Komplettes Thema anzeigen 19.11.2015, 12:02
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Betreff: Re: Fußball Nationalmannschaft

Anschlagsplan: Fünf Attentäter - vier Sprengsätze


Zitat:
Die Frage, ob die Absage des Länderspiels in Hannover am Dienstagabend gerechtfertigt war, scheint beantwortet. Nach NDR Informationen gab es sehr konkrete Anschlagspläne
auf das Spiel im Stadion von Hannover sowie auf einen Bahnhof in der Stadt. Offenbar sollten fünf Attentäter vier Sprengsätze im Stadion platzieren. Einer der Terroristen sollte den Anschlag filmen.
Die Sprengsätze sollten in einem Fahrzeug "mit Zugangsberechtigung" - wie zum Beispiel einem Krankenwagen - in die Arena gebracht werden. Gegen Mitternacht sollte darüber hinaus ein Anschlag
auf einen Bahnhof in Hannover erfolgen. Davon erlangte das Bundesinnenministerium Kenntnis und riet anschließend zur sofortigen Absage des Spiels.
Grundlage ist nach NDR Informationen ein Geheimbericht des Verfassungsschutzes, der auf Informationen eines ausländischen Geheimdienstes basiert.
Es wurden in Hannover jedoch keine Sprengsätze sichergestellt, so die Behörden.

Diffuser Hinweis und ein Anruf

Am Montagabend habe es laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zunächst einen "diffusen Hinweis" gegeben, nach dem die Behörden
das Spiel eigentlich noch stattfinden lassen wollten. "Im Laufe des Tages haben sich die Hinweise aber verdichtet." Der Hinweis, der zur Absage geführt habe, sei von einem ausländischen Partner gekommen
und habe sich auf eine bestimmte Anschlagsart und -weise rund um das Spiel bezogen. Bei einer Pressekonferenz der Polizei schilderte Einsatzleiter Thomas Rochell am Mittwoch die Situation am Dienstag.
Ein neunsekündiger Anruf aus dem Innenministerium sei am Abend eingegangen. "Sofort absagen!", hieß es demnach. Bereits zuvor waren nach Polizeiangaben über 2.000 Einsatzkräfte vor Ort -
darunter auch viele Mitglieder von Spezialeinheiten. Es habe mehrere Hundert Einzelkontrollen rund um das Stadion gegeben. Zwar sei eine Reihe von Hinweisen eingegangen und auch eine Reihe von
Gegenständen überprüft worden. Doch "in keinem Fall wurden gefährdende Dinge festgestellt", sagte Rochell. Auch Festnahmen habe es nicht gegeben. Eine Anzeige gegen Unbekannt
wegen der Vorbereitung einer Sprengstoffexplosion sei gestellt. Die Staatsanwaltschaft prüfe diese jetzt.

Weil und Pistorius verteidigen Absage

Vonseiten der Polizei wurde noch einmal hervorgehoben, dass sich die Anschlagswarnung ausschließlich auf den Dienstagabend und ausschließlich auf das Länderspiel bezogen habe.
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Innenminister Boris Pistorius (beide SPD) hatten die Spielabsage bereits zuvor verteidigt. Der Schutz von Menschenleben habe Vorrang,
so Weil. Die Behörden hätten richtig gehandelt. Innenminister Pistorius dankte den Menschen, die auf die Absage mit großer Gelassenheit reagiert hätten. Er machte allerdings auch am Mittwoch keinerlei
Angaben dazu, woher die Terrorhinweise kamen und welcher Art sie waren. Man könne zu den Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden keine näheren Informationen herausgeben, weil sonst die Quellen versiegen könnten,
sagte er. Nur so viel könne man sagen: Es seien Quellen der Bundesbehörden, nicht der niedersächsischen Landesbehörden.

Land will Islamisten stärker ins Visier nehmen

Nach dem Terroralarm wollen die niedersächsischen Sicherheitsbehörden die als gefährlich eingestuften Islamisten im Land stärker ins Visier nehmen. Sogenannte Gefährder würden verstärkt
in den Blick genommen, sagte Pistorius weiter. Bereits am Dienstagabend, nach der Evakuierung des Stadions in Hannover, war ein Spezialeinsatzkommando nach Hildesheim geschickt worden.
"Dabei ging es um eine Überprüfung einer uns bekannten Gefährdergruppe, das hatte keinen unmittelbaren Bezug zu den Vorgängen in Hannover", so der Innenminister.

DFB kündigt Entschädigung für Ticket-Käufer an

Inzwischen steht fest, dass die Besucher, die eine Karte für das Länderspiel gekauft hatten, mit einer Entschädigung rechnen können. Alle Ticketkäufer hätten selbstverständlich das Recht
auf eine Erstattung ihrer Tickets, erklärte Fußball-Bundesligist Hannover 96. Der genaue Ablauf werde derzeit vom Veranstalter DFB geplant, hieß es weiter.



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