MDFF - das Magdeburger Fussballforum



28.04.2018, 18:08
Wadenbeisser Abwesend


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Betreff: Dies, Das, Jenes aus Presse, Funk & TV in der Saison 2018/19 - Liga 2
Dies, Das, Jenes aus Presse, Funk & TV in der Saison 2018/19 - Liga 2

alles rein wo man(/frau) nich genau weiß wo hin damit

im nächsten fang ich mal an ...



28.04.2018, 18:11
Wadenbeisser Abwesend


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Betreff: Re: Dies, Das, Jenes aus Presse, Funk & TV in der Saison 2018/19 - Liga 2
Zitat:
11-Freunde-Chefredakteur Philipp Köster "Beim FCM kommt vieles zusammen, was ich mag"
Als Chefredakteur des Magazins "11 Freunde" kämpft Philipp Köster für Fußballkultur. Im Interview mit MDR SACHSEN-ANHALT spricht der 46-Jährige über die Entwicklung des FCM in den vergangenen drei Jahren und neue Herausforderungen für Verein und Fans.
von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT


Zitat:

11-Freunde-Chefredakteur Philipp Köster Bildrechte: MDR/Martin Paul/Imago

Philipp Köster steht in Deutschland wie kein Zweiter für Fußballkultur. Er ist Gründer und Chefredakteur des Magazins "11 Freunde". Er sammelt Trikots und Stadionhefte und erinnert sich sogar an Erfahrungen mit DDR-Oberliga-Tröten.

Im Interview mit MDR SACHSEN-ANHALT spricht der 46-Jährige über die Entwicklung des 1. FC Magdeburg in den vergangenen drei Jahren und die Herausforderungen, die nach dem Zweitliga-Aufstieg auf den Klub und seine Fans warten.

Herr Köster, waren Sie schonmal in Magdeburg?

Philipp Köster: Ja, ich war zu DDR-Zeiten bei einem Spiel der DDR-Oberliga hier. Was mich damals wahnsinnig beeindruckt hat, waren erstens die maroden Ränge und zweitens, dass die Fans in der DDR-Oberliga damals noch diese wunderbare Angewohnheit hatten, solche Eisenbahntröten mit zum Spiel zu nehmen. Also nicht diese Gasdruckfanfaren, wie man sie im Westen hatte, sondern diese Tröten, die vier, fünf Töne hintereinander gemacht haben. Das hat mich als Fußballfan damals nachhaltig beeindruckt.

Später – das muss vor fünf, sechs Jahren gewesen sein – habe ich mir das alles beim FCM noch einmal angeschaut für eine Geschichte über die Europapokalhelden von 1974. Wir erinnern uns doch alle noch an dieses großartige Spiel vor 5.000 Zuschauern gegen den AC Milan in Rotterdam. Das war ein ganz besonderer Triumph. Auch, weil der FCM neben Celtic Glasgow die einzige Mannschaft hatte, in der alle Spieler aus dem direkten Umfeld der Stadt kamen. Paule Seguin und wen es da noch alles gab. Das war eine der bemerkenswertesten sportlichen Leistungen der 1970er Jahre.

Natürlich gab es noch ein paar andere erfolgreiche Ostmannschaften, zum Beispiel dieses großartige Spiel zwischen Lok Leipzig und Girondins Bordeaux und später auch den BFC Dynamo mit den deutsch-deutschen Duellen. Trotzdem sticht der Erfolg des FCM heraus, weil sie eben einen Titel gewonnen haben.

Das ist eine sportliche Leitung, die funktioniert. Das ist eine Mannschaft, die funktioniert. Und vor allem eine Stadt, die den Verein mit Begeisterung lebt.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung des FCM in den vergangenen Jahren?

Ich bin ganz beeindruckt, was in Magdeburg passiert ist. Man sagt das so oft, aber hier hat man wirklich einen schlafenden Riesen geweckt. Der FCM war ja lange ein Klub, der nach den großen Jahren in der DDR-Oberliga im Kapitalismus und in dieser Profiwelt nicht so richtig zurechtgekommen ist. Er hatte diese typischen Anpassungsschwierigkeiten von Ostvereinen.

In Magdeburg hat man in den vergangenen Jahren immer so ein bisschen das Gefühl gehabt, dass die Leute dem Braten noch nicht so recht trauen. Die Frage, ob diese Euphorie, dieser Aufschwung wirklich nachhaltig ist, stand im Raum. Jetzt merken alle: Ja, der FCM hat vernünftig gearbeitet. Die ganze Mannschaft zieht mit. Die ganze Stadt zieht mit. Die Magdeburger haben sich den Aufstieg verdient, genauso wie der SC Paderborn. Die waren ja auch so gut wie tot und sind wie Phönix aus der Asche auferstanden. Magdeburg und Paderborn sind die beiden herausragenden Mannschaften dieser Drittliga-Saison.

Sind Sie eigentlich der Gralshüter deutscher Fußballkultur?

(lacht) Das wäre zu dick aufgetragen. Ich glaube, dieser Ruf kommt daher, dass es in letzter Zeit eine Menge Entwicklungen gab, die mir nicht so gepasst haben und gegen die ich auch fleißig gewettert habe. So etwas wie der Videobeweis, wo manche sagen, dass es dadurch mehr Gerechtigkeit im Fußball gibt. Ich habe aber das Gefühl, dass ganz grundlegende Dinge im Fußball dadurch ins Wanken geraten sind. Also zum Beispiel, dass sich die Zuschauer im Stadion darauf verlassen können, dass wenn der Schiedsrichter einmal zur Mitte gepfiffen hat, dass sie dann auch jubeln können. Du merkst ja, dass die Schiedsrichter verunsichert sind, dass sie nur nicht pfeifen, um hinterher keinen Präzedenzfall zu schaffen.

Es liegt gerade im Trend, in den Fußball noch mehr einzugreifen, ihn noch mainstreamiger zu machen. Es ist kein Geheimnis, dass ich kein Anhänger dieser ganzen RB-Kultur bin. Gar nicht mal, weil ich denke, dass RB eine schlimme Marke ist oder es Leipzig nicht verdient hätte. Aber wir haben in Deutschland mit dieser Fußballkultur eine der lebendigsten Alltagskulturen des 20. Jahrhunderts. Mir fällt nichts anderes ein, das so viele Menschen begeistert und dazu bringt, ihrer Fankultur auch Ausdruck zu verleihen. Ob das immer so geschmackvoll und immer so intelligent ist, ist eine andere Frage. Aber bei all diesem Kommerz, den wir haben, und ich bin ja auch gar nicht gegen Kommerz, ich will nicht, dass wir in Baumwolltrikots und mit Schweinsblasen spielen, braucht diese Kultur einen nichtkommerziellen Kern. Also etwas, auf das du dich besinnen kannst, ohne dass es sofort verwertet wird.

Der 1. FC Magdeburg hat es in den vergangenen drei Jahren immer wieder ins 11-Freunde-Magazin geschafft. Warum?

Mich begeistert der FCM so sehr, weil bei ihm vieles zusammenkommt, was ich auch mag: eine lebendige Fußballkultur, die in die Stadt hineinwirkt. Und ich finde es großartig, dass man sich noch auf die Legenden beruft. Gerade auf diese 74er Truppe. Diese ganz vielen kleinen Geschichten drumherum sind super. Die von den weißen Bademänteln zum Beispiel, die sie zurückgeben mussten. Da hielt sich ja lange der Mythos, dass das Malimo-Bademäntel aus Limbach-Oberfrohna wären. Stimmte aber nicht. In Holland werden den Siegern ganz traditionell immer Bademäntel übergestreift. Das fanden wir also ganz schön, dass wir da mit einem Mythos aufräumen konnten.

Außerdem muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich viele Leute, die gerade in der Führung des FCM arbeiten echt super finde, bis hin zu Maik Franz, den ich ja schon ein bisschen besser kenne. Das ist eine sportliche Leitung, die funktioniert. Das ist eine Mannschaft, die funktioniert. Und vor allem eine Stadt, die den Verein mit Begeisterung lebt. Du kannst die besten Spieler und die beste Führung haben und am Ende doch feststellen, dass alles Quatsch ist, weil es niemanden interessiert. In Magdeburg ist das anders.

Ich war vor fünf, sechs Jahren noch einmal in Magdeburg für eine Geschichte über die Helden von 1974. Da habe ich auch das Archiv des Klubs gesehen. Das waren fünf, sechs große Kisten, in denen alles drin steckte, alles unsortiert. Da habe ich mir schon so gedacht, wie viel Kraft doch in diesem Verein schlummert und es nur einen Weckruf braucht. Den hat es dann gegeben.

Die FCM-Fans bezeichnen sich als "Die Größten der Welt". Was halten Sie von diesem Selbstverständnis?

Es ist ja jeder Fankurve – ob nun der in Bielefeld, Bochum oder Magdeburg – eigen, dass sie sich selber für total großartig hält. Da muss viel Selbstironie dabei sein, gerade wenn du nicht in der größten Stadt wohnst. Aber die Magdeburger Fanszene hat in den vergangenen Jahren viel dafür getan, um vorne mit dabei zu sein. In diesen Massen zu den Auswärtsspielen, selbst zu Freundschaftsspielen nach England zu fahren, kreativ zu sein mit tollen Sprechchören und Transparenten – das musst du erstmal machen. Das hängt am Engagement. Und ich habe besonders für solche Klubs, bei denen du das Gefühl hast, da passiert wahnsinnig viel aus Engagement von Anhängern, Funktionären und Ehrenatmlichen allergrößten Respekt. Also: Vielleicht sind die FCM-Fans nicht die Größten der Welt, aber vorne mit dabei.

Der 1. FC Magdeburg muss jetzt nach dem Aufstieg aufpassen, dass er sich das behält, was ihn ausmacht: die Nähe zu den Anhängern, die lebendige Fankultur, die einen direkten Draht zum Verein hat.

Der FCM spielt Arbeiterfußball in einer Arbeiterstadt. Passt das ins moderne Fußballgeschäft?

Ich glaube, der 1. FC Magdeburg muss jetzt nach dem Aufstieg aufpassen, dass er sich das behält, was ihn ausmacht: die Nähe zu den Anhängern, die lebendige Fankultur, die einen direkten Draht zum Verein hat. Ich glaube auch, dass es einen typischen Magdeburger Fußball gibt, der eher gearbeitet wird, als dass er besonders glänzt. Wenn man jetzt anfängt, durchzudrehen und Leute zu kaufen, die sich mit diesem Konzept nicht mehr identifizieren, auch mit dem Konzept der kleinen Schritte, wird es schwierig. In den vergangenen Jahren hattest du immer das Gefühl, dass da beim FCM niemand größenwahnsinnig geworden ist.

Woran machen Sie das fest?

Wenn ich Maik Franz zum Beispiel gesagt habe, dass sie doch jetzt aufsteigen, dass war schon in der vergangenen Saison, dann hat er immer abgewiegelt und gesagt, dass sie noch nicht so weit sind. Wenn es gelingt, diesen Realismus beizubehalten und gleichzeitig noch ein paar kommerzielle Zumutungen – Stichwort Montagsspiele, Stichwort Fernsehpräsenz – hinzunehmen, dann kann das funktionieren.

Wenn Sie die Wahl hätten: Wer soll in fünf Jahren die Champions League gewinnen – RB Leipzig oder der 1. FC Magdeburg?

Fiese Frage. Ich würde das jedem anderen Klub, sogar dem SV Sandhausen oder der TSG Hoffenheim eher wünschen als RB. Aber wenn es der 1. FC Magdeburg schaffen würde und sich danach wieder weiße Bademäntel überstreifen würde, dann wäre das natürlich ein besonderes Fußballfest für Nostalgiker.

Quelle https://www.mdr.de/...er100.html



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28.04.2018, 18:15
Wadenbeisser Abwesend


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Betreff: Re: Dies, Das, Jenes aus Presse, Funk & TV in der Saison 2018/19 - Liga 2
Zitat:
Marius Sowislo ZUSAMMENHALT

Der Charakter eines Fußballers offenbart sich in den schweren Zeiten. Wer spielt, ist zufrieden. Der Kapitän als Aushängeschild des Erfolgs sowieso. Doch was tun, wenn andere deinen Platz einnehmen und du nur noch zuschauen kannst? Wie verhältst du dich dann?

von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT


Zitat:

Bildrechte: MDR/Max Schörm

Heinrich Sowislo spürte, dass sein Sohn drauf und dran war, den größten Fehler seiner Karriere zu begehen. Dieses Zögern, etwas stimmte nicht. Ungern mischte er sich in die beruflichen Belange seines längst erwachsenen Sprösslings ein. Doch an dieser Stelle im Sommer 2012 musste es sein.

"Junge, das ist eine richtig große Chance für dich", sagte er über das Vertragsangebot des 1. FC Magdeburg. "Wenn du sie jetzt nicht nutzt, wirst du es irgendwann bitter bereuen." Marius Sowislo, der Sohn, sagt: "Wenn ich an seine Sätze damals zurückdenke, bekomme ich noch immer Gänsehaut."

Dem Rat eines Vaters wohnt eine besondere Bedeutung inne. Er hat die Macht, den Lebensweg des Sohnes ganz entscheidend zu beeinflussen. Hätte Heinrich Sowislo sich damals nicht für einen Wechsel nach Magdeburg ausgesprochen, würde Marius Sowislo jetzt, sechs Jahre später, hier nicht sitzen. Hier im Osten, in Sachsen-Anhalt, in seiner Stadt. "Magdeburg und der FCM", sagt er, "haben mein Leben verändert."
Wie hat sich der 1. FC Magdeburg verändert?

Es ist ein stürmischer Tag im März, vor dem Bürogebäude weht eine meterhohe Fahne des 1. FC Magdeburg im Wind. Im Erdgeschoss werden die Belange des offiziellen FCM-Fanshops geregelt. Zwei Etagen weiter oben sitzt Marius Sowislo an seinem langen, weißen, modernen Schreibtisch. Der 35-Jährige ist nicht nur Fußballprofi, sondern auch Unternehmer. Sein 2014 gegründetes Sportlernetzwerk "SamForCity" verbindet Profisportler und über einhundert Wirtschaftspartner aus der Region.

"Viele Leute denken, dass Leistungssportler den Popo gepudert bekommen und leben wie Gott in Frankreich, aber das stimmt nicht", sagt Sowislo. "Manche müssen von heute auf morgen in eine andere Stadt ziehen, sind dann dort wildfremd und müssen sich um alle möglichen Sachen kümmern. Wir unterstützen unsere Mitglieder bei solchen Herausforderungen, damit sie sich schnell wohlfühlen und ihre Leistungen bringen."

Wir wollen die Leute, die ihr Herzblut an uns verloren haben, träumen lassen. Wir wollen ihnen das geben, was sie am Wochenende von uns erwarten: erfolgreichen Fußball. Dazu gehört in Magdeburg aber mehr: Die Stadt ist klein, jeder kennt jeden. Wir werden von den Menschen angesprochen, ob beim Einkaufen im Supermarkt oder wenn wir mit der Familie unterwegs sind. Diese Gespräche sind ehrlich. Da ist nichts gespielt. Das zeichnet den Umgang aus.

Sowislo will Identifikation schaffen. Das Netzwerk verbindet Boxer, Leichtathleten, Handballer und Fußballer. "Als ich damals angefangen habe, war das gar nicht so einfach", erinnert sich Sowislo. "Da haben die Handballer gesagt, dass die Fußballer arrogant sind und du die gar nicht erst ansprechen brauchst und andersrum genau so." Mittlerweile unterstützen sie sich gegenseitig, besuchen die Partien des jeweils anderen. Sie alle stehen gemeinsam für Magdeburg. Marius Sowislo sagt: "Wir wollen mit unserem Netzwerk den Zusammenhalt in der Stadt fördern."

Zusammenhalt – dafür steht sein Wirken auch beim 1. FC Magdeburg. Marius Sowislo ist das Herz dieser Mannschaft, seit 2013 der Kapitän. Er hat mit dem FCM 2015 den Drittliga-Aufstieg gefeiert und während der vergangenen Jahre in Liga drei eine entscheidende Rolle gespielt – wenn auch zuletzt immer weniger auf dem Platz. Zu diesem Zeitpunkt im März hat Sowislo längst den Entschluss gefasst, seine Karriere nach der Saison zu beenden. Wenige Tage später geht er damit an die Öffentlichkeit.

Marius Sowislo war für den FCM immer mehr als nur ein 1,88 Meter großer Mittelfeldspieler mit langen Beinen und Spielübersicht. Ja, als solcher überzeugte Sowislo gerade in den ersten beiden Drittligajahren. Sieben Tore und fünf Vorlagen in 35 Partien der Debütsaison, sechs Tore sowie drei Vorlagen in 32 Partien der zweiten Spielzeit sprechen für sich – doch erzählen längst nicht die ganze Geschichte.


Marius Sowislo und Töchterchen Daria auf dem Rasen der MDCC-Arena Bildrechte: IMAGO

Der Charakter eines Fußballprofis offenbart sich nicht im Erfolg. Wer spielt, ist zufrieden. Wer als Kapitän das Aushängeschild darstellt, sowieso. Doch was tun, wenn du plötzlich keinen Stammplatz mehr hast? Wenn plötzlich andere deinen Platz einnehmen und du nur zuschauen kannst – wie verhältst du dich dann?

Marius Sowislo wusste, dass sich seine Spielzeit in der Saison 2017/2018 verringern würde. "Ich hatte ein sehr ehrliches Gespräch mit dem Trainer, indem er mir das mitgeteilt hat, aber auch gesagt hat, dass er mich als Persönlichkeit braucht", sagt der 35-Jährige. "Mir war vor Saisonbeginn bewusst, dass ich wahrscheinlich nicht mehr so viel Einsätze bekommen würde. Aber wenn du dann wirklich in diese Phase kommst, in der du nicht spielst, ist es nochmal etwas anderes – ein sehr unangenehmes Gefühl."

Der harte Kern der Fans hat uns immer unterstützt. Viele neue Anhänger, die früher schon zum FCM gehalten, diese Liebe aber irgendwann verloren haben, zeigen wieder Begeisterung. Sie fühlten sich in den vergangenen drei Jahren an alte Zeiten erinnert, dazu haben die Ost-Klassiker beigetragen. Die Fan-Szene ist gewachsen, der Zuschauerschnitt kontinuierlich gestiegen. Ein Wir-Gefühl ist entstanden. Wir haben uns Vertrauen erarbeitet.

Der Kapitän führte regelmäßig die Reservisten auf der Auswechselbank an und nicht die Startelf auf den Platz. Frustrierend für Sowislo, aber: "Mir blieb doch gar nichts anderes übrig, als mit positivem Beispiel voranzugehen. Ich kann von meinen Mitspielern nur das erwarten, was ich selber vorlebe. Auf mich schauen gerade die anderen Ersatzspieler doch noch viel mehr. Wie verhält sich der Kapitän? Motzt der rum? Kann ich mich da vielleicht anschließen? Können wir gemeinsam gegen den Trainer schießen? Wenn so eine Dynamik entsteht, wird es kritisch innerhalb eines Teams."

Doch Marius Sowislo und Jens Härtel – das passt. "Ich bin keine Wanze im Team, aber er weiß, dass er mir zu einhundert Prozent vertrauen kann", sagt der Kapitän über das Verhältnis zu seinem Trainer. Bei der Kommunikation ist Feingefühl gefragt. "Ich muss abwägen: Was muss der Trainer wissen? Was klären wir lieber in der Mannschaft?" Beide sprechen dieselbe Sprache. Das verdeutlicht Sowislo an einem Beispiel aus dem Innersten eines Fußballteams, der Kabine: "Vor den Spielen spricht meist erst Jens Härtel zur Mannschaft, danach bin ich dann dran. Da spricht er mir oft so aus der Seele, dass ich mir schnell noch andere Sätze überlegen muss, um die Jungs heiß zu machen. Das zeigt wunderbar, dass wir dieselbe Denkweise haben."
Wie hat sich Marius Sowislo verändert?

Marius Sowislo kann eine Mannschaft lesen wie kein Zweiter. Er hat im Laufe der Jahre den Umgang mit unterschiedlichen Spielertypen, unterschiedlichen Menschen gelernt. "Der eine will am liebsten jeden Tag diskutieren, andere haben da gar kein Interesse dran, die machen einfach nur. Du musst dir den Einzelnen immer anhören, aber gleichzeitig schauen, dass die Mannschaft als großes Ganzes zusammenbleibt", sagt Sowislo. "Eine der schwierigsten Aufgaben ist, die Leute bei Laune zu halten, die nicht zum Zug kommen."

Ein Beispiel ist Gerrit Müller. Der Mittelfeldmann kam 2016 mit großen Erwartungen zum FCM, doch spielte während der vergangenen zwei Spielzeiten keine Rolle. Genau so erging es dem als Königstransfer titulierten Andreas Ludwig in der vergangenen Saison. "Es war höchst professionell, wie sie sich verhalten haben", sagt Sowislo. "Sie hätten auch stänkern können in den Medien. Im Endeffekt geht es im Profifußball heutzutage ja doch auch um jeden Einzelnen. Sie müssen sehen, wie sie vorankommen, für sich und ihre Familien. Aber sie haben weiter hart trainiert und so die Intensität hochgehalten." Genau wie Sowislo, der sagt: "Ich bin hier in Magdeburg auch mental stark genug, um Rückschläge wegzustecken und voranzugehen." Trotz oder gerade wegen seines straffen Terminkalenders.

Die Mannschaft hat einen Charakter entwickelt, der uns erfolgreich macht: Wir sind Fußballer, die versuchen, den Verein auf dem Rasen nach vorne zu bringen. Genau so wie die Fans auf den Rängen. Wir haben keine Starallüren. Wir nehmen uns keine Sonderrechte heraus. Wir sind nicht besser und nicht schlechter als die Fans. Die Leute haben gemerkt, dass wir ein Teil von ihnen sind. Dass wir es geschafft haben, diese Einstellung früh in den Köpfen aller Spieler zu verankern, war entscheidend.

Auch an diesem Tag steht gleich das Training auf dem Programm, danach noch ein Termin mit einem Wirtschaftspartner, die Familie wartet am Abend dann schon auf den Papa. Seine Frau Julia stand bei der Aufstiegsfeier 2015 hochschwanger neben ihm auf dem Rathausbalkon, wenig später wurde Tochter Daria geboren. Ihre ersten Lebensjahre, sein wachsendes Sportlernetzwerk, die Aufgaben als Kapitän des 1. FC Magdeburg – woher nimmt Marius Sowislo seine Energie?

"Es gibt kein schöneres Gefühl, als wenn die Sachen, die du machst, dich erfüllen", sagt der 35-Jährige. "Ich hole mir die Kraft von den einzelnen Bereichen. Was machst du als Profifußballer nach Niederlagen? Du grübelst, du siehst alles negativ. Aber dafür habe ich gar keine Zeit. Ich ziehe positive Energie aus meiner Familie oder dem Unternehmen und trage das dann wieder in die Mannschaft hinein."

Kraft geben dem Team auch seine Fans. Die Unterstützung für den FCM ist beispiellos. Die Anhänger sorgten in den vergangenen drei Jahren immer wieder für Positivschlagzeilen – in Sachsen-Anhalt, in Deutschland, in Europa.

Der FCM ist etwas Besonderes, nicht nur in Deutschland, sondern über die Grenzen hinaus. Wir alle wollen den Verein in Glanz erstrahlen lassen. Die Marke steht über allem. Die Menschen leben für den Verein und würden alles für ihn geben. Wir sind ein Teil davon und konnten in dieser Stadt etwas bewegen. Dafür bin ich Fußball-Profi geworden, um so einen Zusammenhalt zu erleben. Das kann uns keiner mehr nehmen.

Marius Sowislo war 29 Jahre alt, als er sich für einen Wechsel zum 1. FC Magdeburg entschied. Der Deutsch-Pole hatte in Bochum, seiner Heimat, "eigentlich alles, um glücklich zu sein". Er kickte bei den Sportfreunden Siegen und fühlte sich wohl im Kreise seiner Freunde und Familie.

Deshalb zögerte er, als das Angebot des FCM kam. Deshalb musste Vater Heinrich, der als Handballer früher oft im Osten unterwegs gewesen war, ein flammendes Plädoyer für einen Wechsel halten. "Zum Glück", sagt Marius Sowislo heute, "habe ich damals auf ihn gehört." Es hat sein Leben verändert.

Quelle https://www.mdr.de/...lt100.html


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01.05.2018, 09:33
Wadenbeisser Abwesend


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Volksstimme-Umfrage
Für FCM muss Klassenerhalt das Ziel sein
01.05.2018

Zitat:


Beim Aufstiegsspiel des 1. FC Magdeburg gegen Fortuna Köln war es die Parole: 2. Liga wir kommen. Aber was ist in der kommenden Saison möglich für den FCM? Foto: Eroll Popova

In der 2. Bundesliga sollte für den 1. FC Magdeburg nur der Klassenerhalt zählen. So sehen es die Teilnehmer unserer Umfrage mehrheitlich.
Von Johannes Vetter ›

Magdeburg l Für den 1. FC Magdeburg sollte es in der kommenden Saison nur darum gehen, die Klasse zu halten. So sehen es mehr als 900 Nutzer, die in der vergangenen Woche an der Umfrage auf http://www.volksstimme.de teilgenommen haben. Insgesamt beteiligten sich genau 1600 User an der Umfrage.

Nach der Aufstiegsparty fragten wir die Nutzer: Was ist für den FCM in der 2. Bundesliga möglich? Knapp 58 Prozent wählten die Antwort: Im ersten Jahr zählt nur der Klassenerhalt. Ein eindeutiges Ergebnis, wenn die Umfrage auch nicht repräsentativ ist. Rund 18 Prozent sehen die Mannschaft am Ende der kommenden Saison im gesicherten Mittelfeld, elf Prozent der Teilnehmer glauben nach der Euphoriewelle der vergangenen Tage gar an einen Durchmarsch in die erste Bundesliga.
Nur wenige glauben an direkten Wiederabstieg

Mit einem Sieg gegen Fortuna Köln hatte der FCM am 21. April den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft. Für die kommende Saison plant der Club mit einem deutlich höheren Etat. Trotzdem will die Vereinsführung auf dem Transfermarkt keine Riesenkracher für den Kader der kommenden Saison holen. Handeln müssen die Verantwortlichen aber in jedem Fall. Mehrere Spieler klündigten in den vergangenen Tagen an, den Verein zu verlassen, darunter Abwehrspieler André Hainault und Tobias Schwede.

Pessimistisch sind nur wenige Teilnehmer. 127 Nutzer (knapp 8 Prozent) glauben an einen direkten Wiederabstieg. 91 Nutzer wählten die Antwort: Ich interessiere mich nicht für Fußball.




04.05.2018, 13:24
Wadenbeisser Abwesend


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Zitat:


„Hier kommt der 1. FC Magdeburg!“ – Original Domglocken erstmals in der MDCC-Arena zu sehen
Bildunterschrift: Stadionsprecher Jens Hönel (1. FC Magdeburg), Ingeborg Brunner (Domgemeinde Magdeburg) und Dompfarrer Jörg Uhle-Wettler. copy Sportfotos Magdeburg


Magdeburg, 31.01.2018

Kurz vor dem Auflaufen der Mannschaften beim Heimspiel des 1. FC Magdeburg ertönten sie am
Samstag und konnten auf der Anzeigetafel in der MDCC-Arena Magdeburg in Augenschein genommen
werden: die Glocken vom Magdeburger Dom.

Unterstützt durch Dompfarrer Jörg Uhle-Wettler, Teil der 1.600 mitgliederstarken Domgemeinde,
konnten die besonderen Videoaufnahmen der Glocken im Magdeburger Dom realisiert werden.
Jörg Uhle-Wettler hat eine persönliche Bindung zur Landeshauptstadt und zum 1. FC Magdeburg
im Speziellen. In den siebziger Jahren lebte der 1965 geborene Dessauer in Magdeburg und besuchte
Blau-Weiß regelmäßig. Er ist seit einiger Zeit wieder in der Landeshauptstadt wohnhaft.
Beeindruckt von der großartigen Stimmung in der MDCC-Arena gab der Dompfarrer nach Abstimmung
mit dem Domgemeindekirchenrat einen Impuls, um die bisher als Animation gezeigten
Glocken durch das Original in Bild und Ton zu ersetzen.

Zur Premiere des Originals im Rahmen des Auflaufens der Mannschaften hatte der 1. FC Magdeburg
den Dompfarrer gemeinsam mit Ingeborg Brunner zum Heimspiel gegen den SV Meppen eingeladen.
Mit 87 Jahren ist die ehemalige Mitarbeiterin der Kinderbibliothek seit der ersten Stunde
Fan von Blau-Weiß und zugleich Mitglied der Domgemeinde und hatte den 1. FC Magdeburg für
lange Zeit nicht mehr besucht.

In der Halbzeitpause der Partie überbrachten Jörg Uhle-Wettler und Ingeborg Brunner Grüße der
Domgemeinde an die über 16.000 anwesenden FCM-Fans. „Viele Mitglieder der Domgemeinde
sind FCM-Fans und regelmäßige Stadionbesucher“, so der Dompfarrer. Ingeborg Brunner sprach
zudem einen persönlichen Wunsch aus: „Ich möchte noch erleben, wie der 1. FC Magdeburg in die
2. Bundesliga aufsteigt.“

Die Domgemeinde will in den nächsten Jahren das Kathedralgeläut der ältesten Gothischen Kathedrale
in Deutschland erweitern und neue Glocken gießen lassen. Ein ambitioniertes Ziel, zu deren
Umsetzung sich am 10.03.2018 ein eigener Förderverein gründen wird.

Der 1. FC Magdeburg bedankt sich ausdrücklich bei der Domgemeinde für die Möglichkeit, die
Domglocken im Orginal aufzeichnen zu können, um ein Stück mehr von dem, was den 1. FC Magdeburg
und die Landeshauptstadt zusammen schweißt, in die Heimspielstätte übertragen zu können.



v up

05.05.2018, 17:49
Berserker Abwesend
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Bevor ich es vergesse, ich heiße hiermit den HSV willkommen in der 2. Liga.

05.05.2018, 18:03
armageddon Abwesend
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Zitat von Berserker:
Bevor ich es vergesse, ich heiße hiermit den HSV willkommen in der 2. Liga.

wenn Wolfsburg uns den Gefallen tut und den FC Köln besiegt ist der HSV ein lachen sehr gern gesehener Konkurrent für die neue Saison.

05.05.2018, 19:02
Berserker Abwesend
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Zitat von armageddon:
Zitat von Berserker:
Bevor ich es vergesse, ich heiße hiermit den HSV willkommen in der 2. Liga.

wenn Wolfsburg uns den Gefallen tut und den FC Köln besiegt ist der HSV ein lachen sehr gern gesehener Konkurrent für die neue Saison.
Oh mein Gott Na klar doch, mein Fehler. Dachte war schon der letzte Spieltag.

05.05.2018, 20:51
armageddon Abwesend
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Zitat von Berserker:
Zitat von armageddon:
Zitat von Berserker:
Bevor ich es vergesse, ich heiße hiermit den HSV willkommen in der 2. Liga.

wenn Wolfsburg uns den Gefallen tut und den FC Köln besiegt ist der HSV ein lachen sehr gern gesehener Konkurrent für die neue Saison.
Oh mein Gott Na klar doch, mein Fehler. Dachte war schon der letzte Spieltag.


Bist aber wieder ganz schön "zerstreut" . . . . . Wink

09.05.2018, 20:56
Wadenbeisser Abwesend


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