Komplettes Thema anzeigen 24.03.2016, 16:20
Dabei seit: 17.09.2015
Wohnort: zu Hause/nicht mehr in Block7


Betreff: Re: Nur die Stadt Magdeburg
Oh mein Gott

und ewtl. wieder 2 Denkmäler weniger



Zustand kritisch
Schlechte Botschaften aus der Hyparschale
Zitat:

Die Magdeburger Hyparschale gibt weiter Grund zur Sorge. Der Zustand des Baus ist schlechter, als zunächst ermittelt.
Von Katja Tessnow ›

Magdeburg l Ein Schriftstück, das am Dienstag die Beigeordnetenrunde beim Oberbürgermeister durchlief, birgt noch schlechtere Nachrichten über den aktuellen Zustand der Hyparschale als bisher bekannt. Der Leiter des kommunalen Gebäudemanagements (KGM), Heinz Ulrich, bezieht Stellung zum jüngsten CDU-Antrag auf Sicherung und Erhalt des Baudenkmals auf der Rotehorninsel.

Auch die Fraktion der Linken hatte sich Ende 2015 im Stadtrat für die umgehende Sicherung des Gebäudes eingesetzt, erhielt aber dafür eine Abfuhr vom Oberbürgermeister. Lutz Trümper stellte klar, ohne eine sichere Nachnutzung kein Geld ins Objekt investieren zu wollen. Inzwischen ist es auf Antrag der SPD erneut zum Verkauf ausgeschrieben. Ein Magdeburger Immobilienbüro ist interessiert und plant den Einbau von Bürowürfeln sowie einen öffentlichen Café-Betrieb.

Das an der Hyparschale interessierte Unternehmen, so berichtet Ulrich, hat zu Jahresbeginn eine „Zustandskontrolle“ veranlasst. Dabei kam das gleiche Ingenieurbüro zum Zuge, das bereits anno 2014 im gutachterlichen Auftrag der Stadt den Aufwand allein für die Sanierung der Tragkonstruktion auf vier Millionen Euro schätzte. Erwartungsgemäß förderte die neue Untersuchung fast zwei Jahre später weitere Schäden zutage, so dass sich die Kosten aus Sicht der Gutachter nunmehr auf rund 4,2 Millionen Euro belaufen. Die Ingenieure legten dringend den Einbau eines Stützturms nahe, um weitere Schädigungen an Schalenkonstruktion, Randträgern, Fassaden- und Schrägstützen aufzuhalten. Den Bau des Turms habe das KGM umgehend beauftragt, so Ulrich. Er sei „in Realisierung“.
Sicherheitsdienst

Auf ein weiteres Problem verweist der KGM-Chef: den Vandalismus. Er habe trotz Umzäunung und Hinweisschilder nicht gestoppt werden können. Künftig werde ein Sicherheitsdienst die Halle bewachen.

Seit fast 20 Jahren ist die Hyparschale wegen Baufälligkeit gesperrt. Seit anderthalb Jahrzehnten sucht die Stadt einen Käufer. Schon fünf Ausschreibungen liefen ins Leere. Die Prüfung der Anregung der CDU, für den Fall der weiteren Unverkäuflichkeit der Halle eine kommunale Nachnutzung zu prüfen, lehnt Ulrich mit Verweis auf die laufende sechste Ausschreibung ab.

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Danke Raffke DB vogel

Zitat:

Die Kanonenbahnbrücke über die Alte Elbe in Magdeburg ist fast 170 Jahre alt. Und sie soll fallen.
Von Katja Tessnow ›

Magdeburg l In den Hochwasserschutz-debatten nach der Flut 2013 ist die Kanonenbahnbrücke schon zur Sprache gekommen – und ihr Abriss. Im Stadtrat sah es am Donnerstag zunächst nach einem Votum pro Erhalt aus. Es kam anders.

Anlass der neuen Brückendebatte war die Fortschreibung des Rahmenplans zur Entwicklung der Rotehorninsel. Bereits zuvor hatte der Stadtrat grünes Licht für den Hotelneubau am Standort Haus der Athleten gegeben, obwohl der Landesbetrieb für Hochwasserschutz rechtliche Bedenken gegen den Bau im Überflutungsgebiet anmeldet. Eine Ratsmehrheit wischte sie Seite an Seite mit der Verwaltung vom Tisch, weil sie sich den dauerhaften Bestand der flutgeschädigten Hotelruine im Park nicht vorstellen mag. Der Neubau soll flutsicher und mit durchfließbarer Tiefgarage errichtet werden.

Ein flutsicheres Bauwerk ließe sich zweifelsfrei, aber bei unklaren Kosten, auch aus der jahrhundertalten Kanonenbahnbrücke machen. Der Bauausschuss und die Fraktion der Grünen forderten, dass dem Brückendenkmal im Stadtpark-Entwicklungsplan Beachtung geschenkt wird. Die Verwaltung erwähnte es in dem Papier erst gar nicht. Bewusst, wie der Baubeigeordnete klarstellte. „Das wäre unehrlich. Wir haben eine andere Zielstellung“, sagte Dieter Scheidemann. Am Ausgang der Debatte machte Oberbürgermeister Lutz Trümper unmissverständlich klar: „Wir suchen einen Weg, wie wir helfen können, die Brücke abzureißen.“
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Brücke trifft Brücke

Der Baubeigeordnete warf ein Schreckensszenario an die Wand – in Form eines Bildes vom Sommerhochwasser 2013. Beim Pegelstand von knapp 7,50 Meter schrammte die Flutwelle um Haaresbreite unter dem wackligen Aufbau der historischen Brücke durch. Nicht auszudenken, wenn die Fluten ihn ergriffen, heruntergerissen und gegen die Anna-Ebert-Brücke geschleudet hätten.

Für den Bauausschuss plädierte dessen Vorsitzender Falko Grube (SPD) zunächst für die Prüfung des Brückenerhalts. „Wir waren uns alle einig, dass es schön wäre, wenn sie stehen bleibt.“ Die Grünen können sich eine Nutzung für Radfahrer und Fußgänger vorstellen.

Trümper schüttelt den Kopf. Er will die Brücke nicht mal geschenkt. Eigentümer ist ein Verein, den die Elbchaussee GmbH gegründet hat. Die Investorengruppe kaufte den Elbbahnhof von der Bahn AG und entwickelte ihn zum florierenden Stadtviertel. Kaufbedingung war die Übernahme gleich dreier maroder Bahnbrücken: Hubbrücke, Kanonenbahnbrücke und ein weiterer Übergang am Winterhafen. Während die Hubbrücke mit Spendenhilfe begehbar wurde, dümpeln die anderen als Ruinen vor sich hin. Die Verwaltung lehnt die Übernahme ab. Trümper hält für „wirtschaftlich nicht vertretbar“, neben dem geplanten Brückenneubau und der Sanierung der Anna-Ebert-Brücke auch noch die Kanonenbahnbrücke aus Steuergeld zu ertüchtigen. Stadt und Verein betreiben den Abriss.

Für den Bauausschuss machte Grube eine Rolle rückwärts und zog den Antrag auf Prüfung des Brückenerhalts zurück. Die Grünen kassierten folgerichtig eine Abfuhr für ihre Forderung, den Radverkehr über die Kanonenbahnbrücke zu leiten.