Komplettes Thema anzeigen 17.01.2019, 18:59
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Betreff: Re: Nach dem Ableben von Hannes S.


Toter FCM-Fan Staatsanwaltschaft zum Fall Hannes: "Eltern steht der Rechtsweg offen"
Zitat:
Die Eltern des verstorbenen FCM-Fans Hannes streben mit einer Petition die Wiederaufnahme der Ermittlungen an. Tausende Menschen haben bereits unterschrieben. Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg erklärt nun: Auch ohne Petition steht den Eltern der Rechtsweg offen.

Hannes Schindler stürzte im Oktober 2016 aus einem Zug und erlag später seinen Verletzungen. Bildrechte: MDR/Heike Bade

Es ist so etwas wie der letzte Strohhalm, an den sich Silke und Horst Schindler klammern. Mit einer groß angelegten Petition streben sie eine Wiederaufnahme der Ermittlungen im Fall Hannes an. Am Donnerstagnachmittag hatten bereits mehr als 6.000 Menschen unterschrieben.

Hannes, ihr damals 25 Jahre alter Sohn, ein Fußball-Fan des 1. FC Magdeburg, war im Oktober 2016 nach einer Auseinandersetzung mit Fans des Halleschen FC aus einem fahrenden Zug gestürzt und kurz darauf seinen Verletzungen erlegen. Die Ermittlungen waren ein halbes Jahr später eingestellt worden. Für die Eltern des Verstorbenen gibt es jedoch viele Ungereimheiten.

Nun spricht Klaus Tewes, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg, über ...
... den aktuellen Stand im Fall Hannes:

"Momentan sind die Ermittlungen eingestellt. Eine Beschwerde der Eltern gegen die Einstellung haben wir kürzlich, mit Bescheid vom 10. Januar, abgewiesen, weil wir der Auffassung sind, dass die Einstellung der Ermittlungen zu Recht erfolgte."
... die gestartete Online-Petition:

"Den Eltern steht der Rechtsweg offen. Es bedarf gar keiner Online-Petition. Sie haben das Recht, ein unabhängiges Gericht in dem Fall einzuschalten und ein Klageerzwingungsverfahren anzustreben. Das guckt uns dann nochmal auf die Finger und befindet darüber, ob die Einstellung tatsächlich gerichtlich rechtmäßig ist oder nicht. Ansonsten bedeutet die Einstellung des Verfahrens nicht, dass das Ermittlungsverfahren für alle Zeiten beendet wäre. Falls sich neue Tatsachen oder Beweismittel ergeben, sind wir verpflichtet, die Ermittlungen von Amtswegen wieder aufzunehmen."

Nachträgliche Anmerkung des Autors:
Zitat:
„Der Tod des eigenen Kindes ist immer das Schlimmste,
was den Eltern passieren kann.
Deswegen ist das, was die Eltern jetzt probieren, durchaus nachvollziehbar.“

Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

... die bisherigen Ermittlungsergebnisse:

"Die Staatsanwaltschaft Magdeburg ist zu dem Schluss gekommen, dass kein hinreichender Tatverdacht gegen bestimmbare Personen besteht. Es kann nicht ausgeschlossen werden und liegt sogar ganz nah, dass Hannes diesen Zug verlassen hat und aus diesem Zug gesprungen oder gefallen ist ohne Einwirkung Dritter. Möglicherweise aus Angst vor Repressalien, die da durch die Fußballfans drohten, aber eben aufgrund freiwilliger, autonomer Motive. Dafür spricht, dass DNA-Spuren von ihm selbst an dem Entriegelungshebel der Türöffnung gefunden worden sind und dass es auch Zeugenangaben von Personen gibt, die sich in dem Abteil aufgehalten haben, die zumindest vom Hörensagen das Erstaunen der anderen Personen wahrgenommen haben, dass er aus dem Zug gesprungen ist.

Bei den Ermittlungen wurde nach Aussage des Eisenbahn-Bundesamtes auch festgestellt, dass es nach Betätigung des Entriegelungshebels der Eisenbahntür durchaus leicht ist, dass sich diese Tür um 43 Zentimeter öffnet und dass man dann natürlich herausfallen kann. Zumal der Zug auch noch nicht so schnell gewesen ist. Möglicherweise hat Hannes damit gerechnet, dass er den Zug unbeschadet verlassen kann."
... die Beweggründe der Eltern von Hannes:

"Der Tod des eigenen Kindes ist immer das Schlimmste, was den Eltern passieren kann. Deswegen ist das, was die Eltern jetzt probieren durchaus nachvollziehbar. Wir haben ja selbst danach gesucht, ob jemand Drittes am Tod von Hannes beteiligt ist und sind eben zu dem Schluss gekommen, dass es nicht der Fall ist."



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