MDFF - das Magdeburger Fussballforum



20.03.2017, 06:07
armageddon Abwesend
Administrator

Avatar

Beiträge: 4.117
Dabei seit: 16.09.2015
Wohnort: in der ⚽ Hauptstadt Magdeburg
Betreff: Re: Institution Block U

Ultras rufen zu Derby-Verzicht auf




20.03.2017

Zitat:



Vor der Partie des FCM gegen den SV Wehen Wiesbaden haben Ultras von Block U Flugblätter verteilt.
Von Manuel Holscher ›

Magdeburg l Unter dem Motto „Block U ruft auf: Fahrt nicht nach Halle!“ rufen die Ultras alle Clubfans dazu auf, die anstehende Landespokalpartie und das Ligaspiel
in Halle (genaue Termine noch offen) zu meiden. Kritisiert wird, dass bei vielen FCM-Anhängern nach dem tragischen Tod von Hannes im vergangenen Oktober viel
zu schnell der gewohnte Spieltagsablauf Einzug gehalten habe. Die Fans sollten öfter als zuvor innehalten: „Wir müssen uns fragen, wo wir stehen, was wir wollen und
dann, wenn es erforderlich ist, einen Schritt zurücktreten.“ In diesem Zusammenhang sollen die beiden Partien in Halle nicht besucht werden. „Von Personen und
Fanclubs, die sich zu Block U zählen und sich mit diesem identifizieren wollen, erwarten wir ein striktes Einhalten dieses Aufrufs. Andernfalls sind drastische Konsequenzen
für das Projekt Block U unvermeidbar“, steht auf dem Flugblatt.

Als Begründung für diesen Schritt führen die Verfasser unter anderem ein Treffen im Herbst 2016 von Vertretern der aktiven Fanszenen aus Magdeburg und Halle an.
Dort wurde vereinbart, jeweils auf Auswärtsbesuche zu verzichten. Halle habe dies umgesetzt, die FCM-Fans seien deshalb gefordert.

Mehr über den FCM finden Sie hier



20.03.2017, 08:10
Magdeburg56 Abwesend


Avatar

Beiträge: 2.166
Dabei seit: 16.09.2015
Wohnort: Block 7
Betreff: Re: Institution Block U
...für mich nicht nachzuvollziehen, werde natürlich fahren bei erwerb der Eintrittskarte für beide Spiele
Der letzte Absatz ist ja der Hammer
Zitat:

Von den Vereinsverantwortlichen des 1.FCM erwarten wir - zur Schärfung von Profil und Charakter des Vereins, welches auch ein erklärtes Ziel der Vereinsoberen ist - alle Kartenkontigente für die Gastspiele in Halle nicht anzunehmen und keine Karten zu verkaufen oder Werbung für diese Spiele zu betreiben

Das ist ja echt der Gipfel Oh mein Gott Von mir keine Spende mehr für Block U
Der Osten rockt die Liga 3 - und der Dete ist auch mit dabei!
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 20.03.2017, 09:19 von Magdeburg56.

21.03.2017, 10:34
Magdeburg56 Abwesend


Avatar

Beiträge: 2.166
Dabei seit: 16.09.2015
Wohnort: Block 7
Betreff: Re: Institution Block U
Nachdem ich noch alles durch den Kopf gehen lassen habe, komme ich zu keinen anderen Entschluss. Block U hat mit der Saalefront was vereinbart ohne vorher die anderen Fans mit einzubeziehen, dann sollen sie auch zu ihrer Absprache mit der Saalefront stehen.( wofür ich schon Verständnis habe ) Ich für meinen Teil fahre nach Halle um meine Mannschaft zu unterstützen!
Der Osten rockt die Liga 3 - und der Dete ist auch mit dabei!
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 21.03.2017, 10:34 von Magdeburg56.

24.03.2017, 14:21
Wadenbeisser Abwesend


Avatar

Beiträge: 4.271
Dabei seit: 17.09.2015
Wohnort: zu Hause/nicht mehr in Block7
Betreff: Re: Institution Block U
ich schließe mich Block-U an und "Boykottiere" beide Spiele gegen die Hallacken

und wech ;)

24.03.2017, 17:08
Magdeburg56 Abwesend


Avatar

Beiträge: 2.166
Dabei seit: 16.09.2015
Wohnort: Block 7
Betreff: Re: Institution Block U
Zitat von Wadenbeisser:
ich schließe mich Block-U an und "Boykottiere" beide Spiele gegen die Hallacken

und wech ;)
...ö Du der eh nie fahren würde boykotierst doch lieber den FCM als Block U famos
Der Osten rockt die Liga 3 - und der Dete ist auch mit dabei!

11.03.2019, 19:13
Wadenbeisser Abwesend


Avatar

Beiträge: 4.271
Dabei seit: 17.09.2015
Wohnort: zu Hause/nicht mehr in Block7
Betreff: Re: Institution Block U
ich setze es hier rein

haltes am sinnvollsten (hätte auch wo anders hin gepasst)

***Im Stehblock – Guidos Betrachtungen zum 1. FC Magdeburg***

oder jetzt "Neues vom Krügel-Platz"

mal hören was er/sie heut zu besprechen hat/haben

Folge 41 von "Neues vom Krügel-Platz"


"im Gespräch mit ..." [img]bild[/img]

ca. ... Minuten

Direkt
Download

Zitat:
Neues vom Krügel-Platz | Folge 42 FCM-Fanverteter Niedung über Pyrotechnik, DFB-Strafen und die Werte der Ultras

Matthias Niedung ist die Stimme der Fans im Aufsichtsrat des 1. FC Magdeburg. Im Podcast spricht der 35-Jährige über alles, was die Anhänger bewegt – und welche Herausforderungen seine Arbeit in einer Fußballwelt zwischen Kultur und Kommerz mit sich bringt.

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT
von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

Folge 42 von "Neues vom Krügel-Platz" in ... Schlagzeilen:
Zitat:


Matthias Niedung sitzt für die Fans im Aufsichtsrat des 1. FC Magdeburg. Seit dreieinhalb Jahren vertritt der 35-Jährige in dem Gremium die Anliegen der Anhänger und tritt als Vermittler auf. Eine große Aufgabe in einer modernen Fußballwelt, in der eine rieisge Kluft klafft zwischen den Vorstellungen der Ultras und denen der Verbände, Vereine oder Sponsoren.

In Folge 42 von "Neues vom Krügel-Platz" spricht Matthias Niedung über ...
... den Mann der Woche beim FCM – ab Minute 2:00

Der Mann der Woche? Die Wahl fällt nach dem 0:1 gegen Sandhausen schwer. Auf Twitter geben manche FCM-Fans sehr kreative Vorschläge ab. Matthias Niedung spricht sich für Charles Elie Laprévotte aus. "Er ist ein Kämpfer, fällt nicht so auf, aber hat mich in den letzten Wochen überzeugt", sagt Niedung – und so fällt die Wahl auf Laprévotte.
... seinen Weg zum FCM – ab Minute 4:20

Früh war Matthias Niedung ein sehr guter Handballspieler und besuchte das Sportgymnasium. "Irgendwann habe ich dann Leute aus der Fanszene des FCM kennengelernt und habe mich angestecken lassen von dieser Welt", sagt Niedung und erklärt, was diese Welt für ihn auszeichnet.
... die Werte der FCM-Fans – ab Minute 5:50

"Wir sind eins. Wir müssen zusammenstehen. Wir haben die Aufgabe, aufeinander aufzupassen und wir haben vor allem auch die Pflicht, uns so zu nehmen, wie wir sind", sagt Matthias Niedung und spricht über das Selbstverständnis und die Werte der blau-weißen Fangemeinde.
... das Nazi-Gedenken beim Chemnitzer FC – ab Minute 8:20

Die Traueraktion für einen Neonazi im Stadion des Chemnitzer FC sorgte am vergangenen Wochenende für Aufregung. Niedung und George besprechen den Fall und diskutieren die Frage: Welche Rolle spielen politische Einstellungen unter Fußballfans?
... seine Rolle im Aufsichtsrat – ab Minute 11:00

"Wir wollten eine Schnittstelle schaffen zwischen Fans und Verein und allem, was drumherum ist", sagt Matthias Niedung über seine Rolle im Aufsichtsrat des FCM. Vom Hüpfverbot bis zur Ausgliederung – Herausforderungen gab es für ihn während seiner Amtszeit schon genug. Niedung erklärt, welchen Prinzipien er bei seiner Arbeit folgt und wie ihn die Aufgabe verändert hat. Er sagt: "Es geht nur miteinander – das ist der Weg, für den ich stehe."


Fanvertreter Matthias Niedung (l.) vom 1. FC Magdeburg und Daniel George
Matthias Niedung (l.) und Daniel George im Podcast-Studio von MDR SACHSEN-ANHALT
Bildrechte: Luca Deutschländer

... die Alt-Hooligans des BFC Dynamo – ab Minute 16:20

Sie stehen in der MDCC-Arena unweit des Gästeblocks und fielen in der Vergangenheit oft durch pure Aggression auf: die Hooligans des BFC Dynamo. "Für mich und viele andere sind die untragbar und beschädigen sehr stark unser Image", schreibt ein FCM-Fan auf Twitter und fragt, was der FCM gedenkt, dagegen zu tun – Matthias Niedung bezieht Stellung.
... das Verhältnis der Fans untereinander und die soziale Verantwortung des FCM – ab Minute 23:20

"Es gehört zu Magdeburg, dass wir eins sind, wir sind die Fanszene. Diese Stigmatisierung als Ultras muss man sich nicht unbedingt selber überhelfen", sagt Matthias Niedung, der außerdem meint: "Wir sind der größte Jugendklub der Stadt. Wir haben eine große sozialpädagogische Verantwortung." Niedung erklärt, wie die Fanszene versucht, dieser gerecht zu werden und was er sich für das Benehmen auf Auswärtsfahrten wünschen würde.
... den Umzug des "Block U" – ab Minute 27:30

Während der Umbauarbeiten in der MDCC-Arena muss der "Block U" seine Nordtribüne verlassen. Für die kommenden Monate ziehen sie in die Nähe der Gästefans. Matthias Niedung spricht darüber, welche Herausforderungen der Umzug mit sich bringt und warum der Verein bei diesem Thema vieles richtig gemacht hat.
... die Legalisierung von Pyrotechnik – ab Minute 30:30

Pyrotechnik – auch für die Arbeit von Matthias Niedung ein großes Thema. Wie auch in ganz Fußball-Deutschland. Die Legalisierung von Pyrotechnik "ist schon das Ziel", sagt er. Er sei mit einem Partner im Gespräch über entsprechende Konzepte. "Wenn wir da einen gemeinsamen Weg hinbekommen, dann wird es da in mittlerer Zukunft das ein oder andere geben, wo man dann aufhorcht. Und da werden wir dann Vorreiter sein."
FCM FANS
Die FCM-Fans: GRÖßENWAHN
... den Strafenkatalog des DFB – ab Minute 35:00

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat einen Strafenkatalog aufgestellt. Dort ist genau festgelegt, welches Vergehen die Vereine wie viel kostet. Entstanden ist dieser Katalog aus einem Dialog mit den Fans, die mehr Transparenz gefordert haben. "Da sieht man, was dabei rauskommen kann, wenn man etwas fordert, aber nicht alles bedenkt", sagt Matthias Niedung, denn zuletzt sorgte der Strafenkatalog mehr für Ausfregung als für Transparenz. Niedung erklärt, was sich seiner Meinung nach ändern sollte.
... die Macht der Ultras – ab Minute 38:30

Wem gehört der Fußball? Haben die Ultras zu viel Macht? Die Diskussion ist im deutschen Fußball neu entbrannt – und auch Matthias Niedung hat eine klare Meinung dazu. Englische Verhältnisse auf den Rängen? Überteuerte Tickets und so ein Ausgrenzen der Ultras? "Das ist doch eine Katastrophe", sagt er. "Zum FCM gehst du nicht, weil du da Hacke, Spitze, eins, zwei, drei siehst und einen Millionär, der bei Instagram zwei Millionen Follower hat, sondern du gehst da hin, weil es etwas Besonderes ist." Und Niedung erzählt, wodurch sich dieses Besondere auszeichnet.
... das Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden – ab Minute 41:00

Am Sonnabend tritt der FCM bei Dynamo Dresden an. Und Niedung sagt: "Derbys sind was anderes. Wenn die Mannschaft jetzt nach Dresden fährt, dann verlange ich, dass sie versteht, was da los ist. Dass das nicht irgendein Spiel ist gegen Sandhausen oder in Heidenheim, sondern dass es da um viel mehr geht." Es besteht eine Rivalität zwischen den Fanszenen, aber Niedung erklärt, warum der Respekt groß ist und was die Fans verbindet.




Podcast | 1. FC Magdeburg

ps.

ich verstehe nich das man(n) das jetzt bringt wo die "Kacke" wo ganz anders am Dampfen ist

ist aber meine Persönliche Meinung

prost

16.05.2019, 08:54
Wadenbeisser Abwesend


Avatar

Beiträge: 4.271
Dabei seit: 17.09.2015
Wohnort: zu Hause/nicht mehr in Block7
Betreff: Re: Institution Block U


ich setze es hier rein weil ...

es ist Grill und Fahnentag!

an was erinnert mich das ... und wech ;)

also es ist An und Abgrillen angesagt von „BlockU“ bis „Pickelhauben


Symbolbild


..
weiter lesen-->

wieweit das noch bis Sonntag aktuell ist/bleibt hmm




21.05.2019, 18:58
Wadenbeisser Abwesend


Avatar

Beiträge: 4.271
Dabei seit: 17.09.2015
Wohnort: zu Hause/nicht mehr in Block7
Betreff: Re: Institution Block U




FCM-Ultras im Interview "Der Abstieg ist mir scheißegal"

Noch nie haben führende Personen der aktiven Fan-Szene des 1. FC Magdeburg ein ausführliches Interview gegeben – bis jetzt. Bei MDR SACHSEN-ANHALT gewähren zwei Männer Einblicke in ihr Leben als Ultra im "Block U".
von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

Auf dieser Seite:

Das Leben eines Vorsängers
Ultras und die Öffentlichkeit
Das Verhältnis zum Verein
Der Wunsch nach kritischen Fußballfans

Zitat:

Im "Block U" steht die aktive Fan-Szene des FCM. "Rotin" und "Atzi" gehören der "Blue Generation", einem der führenden Fan-Clubs an. Bildrechte: imago/Contrast

Der Ort für die Unterhaltung ist so klar wie unkompliziert: die Wiese vor dem Heinz-Krügel-Stadion, ihrem Fußballtempel, ihrer Heimat. Die beiden Männer stellen sich als "Rotin" und "Atzi" vor: "Das sind unsere Spitznamen, so kennen uns in der Fan-Szene alle." Ihre richtigen Namen bleiben im Verborgenen. Sie bestehen auf das Duzen. Denn: "Siezen würde einfach Null zu einem Interview mit Fußballfans passen."

Ultras reden nicht mit Medien. Noch nie haben führende Personen der aktiven Fan-Szene des 1. FC Magdeburg ein ausführliches Interview gegeben – bis jetzt. "Rotin", der seit fast 20 Jahren zur Szene gehört, und "Atzi", einer der Vorsänger beim FCM, nehmen sich vor dem letzten Saisonspiel gegen den 1. FC Köln für das Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT fast eine Stunde Zeit.

Der 1. FC Magdeburg hat sich nach nur einem Jahr wieder aus der zweiten Bundesliga verabschiedet. Wie traurig seid Ihr darüber?

Atzi: Ganz ehrlich? Der Abstieg ist mir scheißegal. Natürlich ist es für den Verein besser, wenn es sportlich gut läuft. Aber die zweite Liga war nur ein Zubrot. Der Aufstieg 2015 in die dritte Liga, das war die große Erlösung. An die kommt der Zweitliga-Aufstieg letztes Jahr nicht heran. Wie die Leute sich damals in Offenbach in den Armen gelegen haben, unvergesslich. Das war unsere Saison. Das war unser Jahr. Das war unser Aufstieg.

Rotin: Stimmt, das war der Knackpunkt. Danach gab es einen Ruck in der Fan-Szene. Mit der Rückkehr in die dritte Liga geht die Welt für uns jetzt nicht unter. Wichtig ist nur, dass wir nicht in die Viertklassigkeit durchgereicht werden. Wir kannten das früher nicht anders, aber dahin wollen wir nie wieder zurück. Das würde richtig schmerzen.

Wie war das damals?

Rotin: Sagen wir so: Wenn mir vor zehn Jahren jemand erzählt hätte, dass wir irgendwann mal in einem Block stehen, in dem 5.000 Leute gleichzeitig die Arme hochnehmen, rhythmisch klatschen und im Akkord irgendwelche Lieder singen, hätte ich ihm nicht geglaubt. Jetzt ist es Realität.

Atzi: Ich habe in dieser Saison für mich im Kopf oft darauf zurückgeblickt, wo wir hergekommen sind. Ich habe gegen Cottbus II oder gegen Hertha II mit 200 Leuten im Gästeblock gestanden und war stolz auf den Verein. Klar haben wir da auch mal nicht so viel Stimmung gemacht. Aber ich habe Rotin und andere gesehen und wusste: Das ist unser Verein, mit dem fahren wir überall hin. Das haben wir uns so ausgesucht. Das wollten wir so – und jetzt ziehen wir das durch.
Das Leben eines Vorsängers

Die Heimat der Vorsänger: das Podest. Bildrechte: imago images / Christian Schroedter

Wie bist Du zum Vorsänger geworden?

Atzi: Ich habe die Aufgabe nach über zehn Jahren in der Kurve übernommen. Einer der damaligen Vorsänger hatte aufgehört und deshalb habe ich mich bereit erklärt, das zu machen. Dann bin ich da reingewachsen.

Welche Rolle spielen die Vorsänger?

Atzi: Insgesamt sind wir vier Vorsänger. Nico ist sicherlich der Vorsänger, an dem sich die meisten Clubfans im Stadion und während des Spiels orientieren. In vielen anderen Situationen übernehmen aber nicht nur die Vorsänger Verantwortung oder sind Ansprechpartner, sondern eben auch andere gestandene Leute aus der Fan-Szene.

Rotin: Gerade Nico schafft es immer wieder, die richtigen Worte in den richtigen Momenten zu finden. Aber wir wollen keinen Personenkult wie bei anderen Ost-Klubs wie Dresden. Deshalb ist das auch auf mehrere Schultern verteilt. Es muss egal sein, wer da oben steht: Jeder im Block U muss den Anspruch haben, 90 Minuten alles zu geben.

Atzi, was ist das für ein Gefühl, auf dem Vorsänger-Podest zu stehen, wenn 10.000 Augen auf einen gerichtet sind? Und man für Stimmung sorgen muss, auch wenn es auf dem Rasen, wie so oft in dieser Saison, schlecht läuft?

Atzi: Da ist der Druck groß, klar. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Spiel in Paderborn (4:4, Anm. d. Red.) in dieser Saison. Das war ein Auf und Ab. Die ersten Minuten war richtig Feuer drin bei der Mannschaft, dann liegst du aber auf einmal zurück und da wusste ich im ersten Moment nicht weiter. Aber dann fiel mir ein Lied ein, das wir zu dunkelsten Viertliga-Zeiten gesungen haben: "Die Tage ziehen ins Land." Und das hat die Leute dann unheimlich gepusht.

Wir haben das im Block in dieser Saison generell echt gut gemeistert, obwohl es unten auf dem Rasen oft nicht gut lief. Bestes Beispiel war da unser Auswärtsspiel in Köln. Da haben wir deutlich mit 0:3 verloren. Aber die Fan-Szene hatte Bock, den Verein und die Region hochleben zu lassen. Es war uns egal, ob wir das Spiel verlieren: Wir standen da für unsere Farben und unseren Verein.

Rotin: Klar interessieren wir uns für das Fußballspiel. Aber an Tagen, wo es die Mannschaft sportlich nicht schafft, haben wir trotzdem immer die Aufgabe, den Verein bestmöglich zu repräsentieren. Das lässt sich schwer beschreiben. Du stehst halt einfach da und denkst: Jetzt erst Recht! Das ist ein innerer Antrieb. Das steckt in uns allen drin.

Seit wann gehst Du zum FCM?

Rotin: Ich habe 1999 als Schüler eine Freikarte bekommen und bin dann dabei geblieben. 2001 bin ich dann in die Blue Generation eingetreten, die ein Jahr zuvor gegründet worden war. Da ist ein riesen Freundeskreis entstanden. Es gibt nicht den einen Punkt, an dem du sagst: Jetzt bin ich Ultra! Du wächst da einfach rein. Und wenn ich sehe, was sich hier in den letzten 15 Jahren entwickelt hat, macht mich das stolz.

Warum hast Du diese Form des Fan-Seins für sich gewählt?

Rotin: Das ist mein Lebensinhalt. Ich kann nicht ohne den FCM. Natürlich hast du immer mal wieder eine Zeit, wo die Motivation etwas nachlässt. Aber es geht einfach nicht ohne. Wenn der Spieltag vorbei ist, gehst du am Montag zwar wieder auf Arbeit, aber du bist in Gedanken immer noch beim Club. Wir treffen uns regelmäßig, planen unsere Aktionen wie zum Beispiel Choreografien weit im Voraus. Das ist neben dem normalen Job nochmal ein Fulltime-Job obendrauf.

Atzi: Ich fahre zum FCM, weil ich den Verein liebe und meine Freunde hier sind. Es ist einfach mehr, als nur am Wochenende zum Spiel zu fahren. Für viele ist das schwer nachzuvollziehen. Gerade auch für die Eltern, gerade, wenn es um Grenzüberschreitungen geht – egal, in welche Richtung. Aber die Entwicklung, die ich persönlich als Mensch genommen habe, hätte ich niemals ohne Block U genommen. Vor allem die Menschen, die ich dadurch kennengelernt habe, möchte ich nicht missen.

Ich erinnere mich zum Beispiel immer noch gerne an die Arbeit an der Choreografie für ein Spiel gegen Lübeck. Die hatte drei große Bestandteile. Die haben wir in gerade mal 30 Stunden fertiggemacht, weil wir die Sporthalle nur so lange hatten. Das ist eine der schönsten Erinnerungen, die ich an die Zeit im Block U habe.
Ultras und die Öffentlichkeit

Beim Auswärtsspiel in Berlin kam es zuletzt zu Tumulten im FCM-Block. Bildrechte: imago images / Christian Schroedter

Nachdem der Abstieg feststand, gab es zuletzt während des Auswärtsspiels bei Union Berlin einige Tumulte im Gästeblock. Wie steht Ihr dazu?

Rotin: Wir müssen den jeweiligen Einzelfall immer kritisch betrachten. Wenn wie in diesem Fall von einer Szene Fan-Utensilien der anderen entwendet werden, drehen bei manchen die Sicherungen durch. Das wirst du nie verhindern können. Aber am Ende war es nicht viel mehr, als dass 50, 60 Leute gegen die Plexiglas-Scheibe gehämmert haben. Es gab keine Schlägerei im Block. Es gab keinen Platzsturm oder ähnliches. So etwas wird bei uns natürlich ausgewertet, aber nur intern. Es wird sich nie jemand hinstellen und jemanden nach außen denunzieren.

Warum reden Ultras nicht gern mit Medien?

Rotin: Es war immer verpönt, sich mit der Presse hinzusetzen. Und ein Stück weit ist es auch immer noch so. Aber wir müssen ganz ehrlich sagen: Öffentlichkeitsarbeit war in der Vergangenheit ein großes Manko von allen Fan-Szenen in Deutschland. Du willst dir als Fan-Szene deine Dinge bewahren, aber trotzdem ist es wichtig, sich zu bestimmten Dingen zu äußern oder etwas klarzustellen.

Atzi: Das ist auch viel Selbstschutz. Der ein oder andere ist vielleicht in einer beruflichen Situation, wo der Arbeitgeber das nicht so gerne sieht. Aber eigentlich ist es nichts Verwerfliches, was wir machen. Normalerweise müssten Arbeitgeber solche Leute wie uns mit Kusshand nehmen, wir können organisieren, haben uns viele Eigenschaften im Laufe der Jahre angeeignet, die auch für das Leben wichtig sind. Trotzdem würde nie einer von uns auf die Idee kommen, in eine Bewerbung zu schreiben: Ich bin Vorsänger im Block U.

Rotin: Was schade ist. Gerade weil wir immer auch Sozialarbeit machen im Block. Wenn ich sehe, wie viele junge Leute wir im Laufe der Jahre wirklich von der Straße geholt haben und was aus ihnen geworden ist, dann macht mich das stolz. Oder auch, wenn ich sehe, mit wie viel Weitblick alle führenden Vertreter der Fan-Szene zum Beispiel in Bochum agiert haben, ist das eine tolle Entwicklung. Denn wenn wir da nicht so besonnen reagiert hätten, hätte das auch in eine ganz andere Richtung laufen können.

Atzi: Die erste Frage, die ich mir immer stelle, die wir uns alle stellen, ist: Was ist das Beste für den Verein und was ist das Beste für Block U? Danach handeln wir.
Das Verhältnis zum Verein

Mit diesem Spruchband kritisierte die Fan-Szene im letzten Saisonspiel die sportliche Führung des FCM. Bildrechte: imago images / Christian Schroedter

Wie hat sich die Fan-Szene durch das Jahr in der zweiten Bundesliga verändert?

Atzi: Wir haben Erfahrungen gewonnen, gerade in großen Spielen wie gegen Köln oder den HSV. Bereits in den vergangenen Jahren ist das Miteinander zwischen Verein und Fan-Szene intensiver geworden. Gerade mit Matze (Matthias Niedung, Anm. d. Red.) haben wir im Aufsichtsrat jemanden, der eine super Arbeit macht. Wenn es ein Problem gibt, wird nicht mehr sofort die Tür eingerannt, sondern wir versuchen, das konstruktiv zu lösen – zum Beispiel, was den Stadionumbau oder die Situation für Gästefans angeht.

Rotin: Die ein oder andere sportliche Entscheidung ist etwas rauer ausgefallen. Aber das ist heutzutage im Fußball so. Ich habe das Gefühl, dass die Uhren hier trotzdem immer noch anders ticken als in der Bundesliga. Bei anderen Vereinen wäre Jens Härtel schon nach drei, vier Spielen entlassen worden. Hier wurde länger gewartet. Auch wenn ich immer noch sage: Ich wäre liebend gerne mit dem Trainer abgestiegen. Ob das allerdings für den Verein langfristig gut gewesen wäre, ist die andere Frage.
Der Wunsch nach kritischen Fußballfans

So verliehen die FCM-Ultras ihrer Abneigung gegen Montagsspiele in dieser Saison Ausdruck. Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Wie hat es Block U geschafft, Fans im gesamten Stadion in die Unterstützung des Teams mit einzubeziehen?

Atzi: Das war ein jahrelanger Prozess. Irgendwann haben wir damit angefangen, auch andere Blöcke mit einzubeziehen, zum Beispiel bei unserem Wechselgesang. Die haben dann einfach gemerkt, dass das geil ist und Spaß macht. Als ich noch kein Vorsänger war, stand ich mal neben jemandem im Block, der immer auch nach Osteuropa schaut und der gesagt hat: ‚Mensch, das ist ja hier wie bei Roter Stern Belgrad.‘ Da waren wir schon stolz.

Rotin: Diese Atmosphäre ist einmalig in Deutschland. Ich glaube, ein Großteil der Zuschauer geht bei uns auch nicht nur wegen dem Fußball ins Stadion, sondern wegen der wahnsinnig tollen Stimmung. Weil du eben nicht hingehst, um 90 Minuten auf deiner Sitzschale zu hocken, den Schiedsrichter anzupöbeln oder einen Spieler auszupfeifen, weil er einen Fehlpass gespielt hat. Die Leute sind einfach stolz, was im Stadion passiert. Aber ich erwarte von ihnen dann eben auch, dass sie Verständnis für unsere Aktionen zeigen und sich auch Gedanken über grundsätzliche Dinge machen.

Wie meinst Du das?

Atzi: Manchmal denken die Fans, dass wir in Block U die Animateure im Stadion sind. Unsere Protestaktion gegen Montagsspiele, wo wir zehn Minuten draußen geblieben sind, war für uns zum Beispiel ein Erfolg. Aber, was ich richtig schade fand: Die Gegengerade konnte sich nicht einfach mal daran beteiligen und auch ruhig sein in dieser Zeit. Sie hatten dann auch noch die Frechheit, herunter zu zählen, bis die Zirkusaffen vom Block U da sind. Ich weiß, sie meinten das vielleicht nicht so, aber ich habe es so empfunden. Sie haben Block U im Stich gelassen.

Auch andere Teile des Stadions sollten sich mit solchen Themen, die die Fans betreffen, mehr beschäftigen. Wir haben die Aktion ja auch für sie gemacht, damit sie nicht am Montagabend nach Großaspach fahren müssen oder sich für Mittwoch wieder einen Krankenschein holen müssen oder ihrer Frau schon wieder sagen müssen, dass sie unter der Woche zum Fußball fahren. Wir machen das für den Verein, für unsere Farben – und wir sind keine Klatschaffen.

Rotin: Der normale Fan geht eben zum Spiel, trinkt sein Bier, isst seine Bratwurst und geht dann wieder nach Hause. Das ist auch okay. Aber wir beschäftigen uns eben auch mehr mit dem Vereinsleben.

Wie lautet also Euer Wunsch?

Rotin: Wir sollten alle gemeinsam für Fan-Interessen einstehen. Bei Pyrotechnik ist das zum Beispiel ja auch schon der Fall. Oder gibt es ein anderes Stadion, wo die Zuschauer nach einer Pyro-Show applaudieren? In der Regel wird da gepfiffen. Wenn sich die Leute mit allen Themen so intensiv beschäftigen würden wie mit diesem, hätten wir viel erreicht.

Atzi: In Bochum fand ich das super: Die Fans, die schon im Stadion waren, haben gesagt: ‚Okay, wenn Block U nicht da ist, gibt es keine Stimmung.‘ Sie haben dann die Fahnen wieder abgenommen und gewartet, bis wir da waren. Hut ab! Das gibt einem ein Gefühl von Solidarität. Es soll ja gar kein Stadion voller Ultras geben, das wäre langweilig, aber kritische Fans wären gut.

Rotin: Wir sollten als Fan-Szene demütig sein. Wenn wir das Niveau halten, das wir seit dem Drittliga-Aufstieg haben, sind wir deutschlandweit auf einem sehr guten Niveau. Ich kann mich nicht erinnern, dass uns hier jemals einer an die Wand gesungen hat, höchstens an Duelle auf Augenhöhe mit Dresden oder Rostock. Aber was wollen wir denn noch? Sollen 25.000 Zuschauer das ganze Spiel über durchsingen? Dann verstehst du dein eigenes Wort nicht mehr.

Off-Topic:
Über den Autor
Daniel George wurde 1992 in Magdeburg geboren. Nach dem Studium Journalistik und Medienmanagement zog es ihn erst nach Dessau und später nach Halle. Dort arbeitete er für die Mitteldeutsche Zeitung.

Vom Internet und den neuen Möglichkeiten darin ist er fasziniert. Deshalb zog es ihn im April 2017 zurück in seine Heimatstadt, in der er seitdem in der Online-Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT arbeitet – als Sport-, Social-Media- und Politik-Redakteur, immer auf der Suche nach guten Geschichten, immer im Austausch mit unseren Nutzern.


Seiten (7): 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7



Alle Zeitangaben in GMT +01:00.Aktuelle Uhrzeit: 12:05.