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Betreff: Re: Corona - Der Sport ist infiziert - mit und ohne FCM bezug ...


Nachtrag

Fußball
FCM-Präsident Fechner fühlt mit Fans
11.04.2020

Zitat:

Foto: Eroll Popova
FCM-Präsident Peter Fechner findet es bedenklich, dass im Zuge der Corona-Krise möglicherweise auch in der 3. Liga, wie hier in der MDCC-Arena, die Stadiontore verschlossen bleiben und Geisterspiele stattfinden sollen.

Für Peter Fechner sind Geisterspiele eine bittere Vorstellung. Der FCM-Präsident findet, dass die Fans gerade zu wenig gehört werden.
Von Manuel Holscher ›

Magdeburg l Peter Fechner wird emotional, wenn er über die Fans des 1. FC Magdeburg spricht. Der FCM-Präsident ist in diesen Tagen ganz besonders begeistert vom Engagement der Anhänger. Am vergangenen Sonntag rief die aktive Fanszene sowie der Fanrat nämlich eine Spendenaktion ins Leben. In Anlehnung an den Europapokalsieg des FCM am 8. Mai 1974 in Rotterdam werden Tickets in drei Kategorien für eine fiktive Reise ins damalige Finalstadion De Kuip verkauft. Mittlerweile wurden bereits mehr als 3200 „Reisen“ gebucht.

Die Einnahmen sollen dem eingetragenen Verein, sprich der Basis, zugute kommen. Die Profimannschaft ist durch das weitsichtige Wirtschaften der vergangenen Jahr finanziell noch recht gut aufgestellt. „Das zeigt, dass unsere Fans enorm kreativ sind und uns toll unterstützen“, schwärmt der Präsident. Und: „Es geht bei dieser Aktion um den Zusammenhalt, der uns so oft ausgezeichnet hat.“

In der Corona-Krise wird einmal mehr deutlich, dass Fußballfans durchaus einiges bewirken können. Ob in Leipzig, Duisburg oder eben in Magdeburg – die Anhänger helfen ihren Vereinen so gut es geht. „Diese Unterstützung ist ein klares Signal, wie wichtig die Fans im Fußball sind“, betont Fechner.
Geisterspiele ein Dorn im Auge

Und nach dem Geschmack des FCM-Präsidenten wird der Einsatz der treuen Anhänger von vielen Verantwortlichen vor allem der Deutschen Fußball Liga (DFL), aber auch des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), zu wenig geschätzt. „Die Fans werden vergessen, wenn darüber diskutiert wird, wie es jetzt weitergeht“, ärgert sich Fechner. Besonders die geplanten Geisterspiele sind dem 65-Jährigen ein Dorn im Auge: „Es geht oft nur ums Geld, um zu viel Kommerz. Ich würde mir wünschen, dass die Fans mehr einbezogen werden.“

Gerade in der 3. Liga wehren sich momentan neben dem FCM viele Vereine wie der Hallesche FC und der FSV Zwickau gegen Spiele ohne Zuschauer. Kein Wunder: Die Fans spielen in der 3. Liga eine weitaus wichtigere Rolle als in den Bundesligen. Die Zuschauerzahlen machen schließlich einen erheblichen Anteil des Etats aus, während sich die beiden Top-Ligen vor allem über die TV-Gelder finanzieren. „Im Fußball darf man das Geld natürlich nie ganz außer Acht lassen. Es geht aber doch auch um die Gemeinschaft und darum, wie man jetzt damit umgeht, dass möglicherweise sehr lange Spiele ohne Zuschauer stattfinden könnten“, betont Fechner.
Fechner kritisiert Sonderrechte

Die Bundesligen hingegen verzichten meistens darauf, die Meinungen und Sorgen der Fans einzubeziehen. Im Gegenteil: Geisterspiele werden von der Mehrheit der DFL-Mitglieder akzeptiert, um sich das TV-Geld zu sichern. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert sprach kürzlich davon, dass die Bundesliga ein Produkt sei und dass das allen bewusst sein müsse. Eine Aussage, die für viele Fans ein verbaler Schlag ins Gesicht war. „Außerdem haben die meisten Fußballvereine Ausnahmegenehmigungen beantragt, damit trainiert werden kann“, sagt Fechner. „Vielen Verantwortlichen würde es aber guttun, wenn sie sich nicht über die Gesellschaft stellen, wenn sie auf Sonderrechte verzichten würden.“ Denn durch solche Aktionen würde sich gerade der Bundesliga-Fußball von der Basis entfernen.

„Die vergangenen Jahre haben doch gezeigt, dass die beiden Top-Ligen viel zu sehr vom Geld geprägt sind. Ich hoffe durch die Corona-Krise auf ein Umdenken, denn momentan leidet an vielen Standorten die Identifikation mit Fans und Zuschauern“, sagt Fechner.
FCM würdigt Engagement der Fanszene

Vielen Drittligavereinen wird hingegen gerade vor Augen geführt, wie wichtig eine aktive Fanszene sein kann. „Durch die genannten Aktionen versuchen die Anhänger alles in Bewegung zu setzen, um den Vereinen wirtschaftlich zu helfen“, lobt Fechner. „Dieses Engagement wird beim FCM gewürdigt, es sollte aber auch in den Top-Ligen mehr Anerkennung finden.“


FCM-Präsident Fechner hofft auf "Umdenken" in der Krise
Max Handwerk 12. April 2020 um 08:21 Uhr


Zitat:

© imago images / Christian Schroedter
In der 3. Liga können sich viele Vereine gerade über jede Menge Unterstützung ihrer Anhänger freuen. Auch beim 1. FC Magdeburg sorgen die Fans für Freude – und sollten bei den Gedanken um die Fortführung des Spielbetriebs mehr einbezogen werden, findet FCM-Präsident Peter Fechner.
Fans sollen mehr einbezogen werden

Wie geht es in der 3. Liga weiter? Wird die Saison abgebrochen? Finden Spiele ohne Zuschauer statt? Viel wird aktuell diskutiert – auch und vor allem, weil es in den Profiligen des deutschen Fußballs um jede Menge Geld geht. Zu oft wird dieses Thema aber in den Vordergrund gerückt, findet FCM-Präsident Peter Fechner: "Es geht oft nur ums Geld, um zu viel Kommerz. Ich würde mir wünschen, dass die Fans mehr einbezogen werden", so Fechner gegenüber der "Volksstimme": "Die Fans werden vergessen, wenn darüber diskutiert wird, wie es jetzt weitergeht."

Dabei würden gerade die vielen Fan-Aktionen, die in der 3. Liga aktuell stattfinden, einen großen Zusammenhalt demonstrieren. Beim FCM etwa wurden fiktive Reisen nach Rotterdam angeboten – und trafen auf viel Zuspruch: "Das zeigt, dass unsere Fans enorm kreativ sind und uns toll unterstützen. Diese Unterstützung ist ein klares Signal, wie wichtig die Fans im Fußball sind", so Fechner.
"Identifikation leidet"

Man dürfe das Geld zwar nie ganz außer Acht lassen, es ginge "aber doch auch um die Gemeinschaft und darum, wie man jetzt damit umgeht, dass möglicherweise sehr lange Spiele ohne Zuschauer stattfinden könnten", findet der FCM-Präsident. Überhaupt wirkt die aktuelle Diskussion um die Wiederaufnahme schwierig – gerade in den zwei oberen Ligen: "Außerdem haben die meisten Fußballvereine Ausnahmegenehmigungen beantragt, damit trainiert werden kann. Vielen Verantwortlichen würde es aber guttun, wenn sie sich nicht über die Gesellschaft stellen, wenn sie auf Sonderrechte verzichten würden", so Fechner. Der Präsident hoffe durch die Krise auf ein "Umdenken": "Denn momentan leidet an vielen Standorten die Identifikation mit Fans und Zuschauern."