Komplettes Thema anzeigen 01.11.2018, 09:24
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Betreff: SV Darmstadt 98 - 1.FC Magdeburg Sa. 03.11.2018 13:00 Uhr
SV Darmstadt 98 - 1.FC Magdeburg

muß man(n) sich sorgen machen?

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Zitat:

"Du bist niemals alleine" – die treuen Fans halten zu ihrem FCM. Bildrechte: IMAGO

Einschätzung Bewährungsprobe für den FCM und seine Fans

Die vergangenen Erfolge verblassen für manche beim 1. FC Magdeburg allmählich. Die Talfahrt in der zweiten Bundesliga wird für den Klub und sein Umfeld zur großen Herausforderung. Wie viel Kredit haben Trainer und Mannschaft noch bei den Fans?

von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

Zitat:


Joachim Streich ist ein verdienter Mann. Ein Held für alle Fans des 1. FC Magdeburg. Viele hängen an seinen Lippen, wenn der DDR-Rekordspieler mit Blick auf die Lage beim FCM wie zuletzt erklärt: "Der Trainer muss sich dringend etwas einfallen lassen, was man besser machen kann." Oder: "Es fehlte Leidenschaft und Feuer."

Seine Aussagen häuften sich in letzter Zeit, anders als in der vergangenen Saison, auf Facebook oder in der Boulevardpresse. Und die Diskussionen darum sind ein Sinnbild für die aktuelle Situation bei den Blau-Weißen. Denn der FCM wandert derzeit auf einem schmalen Grat zwischen den Erfolgen der jüngeren Vergangenheit und den Sorgen um die Zukunft.

"Es ist keine Zeit mehr, um den heißen Brei herumzureden", erklärte Streich diese Woche in der BILD. "Ein Drittel der Saison ist gespielt, und wir steuern auf den Abstieg zu, wenn sich nichts ändert."
Das Umfeld wird kritischer

Der gemeine Magdeburger neigt mitunter zur Grummeligkeit und zum Pessimismus. So war das lange Zeit auch in Bezug auf seinen Fußballverein. Allerdings gab es da in den vergangenen Jahren wenig Grund zu: Drittliga-Aufstieg, Zweitliga-Aufstieg, eine Siegesfeier nach der anderen.

Doch jetzt türmen sich die Nörgler wieder auf. Vor allem in den sozialen Netzwerken zetern sie, stellen alles in Frage. Gewiss: In der Mehrheit sind sie (noch) nicht. Und manche üben so angemessene wie berechtigte Kritik. Andere übertreiben ihre Rolle als Sofa-Trainer aber. Fest steht: Das Umfeld des FCM wird immer kritischer – die öffentlichen Aussagen von Streich und zahlreicher Fans dienen als Beweis.


Sabrina Bramowski im Gespräch mit Joachim Streich
Joachim Streich: "Verdiente Niederlage"

Die Talfahrt in der zweiten Bundesliga wird für den Verein und seine Anhänger zur Bewährungsprobe. Doch so können sie diese Prüfung bestehen:
1.) Die Ausgangslage im Blick behalten

Der 1. FC Magdeburg ist krasser Außenseiter in der zweiten Bundesliga. Der Marktwert des Kaders beträgt 10,55 Millionen Euro. Damit ist Magdeburg das Ligaschlusslicht. Der Marktwert des Hamburger SV ist mehr als fünfmal so hoch. Die theoretischen Voraussetzungen für den Klassenerhalt könnten besser sein. Geld schießt im Saisonverlauf eben doch Tore. Diese Realität muss das Umfeld anerkennen und im Blick behalten.

Trotzdem steht nach dem ersten Saisondrittel fest: Verstecken muss und darf sich der FCM vor keinem Gegner. Auftritte wie das Heimspiel gegen den HSV als so etwas wie ein Pokalspiel anzusehen, erscheint fehl am Platz. Zweitligist ist Zweitligist. Und so groß die Unterschiede zwischen beiden Klubs auch sind: Der FCM muss Selbstvertrauen ausstrahlen. Dieses Selbstverständnis, an jedem Spieltag gegen jeden Ligakonkurrenten punkten zu können.
2.) Dem Trainer vertrauen

Am Ende der vergangenen Saison verglichen die FCM-Anhänger ihren Trainer Jens Härtel noch mit Klub-Ikone Heinz Krügel. Zwei Aufstiege hat Härtel mit Magdeburg geschafft, den abgestürzten Traditionsverein wieder nach oben geführt, weil er als Typ so hervorragend in diese Stadt und zu diesem Klub passt. Doch nun werden die Zeiten auch für ihn immer unruhiger.

Manche Fans kritisieren scharf, auch Experten fanden zuletzt deutliche Worte. Joachim Streich sagte: "Es ist nicht zu leugnen, dass Jens Härtel entscheidenden Anteil an der Entwicklung hat. Aber auch er muss dazulernen und sich weiterentwickeln." Jens Härtel weiß das.

Die Mannschaft macht alles andere als den Eindruck, führungslos zu sein. Der Trainer kann seine Spieler noch motivieren. Er hat bewiesen, dass er zu entscheidenden Umstellungen bereit ist – zum Beispiel mit dem frühen Torwartwechsel von Jasmin Fejzic zu Alexander Brunst. Er spürt noch die Rückendeckung der Verantwortlichen. Und das sollte auch so bleiben.



FCM-Trainer Jens Härtel: AKRIBIE

Trainerdiskussionen sind an der Tagesordnung im Fußballgeschäft. Aber warum sollte ein Verein nicht auch mal anders handeln als die breite Masse in diesem Geschäft, das oft stinkt?

Um das nicht falsch zu verstehen: Über Taktik oder Aufstellung sollte, ja muss diskutiert werden – allerdings sachlich. Die Schwächen – zum Beispiel die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive – müssen analysiert und im Winter vielleicht in Form von Zugängen ausgemerzt werden. Bis dahin haben die etablierten Akteure jedoch Zeit, sich zu beweisen.
3.) Zusammenstehen

Die gute Nachricht: Aktuell belegt der FCM den ersten Nichtabstiegsplatz. So gesehen: Soll erfüllt. Trotzdem herrscht Unzufriedenheit. Weil eben mehr drin gewesen wäre bislang. Weil dieser eine Sieg so unbefriedigend ist. Was bei aller, ob berechtigter oder übertriebener, Kritik jedoch nicht verloren gehen darf, ist der Zusammenhalt. Denn das war die große Stärke des FCM in den vergangenen Jahren.

Die Fans sollten weiterhin beweisen, dass sie auch in schweren Zeiten zu ihrem Verein stehen. Das darf nicht in blindes Vertrauen aufgrund vergangener Erfolge ausarten. Doch die Talfahrt darf die Fans nicht spalten. Die Verantwortlichen, das Trainerteam und die Spieler haben schließlich bewiesen, dass sie wissen, was es bedeutet, für den FCM zu spielen – und als Einheit mit den Fans werden sie den Klub auch wieder zum Erfolg führen. Im besten Fall bereits am Sonnabend im Auswärtsspiel gegen Darmstadt.




zum Tippspiel
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 01.11.2018, 09:32 von Wadenbeisser.