtiger - teuer verkauften Bilder stören.
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Als Annäherung verkaufte Business-Entscheidung

Wie also gute Stimmung machen bei den vermeintlichen Stimmungsmachern auf den Rängen, den Ultras? Bei denen, die sich als die Retter des wahren Fußballs sehen, und trotzdem das Spiel der Ware Fußball mitspielen. Die sich dabei oft zu wichtig nehmen und von denen nicht alle - aber halt doch einige - nicht vor Gewalt zurückschrecken, die verfolgt und bestraft werden muss.

Die als Annäherung verkaufte Business-Entscheidung von Reinhard Grindel - nachdem der immerhin mitgliederstärkste Verband der Welt das Problem jahrelang nicht ernsthaft angegangen ist - ist kein Grund zum Jubeln.