Komplettes Thema anzeigen 17.03.2020, 07:37
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Betreff: Re: Corona - Der Sport ist infiziert - mit und ohne FCM bezug ...




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FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik hofft auf eine Fortsetzung der Drittligasaison im Mai. Wegen des Corona-Virus ist aber noch völlig ungewiss, wie die Situation bis dahin ist. Foto: Christian Schroedter

Die 3. Liga hat den Spielbetrieb wegen der Corona-Krise vorerst bis 30. April ausgesetzt. Der FCM nimmt Spieler aus Trainingsbetrieb.
Von Manuel Holscher ›

Magdeburg l Die Konferenz der Vertreter der Drittligavereine mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) war gestern Nachmittag kein klassisches Treffen. Wegen der Corona-Krise entschieden sich die Verantwortlichen nämlich für eine Video-Konferenz, um Reisen und große Menschenansammlungen zu meiden.

Aus seinem Büro in der Geschäftsstelle an der MDCC-Arena zugeschaltet war auch Mario Kallnik, Geschäftsführer des 1. FC Magdeburg. Nach rund drei Stunden stand die Entscheidung gegen 18.30 Uhr fest, die 3. Liga pausiert vorerst bis zum 30.April. „An erster Stelle steht immer die Gesundheit. Wir beobachten jetzt, wie sich die Situation in den kommenden Wochen entwickelt und hoffen bis Ende April auf eine Verbesserung“, sagt Kallnik. Und: „Da in einigen Städten und Bundesländern bis Mitte, Ende April nicht gespielt werden darf, hoffen wir durch diese Entscheidung auf ein Gleichheitsprinzip.“
Neun Pflichtspiele müssen verlegt werden

Klar ist: Der FCM wird die kommenden neun Pflichtspiele, inklusive der Landespokalpartie bei Germania Halberstadt, verlegen müssen. Regulär stehen somit momentan nur noch die drei Mai-Spiele gegen Großaspach (2. Mai), in Ingolstadt (9. Mai) und gegen Münster (16. Mai) auf dem Programm.

Für Kallnik steht aber fest, dass es eine zeitliche Grenze für diese Nachholspiele gibt. „Bis zum 30. Juni sollte die Saison abgeschlossen sein, weil dann die Verträge von vielen Spielern enden“, betont er. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es danach unter gleichen Bedingungen weitergehen würde.“

Am Montag gab der FCM unterdessen bekannt, dass der Trainingsbetrieb beim Club wegen des Corona-Virus vorerst eingestellt wird. „Es ist nicht vertretbar, dass die Spieler in der Kabine eng nebeneinander sitzen“, sagt Kallnik. „Wir haben sie deshalb erst mal aus dem Trainingsbetrieb herausgenommen, ihnen aber ein spezielles, individuelles Programm an die Hand gegeben, das sie zu Hause absolvieren sollen.“

Die momentane Pause hat allerdings auch einige Nachteile – vor allem wirtschaftlich. Die Vereine könnten beispielsweise nicht auf Maßnahmen der Bundesregierung eingehen. „Damit spreche ich bewusst das Thema Kurzarbeit an“, erklärt Kallnik. „Die Aussetzung suggeriert jetzt allen, dass es weitergeht. Die Spieler müssen sich fit halten, alle Mitarbeiter sind bei der Arbeit. Bei einem frühzeitigen Saisonabbruch wäre das anders. Dann hätten wir alle Mitarbeiter, auch die Spieler, unter bestimmten Voraussetzungen in Kurzarbeit schicken können.“
FCM droht Verlust im siebenstelligen Bereich

Wegen der Corona-Krise rechnet der FCM im schlimmsten Fall mit einem Verlust im siebenstelligen Bereich. Vor allem fehlende Ticketeinnahmen seien problematisch. Dieser drohende Verlust würde durch das Eigenkapital (momentan 3,3 Millionen Euro) des Clubs aber zumindest sicher aufgefangen. „Es zeigt sich, dass unsere Vereins-Philosophie der vergangenen Jahre richtig war, um selbst auf solch spezielle Situationen reagieren zu können“, betont FCM-Präsident Peter Fechner.

Denn im Gegensatz zum FCM könnten Drittligisten wie der Chemnitzer FC, der FSV Zwickau oder auch Eintracht Braunschweig existenzbedrohende Probleme bekommen. Alle drei Vereine klagten nämlich bereits in der Vergangenheit über finanzielle Sorgen.


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3. Liga setzt Saison bis 30. April aus

3. Liga setzt Saison bis 30. April aus

Die 3. Liga unterbricht ihren Spielbetrieb zunächst bis 30. April. Darauf hat sich die Spielleitung der 3. Liga mit dem Ausschuss 3. Liga und den Vertretern der 20 Drittligisten im Rahmen einer außerordentlichen Managertagung am heutigen Montag verständigt. Der festgelegte Zeitraum orientiert sich an den aktuell vorliegenden behördlichen Anordnungen. Betroffen sind die Spieltage 30 bis 35, sollte die behördliche Verfügungslage nicht doch eine frühere Austragung zulassen.

Die Sitzung wurde per Videokonferenz durchgeführt, alle Teilnehmer aus den Klubs der 3. Liga waren von ihren heimischen Standorten zugeschaltet. Vom DFB waren neben dem zuständigen Vizepräsidenten Peter Frymuth unter anderem Generalsekretär Friedrich Curtius, Schatzmeister Stephan Osnabrügge sowie als medizinischer Experte Nationalmannschaftsarzt Prof. Dr. med. Tim Meyer vertreten.

Der Entscheidung, die Saison weiter auszusetzen, waren intensive Diskussionen unter den Drittligisten zum grundsätzlichen Vorgehen in der Corona-Krise vorausgegangen. Ziel der Drittligisten bleibt es, die Saison unter Ausnutzung aller terminlichen Möglichkeiten fortzusetzen und sportlich zu Ende zu spielen – sofern dies aus gesundheitlicher und behördlicher Sicht vertretbar ist.

Wie es über den 30. April hinaus in der 3. Liga weitergeht, dazu soll auch die morgige Sitzung der Europäischen Fußball-Union UEFA mit ihren Ergebnissen weitere Hinweise liefern. Mit Blick auf die sich ständig ändernde Faktenlage wird sich der DFB mit dem Ausschuss 3. Liga und den Klubs in den nächsten Wochen weiterhin eng abstimmen und alle denkbaren Szenarien für die aktuelle Saison einer genauen Prüfung unterziehen.

Peter Frymuth, als DFB-Vizepräsident Spielbetrieb und Fußballentwicklung zuständig für die 3. Liga, sagt: „An erster Stelle stehen Gesundheit und Solidarität. Zur effektiven Bekämpfung des Coronavirus‘ und Bewältigung der Krise haben wir alle unseren Beitrag zu leisten und die zuständigen Behörden bestmöglich zu unterstützen. Auf uns warten gewaltige Herausforderungen – in der Gesellschaft, im organisierten Sport, in der 3. Liga. Dessen sind wir uns bewusst. Auch während der Sitzung haben uns die aktuellen Ereignisse im Land mit neuen Verfügungen immer wieder überholt. Für die 3. Liga ist die heutige Entscheidung ein nächster Schritt, um auf die weiteren Entwicklungen reagieren zu können.“

Tom Eilers, Vorsitzender des Ausschusses 3. Liga, erklärt: „Die Tragweite der aktuellen Krise ist immer noch nicht in vollem Ausmaß abzusehen. Unter Abwägung aller Aspekte und Interessen sind Verantwortung und Vernunft für uns die obersten Gebote. Vor diesem Hintergrund begrüßt der Ausschuss die heutige Entscheidung, die in Absprache mit den Klubs getroffen worden ist. Wir brauchen untereinander die größtmögliche Solidarität. Wir müssen uns intensiv mit der Aufgabe auseinandersetzen, wie der gesamte deutsche Profifußball und seine Vereine die Corona-Krise bewältigen können.“

Weitere Informationen morgen via FCM-App und auf FCM.tv sowie auf www.dfb.de.