Komplettes Thema anzeigen 23.04.2018, 19:24
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Betreff: Re: 1. FC Magdeburg erhält Zweitliga-Lizenz ( 2018 / 2019 )


ich packs mal hier mit rein (oder doch besser unter "Der Verein" & Einnahmen 2.Liga)

wie viel kostet eigentlich eine Lizenz?

anbei mal so

Zitat:



Trotz gestiegener Einnahmen
Zweitligisten bleiben auf TV-Geldern sitzen

Von Frank van der Velden

Die Fußball-Zweitligisten bekommen in diesem Jahr eine Rekordsumme aus der TV-Vermarktung von der DFL. 186 Millionen Euro bedeuten eine Steigerung von 32 Prozent. Auf dem Transfermarkt halten sich die Klubs jedoch stark zurück - und es gibt Kritik am Verteilungssystem.

Wer sich in diesen Tagen die Transferbilanz der 18 Fußball-Zweitligisten ansieht, der stellt vor allem eines fest, und das ist Bescheidenheit. Zwar gab es jede Menge Zu- und Abgänge, aber viel Geld bewegt wurde dabei nicht. Was teure Neuverpflichtungen angeht, hielten sich die Klubs stark zurück. Zwölf der 18 Vereine haben sogar eine positive oder ausgeglichene Transferbilanz – sie haben mehr Geld eingenommen als sie ausgegeben haben. Zwar sind es noch rund drei Wochen bis zum Saisonstart, doch ob sich da noch mehr tut, ist fraglich.
186 Millionen Euro für 18 Klubs

Dabei streichen die Zweitligisten in diesem Jahr so viel an TV-Geldern ein wie noch nie. Hintergrund ist, dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) bei der Ausschreibung der Medienrechte ein Rekordergebnis erzielt und erstmals die Marke von durchschnittlich einer Milliarde Euro pro Saison übersprungen hatte. Für die vier Spielzeiten von 2017/18 bis 2020/21 gibt es 4,64 Milliarden Euro, das sind durchschnittlich 1,16 Milliarden Euro pro Saison. Im ersten Jahr werden exakt 1.194.235.000 Euro ausgeschüttet - 15,6 Prozent davon gehen laut "Kicker" in die zweite Liga. Das sind rund 186 Millionen Euro, was einer Steigerung von 32 Prozent entspricht.

Die Verteilung im VorjahresvergleichVerein     TV-Gelder 2017/18     TV-Gelder 2016/17     Differenz
FC Ingolstadt     16.994.330 Euro     25.897.000 Euro      - 8.902.670 Euro
Darmstadt 98     15.519.075 Euro     24.479.000 Euro     - 8.959.925 Euro
Eintracht Braunschweig     14.305.640 Euro      10.067.800 Euro     + 4.237.840 Euro
1. FC Nürnberg     14.139.485 Euro     10.635.000 Euro     + 3.504.485 Euro
Union Berlin     12.306.745 Euro     9.004.300 Euro     + 3.302.445 Euro
FC St. Pauli     11.541.425 Euro      7.586.300 Euro     + 3.955.125 Euro
1. FC Kaiserslautern     11.371.242 Euro     9.500.600 Euro     + 1.870.642 Euro
SpVgg Greuther Fürth     11.004.297 Euro     8.765.150 Euro     + 2.239.147 Euro
VfL Bochum     10.104.436 Euro     6.806.400 Euro     + 3.298.036 Euro
Fortuna Düsseldorf     8.930.247 Euro     7.160.900 Euro     + 1.769.347 Euro
1. FC Heidenheim     8.245.577 Euro     6.310.100 Euro     + 1.935.477 Euro
Arminia Bielefeld     8.191.136 Euro     5.884.700 Euro     + 2,306.436 Euro
SV Sandhausen     7.951.470 Euro     6.097.400 Euro     + 1.854.070 Euro
Dynamo Dresden     7.725.888 Euro     5.459.300 Euro     + 2.265.789 Euro
MSV Duisburg     7.537.089 Euro      711.000 Euro     + 6.826.089 Euro
Ergebirge Aue     7.278.794 Euro     5.672.000 Euro     + 1.606.794 Euro
Jahn Regensburg     6.645.391 Euro      711.000 Euro     + 5.934.391 Euro
Holstein Kiel     6.471.180 Euro     711.000 Euro     + 5.760.180 Euro


Streit um Verteilung

Die Verteilung der TV-Gelder war im November 2016 ein Politikum. Die Bundesliga-Vereine pochten auf einen möglichst großen Anteil, um auch international wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Zweitliga-Klubs wollten ihrerseits mit 20 Prozent an den Ausschüttungen beteiligt werden. Was folgte war ein Kompromiss: Die Zweitliga-Vereine bekommen 141 Millionen Euro und dieser Betrag wird durch Solidaritätszahlungen der Bundesligisten aufgewertet. So kommen in diesem Jahr 186 Millionen Euro zusammen.
Vier Säulen
Die TV-Gelder steigen

Die TV-Gelder steigen.

Die Verteilung der Gelder ist neu. Vor allem ist sie kompliziert und basiert auf einem Vier-Säulen-Modell. Die Säulen "Bestand" und "Wettbewerb" machen gemeinsam 93 Prozent der Einnahmen aus. Dafür wird für die Zweitligisten eine Fünf-Jahres-Wertung erstellt. Je besser die Klubs da abschneiden, desto mehr Geld bekommen sie. Eine weitere Säule nennt sich "Nachhaltigkeit". Dort wird das sportliche Abschneiden der zurückliegenden 20 Spielzeiten berücksichtigt. Fünf Prozent der TV-Gelder werden anhand dieser Tabelle verteilt. Die Säule "Nachwuchsförderung" belohnt den Einsatz von U23-Spielern. Allerdings werden dabei nur zwei Prozent der Erlöse ausgeschüttet.
Traditionsvereine profitieren von "Nachhaltigkeit"

Neben den drei Aufsteigern Duisburg, Regensburg und Kiel legt Eintracht Braunschweig am meisten zu - dank guter Ergebnisse in den vergangenen Jahren. Von "Nachhaltigkeit" profitieren am stärksten zwei Traditionsvereine. Der 1. FC Nürnberg landet dank der Einnahmen aus dieser Säule im Geld-Ranking auf Platz vier, der 1. FC Kaiserslautern schafft es auf Platz sieben. Die Pfälzer zehren dabei wohl immer noch von der Meisterschaft in der Saison 1997/98.

Auffällig ist auch, dass Absteiger Ingolstadt mehr als 2,5-mal so viel wie Aufsteiger Kiel bekommt. Das lässt erahnen wie groß die Kluft zwischen zweiter Bundesliga und Fußball-Oberhaus ist. Dort streicht der FC Bayern München rund 99 Millionen Euro ein. Leipzig bekommt als Schlusslicht des Bundesliga-Rankings rund 29 Millionen Euro – zwölf Millionen mehr als Ingolstadt.
Schere geht weit auseinander


Andreas Rettig vom FC St. Pauli

St. Pauli-Geschäftsführer Andreas Rettig hat den neuen Verteilungsschlüssel deshalb auch scharf kritisiert. "Es wird der Eindruck erweckt, als hätte die zweite Liga nun einen Vorteil. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich das als irreführende Annahme", sagt Rettig. "Das neue Modell führt perspektivisch dazu, dass die Bundesligisten und ein paar Klubs, die auf- und absteigen, unter sich bleiben." Somit würde weiterhin nichts gegen die finanzielle Kluft zwischen Bundesliga und zweiter Liga getan werden.
"Jeden Euro dreimal umdrehen"

Das meint auch Dynamo Dresdens kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born. "Klar kriegen wir mehr. Aber die Oberen der zweiten Liga kriegen viel mehr. Da geht die Schere zu weit auseinander." Allzuviel Spielraum für eine Erhöung des Spieleretats gibt es in Dresden nicht. Dynamo hatte in der abgelaufenen Saison einen Etat von 7,5 Millionen Euro und stand damit im unteren Tabellendrittel. "Daran wird sich auch in der nächsten Saison nichts ändern. Wir müssen jeden Euro dreimal umdrehen", sagt Sportgeschäftsführer Ralf Minge. Andere Klubs haben hohe Verbindlichkeiten – so wie Nürnberg, Bielefeld oder Duisburg. Auch dort sind keine großen Sprünge möglich.

Stand: 10.07.2017, 08:30





Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 23.04.2018, 19:26 von Wadenbeisser.