Komplettes Thema anzeigen 26.01.2016, 11:41
Dabei seit: 17.09.2015
Wohnort: zu Hause/nicht mehr in Block7


Betreff: Re: Nur die Stadt Magdeburg
Zitat von armageddon:
Treffen mit OB

Aus des SKL-Hotels trifft Mitarbeiter hart




Manuela Bluhm (von links), Heiderose Pries und Sandra Karkosch
sind Mitarbeiterinnen des SKL-Hotels.
Foto: Marco Papritz

Zitat:
OB Trümper hat sich mit Mitarbeitern des SKL-Hotels in Magdeburg getroffen, die wegen der Flüchlingsunterbringung ihre Arbeit verlieren.
Von Marco Papritz ›
und Rainer Schweingel ›

Magdeburg l Es sei eine Mischung aus Enttäuschung und Wut, die sie empfinden. „Aber nicht gegen unseren Chef oder die Stadt ...“,
betont Manuela Bluhm. Mit ihren Kolleginnen Sandra Karkosch und Heiderose Pries sowie Hotelbetreiber Jörg-E. Pries „bilden wir ein tolles,
fast familiäres Team, das sich um die Rezeption, das Frühstück, die Zimmer und die Wäsche im Hotel kümmert.“ Wie die Volksstimme berichtete,
steht das SKL-Hotel vor dem Aus: Der Pachtvertrag des Betreibers ist von der für das Objekt zuständigen Immobiliengesellschaft gekündigt,
der Stadt das Objekt (88 Betten in 30 Appartements) samt Wohnungen im Nebengebäude (24 Wohnungen, 5 sind noch bewohnt) für die Unterbringung
von Asylsuchenden angeboten worden.

Die Stadt schlug zu und den drei Mitarbeiterinnen des Hotels bei einer Einwohnerversammlung im Salbker Turmpark in der Vorwoche ein gemeinsames Gespräch vor.
Mit Oberbürgermeister Lutz Trümper (parteilos) habe man sich nun am Montag ausgetauscht, so Manuela Bluhm, seit 2003 im Hotel beschäftigt:
„Das plötzliche Ende für das Hotel, das gut läuft und auch viele Dauergäste hat, trifft uns hart. Wir haben unsere Situation geschildert,
der Oberbürgermeister war sehr mitfühlend. Die Stadt hat uns Unterstützung zugesagt. Von dem Gespräch hat man sich aber wohl etwas zu viel erhofft“, sagt sie.
Ende Februar wird ihre Kündigung wirksam. Die Frage, wie es dann weitergeht, ist unbeantwortet.

Bereits Ende November muss Heiderose Pries gehen. Im Juli stieß sie zum Team. „Als ungelernte Langzeitarbeitslose habe ich hier die einmalige Chance erhalten,
einer Arbeit nachgehen zu können, wofür ich meinem Chef sehr dankbar bin“, so die vierfache Mutter. Nun treiben sie Existenzängste um. Der Stadt könne man keinen Vorwurf machen,
sagen die Frauen: „Was in Zukunft besser laufen sollte, ist die Überprüfung der Objekte, die ihr angeboten werden, und die Konsequenzen, die die Anmietungen mit sich bringen.“
Derzeit sei das Hotel noch gut belegt. Ein Teil ist zudem bereits von Asylsuchenden bezogen worden.

Bei den fünf Mietern, die im benachbarten Wohnblock wohnen, herrscht Ratlosigkeit. „Wir wohnen seit Jahren hier und wissen nicht, was der Vermieter mit den Wohnungen vor hat“,
heißt es gegenüber der Volksstimme. Eine entsprechende Anfrage sei bislang vom Vermieter unbeantwortet geblieben. Und: „Wir hätten gern Gewissheit.“ Sorgen bestünden darin,
wie sich das Zusammenleben mit den neuen Bewohnern künftig gestaltet. Ab Februar sollen bis zu 150 Geflüchtete die Wohnungen beziehen, hieß es im Stadtrat. Lutz Trümper betonte
kürzlich in Salbke, die vermieteten Wohnungen nicht antasten zu wollen.

Zweifel am Zustand der Wohnungen

Unmut macht sich auch bei den Nachbarn des SKL-Gebäudekomplexes breit. Dort haben mehrere Mieter vor Jahren ihre Wohnung gekauft und nun keinerlei Informationen
über die neue Nutzung des Hotels und der Wohnungen erhalten. Zu ihnen gehört auch Andreas Böhm, der sich wundert: „Die Blöcke sind in den Wendejahren entstanden.
Da ist sehr viel gepfuscht worden. Das haben wir selbst in unseren eigenen Wohnungen erfahren. Wir mussten beispielsweise das komplette Leitungssystem erneuern.
Und nun soll der Wohnblock plötzlich genutzt werden.“

Die Wohnungen seien größtenteils nicht in zumutbarem Zustand. Böhm: „Wenn dort jetzt die Leitungen plötzlich nach 20 Jahren auf Volllast gefahren werden, würde es mich nicht wundern,
wenn die Rohre platzen“, sagt er und fährt fort: „Ich erkenne ja die Notsituation der Stadt an. Aber hier sieht es so aus, als wolle jemand die schnelle Mark machen“, sagt er weiter.
Das sei auch nicht gut für die Flüchtlinge, die ein angemessenes Zuhause verdient hätten. Zudem solle es von den Flüchtlingen erste Beschwerden über die Zustände in den Wohnungen geben.
Die Stadt bestätigte das nicht. Sozialbeigeordnete Simone Borris sagt: „Die Wohnungen sind noch nicht von Flüchtlingen bezogen und werden vor dem Einzug noch hergerichtet und bewohnbar gemacht.
“ Flüchtlinge seien bisher nur in das ehemalige SKL-Hotel eingezogen. Von dort seien keine Beschwerden bekannt, habe eine Rückfrage bei den Betreuern vor Ort ergeben, so Borris.
Fragen der Volksstimme an die zuständige Immobiliengesellschaft blieben bis zum Abend unbeantwortet.

Zu einer Einwohnerversammlung zur geplanten Flüchtlingsunterkunft lädt Lutz Trümper am morgigen Donnerstag um 17 Uhr ein.
In der Sankt-Gertraud-Kirche, Alt Salbke 80, wird das Vorhaben zur Unterbringung von etwa 150 Flüchtlingen vorgestellt.


Zitat von Magdeburg56:
Heute sind nun zwei Busse bei uns in der Agnetenstr. angekommen. Diesmal auch mit Frauen und Kindern



Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 26.01.2016, 12:38 von Wadenbeisser.