MDFF - das Magdeburger Fussballforum



12.06.2020, 13:59
Berserker Abwesend
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Betreff: Re: Bewertung der aktuellen sportlichen Lage
Zitat von Magdeburg56:
Sollten wir absteigen kann Kallnik gehen! Mein Meinung
Wen willst’e denn noch alles rauskanten?
Is ja danach niemand mehr da. Auch wenn Kalle in letzter Zeit mehr falsch als richtig gemacht hat, allein der Gedanke, danach komplett nackig dazustehen grauelt mir gehörig.
Lass den mal schön hier und sich seiner neuen Aufgabe stellen. Alles andere endet in einem nicht abzusehenden Chaos.

12.06.2020, 16:36
Magdeburg56 Abwesend


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Betreff: Re: Bewertung der aktuellen sportlichen Lage
Zitat von Berserker:

Lass den mal schön hier und sich seiner neuen Aufgabe stellen. Alles andere endet in einem nicht abzusehenden Chaos.
Also bekommt er eine lebenslange Jobgarantie hm
Der Osten rockt die Liga 3 - und der Dete ist auch mit dabei!

12.06.2020, 16:46
Wadenbeisser Abwesend


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Betreff: Re: Bewertung der aktuellen sportlichen Lage
Zitat von Wadenbeisser:
vielleicht noch mal zum Abschluß? dieser unsäglichen Geschichte nach dem Braunschweig Spiel ein gut geschriebener BlogText vom Alex Schnarr

so oder so ähnlich gings mir auch danach

hoffe Alex hat nix dagegen das ich hier mache



Erleichterung

Zitat:

Als hätte jemand das Fenster aufgerissen, die alte, verbrauchte, unangenehm abgestandene Luft entweichen lassen und mit dem frischen Wind ein gutes Stück Optimismus und Zuversicht ins Zimmer zurückgeholt. Es ist komisch, aber so ungefähr fühlte sich das an, gestern Abend, als die Meldung zur Freistellung von Claus-Dieter Wollitz die Runde machte.

Selten hat mich eine Trainerentlassung so erleichtert wie diese jetzt, und das hat nicht nur damit zu tun, dass nach dem Debakel in Rostock auch die und der Letzte gesehen haben muss, dass das mit Wollitz und dieser Mannschaft nichts mehr werden würde. Um das aber gleich vorweg zu nehmen: Mir geht es gar nicht um die Person Claus-Dieter Wollitz (ich kenne den Mann nicht persönlich) und auch nicht so sehr um den Trainer Wollitz, mithin also auch nicht um eine Bewertung seiner Arbeit. Dafür reicht ein Blick auf die nackten Zahlen: zwei Siege, vier Unentschieden, fünf Niederlagen und 13:15 Tore sprechen eine deutliche Sprache, legt man die vollmundigen Ankündigungen bei bzw. rund um Wollitz’ Präsentation seinerzeit zugrunde. Einen bleibenden Eindruck hat dieser Trainer ohnehin nicht hinterlassen – hoffen wir, dass das auch für die ungute Dynamik gilt, die da seit Weihnachten 2019 ihren Lauf genommen hatte und durch den Wechsel zu Thomas Hoßmang nun möglicherweise durchbrochen werden kann.

Nein, das Gefühl der Erleichterung rührt vielmehr daher, dass der Club mit dieser Entscheidung, auch wenn die Verantwortlichen das so nicht sagen werden, einen kolossalen, epischen Fehler einräumt und, hoffentlich nicht zu spät, auch korrigiert hat. Und das kann ich wertschätzen. Gemeint ist auch hier nicht (nur) die Installation von Wollitz, sondern der total unnötige Cut im Dezember mit der Entlassung von Stefan Krämer, der blödsinnigen Bildtafel und der Idee, so etwas wie Teamchemie und mannschaftliche Hierarchien mal eben auf Knopfdruck umbauen zu können. Was für ein Unsinn. Was für eine riesige Fehleinschätzung. Was für ein Abfuck.

So beschissen und bedrohlich die derzeitige Lage auch ist: Das, was da gestern passierte, ist vor diesem Hintergrund tatsächlich einigermaßen wohltuend, nachdem wir uns seit ungefähr Mai 2019 anhören mussten, wie toll, super, richtig und gut alles ist, wie wir Idioten bestimmte Aussagen zur kurz- und mittelfristigen Zielstellung einfach falsch verstanden haben und wie viel Potential diese freshe Mannschaft doch eigentlich hat, das sie aber kurioserweise auch unter dem zweiten Trainer der Spielzeit nicht abrufen konnte.

Diese Ignoranz und zum Teil auch Arroganz und Bockigkeit, die da transportiert wurde, war kaum mehr zu ertragen; Anspruch und Wirklichkeit standen längst, auch wenn Maik Franz das vermutlich immer noch anders sehen wird, in keinem gesunden Verhältnis mehr. Ich hatte ehrlich Angst davor, dass die sportliche Leitung es vorzieht, an ihrer eigenen Weltsicht festzuhalten und den Club lieber in die vierte Liga zu führen, als konsequent zu sagen: “Hier, halt, stop, wir haben uns da gewaltig vertan, so wird das nichts.”

Über dieses Eingeständnis, denn nichts anderes ist ja die Entlassung von Wollitz und die Degradierung von Maik Franz, bin ich sehr, sehr froh. Denn machen wir uns nichts vor: Claus-Dieter Wollitz ist in Magdeburg gescheitert, klar, allerdings war die Erfolgswahrscheinlichkeit in dem Szenario, in dem er die Mannschaft übernommen hatte, ohnehin gering. Vor allem gescheitert, und zwar krachend, ist aber Maik Franz, dem es schlicht und ergreifend nicht gelungen ist, ein Team zu formen und mit einem Cheftrainer zu versehen, das den Ansprüchen und Zielen, die immer und immer wieder formuliert wurden, auch gerecht werden konnte. Und zwar schon die zweite Spielzeit in Folge. Es ist daher gut, richtig und eigentlich auch überfällig, Maik Franz jetzt aus der Verantwortung zu nehmen. Von allem, was sich von außen beurteilen lässt, war er ihr einfach (noch?) nicht gewachsen.

Nun also Thomas Hoßmang und der Versuch, mit einer internen Lösung in den verbleibenden sieben Spielen noch die nötigen Punkte zu holen, die den Absturz in die Viertklassigkeit verhindern. Herrn Hoßmang und seinem Team für diese schwierige Aufgabe viel Erfolg, alles Gute und maximalste Unterstützung! Und an die Mannschaft, Daniel George thematisierte das ja auch bereits für MDR Sachsen-Anhalt: Jetzt seid Ihr dran, es gibt keine Ausreden mehr. Zerreißt Euch für uns, zerreißt Euch für den Club, zerreißt Euch für den Klassenerhalt! Oder bleibt halt zuhause und sucht Euch einen anderen Verein.

Am Ende des Tages ist es eigentlich ganz einfach: Fehler passieren, das ist alles nicht schlimm. Schwierig ist es allerdings, sich diese Fehler einzugestehen und dann auch konsequent zu korrigieren, was der Club nun aber hier versucht. Respekt dafür. Wie lange uns der ganze Mist noch nachhängen wird, kann niemand wissen, aber zumindest gibt es nun die Chance, es besser zu machen. Und ich weiß nicht, warum, aber irgendwie habe ich das verhalten gute Gefühl, dass das nach den gestrigen Entscheidungen sogar klappen könnte.

In diesem Sinne: Immer kämpfen, immer siegen! Immer vorwärts, FCM!

v up




Zitat:

Donnerstag, 11.06.2020
AUFRUF ZUM VERZICHT AUF DIE RÜCKERSTATTUNG VON TAGES- UND DAUERKARTEN
Seitdem uns die Situation rund um das Coronavirus in Magdeburg viel mehr und intensiver beschäftigt, als wir uns das alle jemals hätten träumen lassen, ist sowohl in der Gesellschaft als auch im Fußball einiges passiert.

Der Fußball hätte nachhaltig verändert werden können, doch außer bloßer Lippenbekenntnisse aus der Beletage des deutschen Fußballs ist von dieser einmaligen Möglichkeit leider nicht viel übrig geblieben. Während sich viele Fußballfans gegen ein „weiter so“ positionierten, werden anderswo bereits wieder wahnwitzige Millionenbeträge für Spielertransfers verhandelt und diskutiert.

Wie befürchtet, ist nun auch der Spielbetrieb in der 3. Liga wieder aufgenommen worden. Unserem Club droht ein beachtliches Minus und somit ein dramatischer Finanzverlust. Das Ergebnis des soliden und nachhaltigen Wirtschaftens der vergangenen Jahre ist ernsthaft bedroht. Ihr habt das Ganze sicherlich in den Medien verfolgt.
In den kommenden Tagen wird der 1. FC Magdeburg über die Modalitäten zur Rückerstattung für erworbene Dauer- und Tageskarten informieren. Viele Clubfans werden auf die Gelder aus den Rückerstattungen angewiesen sein, weil auch an ihnen die Krise nicht spurlos vorüber geht oder das Geld einfach sowieso nicht ganz so locker sitzt. Jeder hat dafür Verständnis!

Wir wollen mit diesem Aufruf aber dennoch an all jene Clubfans appellieren, die aufgrund geringerer finanzieller Zwänge nicht auf die Rückerstattung für Tages- oder Dauerkarten angewiesen sind.

Bitte überlegt im Sinne des 1. FC Magdeburg, auf die Rückerstattungsmöglichkeiten zu verzichten. Helft auf diesem Weg mit, die finanziellen Auswirkungen der Krise für unseren Club so gering wie möglich ausfallen zu lassen. Der 1. FC Magdeburg hat aus seinen Fehlern der Vergangenheit gelernt, wirtschaftet solide und nachhaltig. Gemeinsam können wir dem 1. FC Magdeburg helfen, diesen Weg weiter zu gehen.

Nochmals danken wir Euch auch mit Blick auf die Rotterdam-Aktion für das große Verständnis und euer Engagement. Die finale Abrechnung erfolgt Anfang Juli nach Saisonabschluss. Hierüber werden wir Euch natürlich informieren. Es war eine großartige Aktion für unseren Verein.

FanRat e.V. & Block U 1. FC Magdeburg



1.FCM Home

Zitat:
12.06.2020
„Was uns zusammen- schweißt!"

Ticketrückerstattung oder Verzicht ab Donnerstag möglich

Am 25.05.2020, hat der außerordentliche DFB-Bundestag beschlossen, die unterbrochene Saison der 3. Liga 2019/2020 fortzusetzen. Alle noch ausstehenden Partien werden seither als Partien ohne Zuschauer („Geisterspiele“) unter strengen Auflagen und unter Anwendung des Hygienekonzepts der DFL/DFB Taskforce durchgeführt. Im Rahmen der Corona-Pandemie haben wir immer betont, dass das Wohl unserer Mitarbeiter hierbei im Vordergrund steht.

Meisterschaftsspiele und allen voran Heimspiele ohne eigene Fans austragen zu müssen, stellt für uns alle einen nahezu unerträglichen Zustand dar. Stimmung, Unterstützung, Erlebnisse, Emotionen. All‘ das fehlt uns sehr.

Die wirtschaftlichen Folgen der Geisterspiele für unseren 1. FC Magdeburg sind immens und aktuell noch nicht klar zu beziffern. Bis Saisonende 2019/2020 betrifft dies die Heimspiele gegen 1. FC Kaiserslautern, KFC Uerdingen, FC Viktoria Köln, FC Bayern München U23, SG Sonnenhof Großaspach und SC Preußen Münster sowie die Auswärtsspiele beim F.C. Hansa Rostock und FC Würzburger Kickers.

Viele unserer treuen und zahlreichen Clubfans haben bereits signalisiert, dass Sie auf eine Erstattung des Ticketkaufpreises oder eine Teilrückerstattung des Dauerkartenpreises verzichten möchten. Dies ist ein großes Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts in dieser schweren Zeit und dafür möchten wir uns bereits jetzt bei Euch bedanken: Was uns zusammenschweißt!

Dennoch sind wir uns unserer Verantwortung für alle Clubfans bewusst. Selbstverständlich werden alle Fans, die eine Erstattung des Eintrittspreises bereits erworbener Tickets anstreben, hierzu eine entsprechende Möglichkeit erhalten.

Unter der Zielstellung, diesen Prozess unkompliziert und transparent zu gestalten, startet die Rückabwicklung aller Ticketarten (Dauerkarte, verkaufte Tageskarten für Heim- und Auswärtsspiele sowie Nordtickets) am kommenden Donnerstag, 18.06.2020. Alle weiterführenden Informationen werden dann auf unserer Website und in der FCM-App veröffentlicht.

Wir bedanken uns ausdrücklich für die Geduld und das bisher entgegengebrachte Verständnis in dieser Zeit.

bisschen lang geworden - aber wat mut dat mut

12.06.2020, 18:06
Berserker Abwesend
G-Mod,

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Betreff: Re: Bewertung der aktuellen sportlichen Lage
Zitat von Magdeburg56:
Zitat von Berserker:

Lass den mal schön hier und sich seiner neuen Aufgabe stellen. Alles andere endet in einem nicht abzusehenden Chaos.
Also bekommt er eine lebenslange Jobgarantie hm
Nö, dass nicht!
Nur ist weit und breit niemand der mit den Hufen scharrt zu sehen, bzw. wüsste ich persönlich auf Anhieb nicht, wer dieses Amt ansonsten bekleiden kann. Bei Kallnik weiß man was man hat. In Zukunft muss einfach nur wieder das Drumherum passen. Klingt einfach, ist es auch. Fängt beim Trainer an und hört bei den Transfers auf. So schlecht waren wir unter Kalles Regie nicht aufgestellt. Erst als er das Heft des Handelns aus der Hand gab, ging das Theater los.

13.06.2020, 08:17
fcm1965treue Abwesend
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Betreff: Re: Bewertung der aktuellen sportlichen Lage
Zitat von Berserker:
Zitat von Magdeburg56:
Zitat von Berserker:

Lass den mal schön hier und sich seiner neuen Aufgabe stellen. Alles andere endet in einem nicht abzusehenden Chaos.
Also bekommt er eine lebenslange Jobgarantie hm
Nö, dass nicht!
Nur ist weit und breit niemand der mit den Hufen scharrt zu sehen, bzw. wüsste ich persönlich auf Anhieb nicht, wer dieses Amt ansonsten bekleiden kann. Bei Kallnik weiß man was man hat. In Zukunft muss einfach nur wieder das Drumherum passen. Klingt einfach, ist es auch. Fängt beim Trainer an und hört bei den Transfers auf. So schlecht waren wir unter Kalles Regie nicht aufgestellt. Erst als er das Heft des Handelns aus der Hand gab, ging das Theater los.


da stimme ich aufjedenfall zu Smiling

01.07.2020, 07:59
Wadenbeisser Abwesend


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Betreff: Re: Bewertung der aktuellen sportlichen Lage


Kommentar

Der Abstieg des FCM
01.07.2020
Zitat:

Wohin geht die Reise für den 1. FC Magdeburg? Verbleib in Liga 3 oder dem Abstieg in die Regionalliga? Montage: Nico Esche

Der 1. FC Magdeburg steht kurz vor dem Abstieg in die Bedeutungslosigkeit, der Schritt in die vierte Liga würde den Verein um zehn Jahre ...
Von Nico Esche

Magdeburg l Da sind wir also nun wieder, im Kellergeschoss der Liga, das zweite Mal innerhalb weniger Monate, und bangen mit dem erneuten Abstieg. Diesmal mit einem kleinen und feinen Unterschied, diesmal geht es um alles, und damit meine ich, die Bedeutung im nationalen Fußball.

Das Damoklesschwert schwebt bereits seit geraumer Zeit über dem 1. FC Magdeburg. Dabei war vieles einst so ansehnlich und herzerwärmend, wenn man sich an die kürzere Vergangenheit zurückerinnert. Eine Zeit, als das blau-weiße Herz schnell und schneller geschlagen hatte: Ex-Kapitän Marius Sowislo und seine Männer kämpften sich entgegen aller Widrigkeiten auf den Drittliga-Olymp. Die Meisterschaft wurde eingetütet, den Skeptikern mit einer brutal effizienten Leichtigkeit Staub zu schlucken gegeben.

Doch das Unterhaus, die zweite Liga, ist von Mannschaften durchsetzt, die neben dem Kampf im Herzen, vor allem auch spielerische Klasse in den Knochen trägt. Eine Tugend, die den meisten Clubs in der Dritten fehlt. An Heidenheim, Köln und Pauli biss sich der FCM die Kiefer wund, der Aufstieg war kräftezehrend, die Motivation versiegte im Sumpf ständiger Niederlagen.

Der Abstieg wurde bald besiegelt, der Sieg gegen den großen Hamburger Sportverein (2:1), ein letztes Aufbäumen des darbenden FCM. Doch was anschließend geschah, spottete jeder Beschreibung. Die Trainer wurden in den kommenden Monaten durchgereicht, eine Vertrauensbasis wurde noch an ihrer Knospe zerdrückt, weit vorher, bevor ein Vertrauen hätte entstehen können.
Oenning, Krämer und Wollitz

Michael Oenning kam, sah und scheiterte. Wie viel Schuld er an dem schlechten Abschneiden des wichtigsten Fußballclubs Magdeburgs trug, lässt sich schwer fassen, die Basis, auf die er hätte aufbauen können, war denkbar schlecht. Der Abstiegskampf hing den Männern in den Knochen, der ein oder andere Spieler hatte (oft hinter vorgehaltener Hand) bereits mit anderen Vereinen Verträge vereinbart, die Leistungen waren dementsprechend schlecht.

Stefan Krämer folgte, war beliebt unter den Spielern und den Fans. Allen voran die Leistungsträger sollen eine sehr gute Beziehung zu dem heutigen Uerdingen-Trainer gehabt haben. Erfolge blieben aus, der 1. FC Magdeburg pendelte sich im Mittelfeld ein. Und doch: eine Mannschaft wurde geformt, schlicht “eingerüttelt” wurde die Elf noch nicht, dafür fehlte einfach die Zeit. Krämer musste den Club verlassen, noch bevor seine “Impfung” bei den Spielern Wirkung gezeigt hätte.

Nur wenige Stunden später war es Claus-Dieter Wollitz, der an der Seitenlinie stehen sollte. Zu einem Zeitpunkt, an dem eben angesprochene Leistungsträger, ob der "Hals-über-Kopf-Entlassung" Krämers, immer noch verwundert die Häupter schüttelten. Nicht nur, dass der Verein den Trainer rausgeschmissen hat, der im Begriff war, ein Vertrauen aufzubauen. Nein, der Club holte sich einen neuen Trainer ins Haus, der bei Fans, Kritikern und (wahrscheinlich) bei vielen Spielern, sagen wir einmal, nicht hoch in der Gunst stand. Und das ist schon sehr positiv ausgedrückt, las man die vielen negativen Kommentare zur Wollitz-Situation auf den sozialen Netzwerken quer.
Taktieren ist Silber, Vertrauen ist Gold

Jeder, der selber einmal auf dem Platz stand, kann bestätigen, wie wichtig eine Vertrauensbasis zum Trainer und Stab ist - sei es in einem Drittligaverein oder in der F-Jugend des SV Rot Weiß Wackersleben. Oft ist eine Beziehung zwischen Ausführenden und Taktikgebenden Grundlage, die zwischen Sieg und Niederlage entscheiden kann; oder aber auch zwischen “Ich gehe gerne auf den Platz” und “Ich traue mich nicht auch nur den Mund aufzumachen”. Ein Verein ist wie eine zweite Familie. Wackelt das Vertrauen zum Oberhaupt, bricht das Fundament nach und nach unter den Füßen zusammen.

Die Chancen, die Liga zu halten, sind da, doch wurden sie von Spiel zu Spiel niedriger, die Pleiten gegen München in der letzten Sekunde und der Schmach von Großaspach, schmerzen zutiefst in der Fan-Seele. Eine Sekunde länger konzentriert geblieben, ein einziges Mal einen kühlen Kopf vor dem Tor behalten, und die Zeilen hier würden sich gänzlich anders lesen.

Sicherlich wäre es einfach, einzelne Schuldige aus diesem Wust an Menschen, die den Club seit Jahren am Laufen halten, herauszupicken. Viele falsche Entscheidungen wurden getroffen, wie die Entlassung Härtels. Und das zu einem Zeitpunkt, da zwar nicht viel nach vorne ging, das aufgebaute Vertrauen zwischen Verein und Trainer jedoch in den Folgespielen das Zünglein an der Waage hätte sein können. Auch spielerisch war das in weiten Teilen Murks, entweder lag das an fehlendem Esprit, Können oder abhanden gekommener Motivation der Spieler - gerade letztes war stets eines der großen Leitbilder des 1. FC Magdeburgs, und das auch über die Landesgrenzen hinaus.

Und ja, auch Corona könnte eine Rolle gespielt haben, immerhin konnten sich die Spieler kaum auf die Situation einstellen, durften nicht gemeinsam trainieren. Gleichzeitig war der Großteil der Mitbewerber bereits im Training. Fair ist das nicht. Faire Verhältnisse sind das ebenso nicht. Ein fairer Umgang mit diesen Mannschaften? Keine Option. Der DFB ist nicht fair, kein Geheimnis, aber etwas, das immer wieder mal erwähnt werden sollte.
Der Pessimist sagt:

Was passiert, wenn der FCM in die Regionalliga absteigt? Eine mögliche Insolvenz, wie manche bereits unken, ist zwar nicht ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich. Die dicke Finanzspritze , eingeleitet durch den Top-Transfer von Marius Bülter, ist ein Segen für den Club, das Geld wurde stets zusammengehalten (vielleicht zu sehr?). Der Abstieg würde jedoch die Vereinsfarben verblassen lassen. Das Prestige, das Sowislo, Mario Kallnik bis hin zu Jugendabteilungschef und Jetzt-Trainer Thomas Hoßmang über Jahre hinweg aufgebaut hat, wird zu Grabe getragen. Der FCM teilt seinen 30.000 Seelen zählenden Tempel künftig mit Fans aus den Lagern des ZFC Meuselwitz (durchschnittlich 625 Heim-Zuschauer in der Saison 18/19) oder Union Fürstenwalde (484 Heim-Zuschauer). Der FCM hatte im Vergleich übrigens 20.225 Zuschauer im Schnitt. Demütigende Zukunftsperspektiven.

Leidtragende sind vor allem all jene, die Woche für Woche am Rande des Herzinfarkts mitleiden und treu ihrem Verein ins Stadion folgen und durch ganz Deutschland hinterherreisen, nämlich den Fans. Diese werden mit ihrer Anwesenheit künftig alle Stadien der Liga dominieren, da sie stets mit ihren rund 700 bis 1000 Auswärtsfahrern in der Mehrzahl sein werden - und das ist genauso traurig, wie es sich liest.

Allein die Vorstellung, dass der 1. FC Magdeburg künftig in der Regionalliga spiele, ist so absurd wie real. Gab es je ein Club im Amateurfußball mit einem solch großen Stadion? Oder gar mit insgesamt fast 10.000 Mitgliedern? Der Aufstieg aus der Regionalliga? Ein Ziel, das nach allen absehbaren Spielerabgängen, erst in zwei bis drei Jahren erreicht werden kann. Frühestens.
Der Optimist sagt:

Was passiert, wenn der FCM die Liga halten kann? Als Erstes wird aussortiert. Eine ganze Reihe an Verträge laufen diesen Sommer aus, mit den Bülter-Millionen muss klug und effizient eingekauft werden. Auch muss auf die eigene Jugend gesetzt und den jungen Kerlen zumindest die Chance gegeben werden, sich zu beweisen - das kann zudem ein gutes Licht auf die Jugendabteilung des Vereins werfen und so potenzielle Talente zum FCM gelockt werden.

Die zweite Chance muss genutzt werden, am besten nimmt man sich das Beispiel aus Braunschweig zu Herzen. Der BTSV ist nach seinem harten Abstieg von der ersten in die dritte Liga schwer ins Schwimmen geraten. In der vergangenen Spielzeit retteten sie sich gar auf dem 16. Platz und hielten ächzend die Liga. Ein Jahr später können sie den Aufstieg in die zweite Liga so gut wie sicher einpacken und mit nach Hause nehmen.

Ein kämpferisches Beispiel: Werder Bremen. Sie waren in dieser Saison so gut wie abgestiegen, brauchten ans rettende Ufer mindestens vier Tore Unterschied und Schützenhilfe von Union Berlin, die bei der Parallel-Partie gegen Düsseldorf spielten. Bremen schoss in sieben Minuten drei Tore(!), Endstand 6:1, Düsseldorf unterlag, die Hanseaten konnten sich retten.

Zudem wäre es generell nicht verkehrt den Trainer zu halten, sollte er dies wünschen. Hoßmang “ist” 1. FC Magdeburg, das ist nicht zu leugnen, zeigt sich in seiner Körpersprache und seinem Lebenslauf. Die großen Erfolge blieben zwar bislang aus, einer wie er kann jedoch zur Identifikationsfigur für das neue Zeitalter des Clubs werden. Zudem bleibt die Frage, was mit der Personalie Maik Franz geschehen wird. Der Sportchef des Clubs, der aktuell beurlaubt und dessen Rolle von Kallnik gefüllt wurde, bleibt ein Zankapfel zwischen Verein und Fans. Sein Verbleib, ob bei Abstieg oder Klassenerhalt, wird auch künftig Zunder der Gemüter von Vereinsmitglieder sein. Vertrauen ist auch hierbei das Stichwort.

Die Hoffnung bleibt. Hoffnung auf einen Verbleib im Profi-Sport. Der Abstieg wäre zwar nicht der Untergang des Vereins, einer Zäsur käme der Schritt in den Amateurfußball jedoch gleich. Eine der für die Sportstadt Magdeburg dunkelste Stunde ihrer Geschichte wäre der Fall in die Regionalliga zweifelsohne.

Nico Esche ist leidenschaftlicher “Blau-Weißer”. Dabei ist das Wort “leidenschaftlich” wörtlich zu nehmen, leidet er doch viel zu oft bei den Spielen seines Clubs in den vergangenen Monaten echte Pein. Der erste Stadionbesuch seines Lebens? Im HKS. Der voraussichtlich letzte Stadionbesuch seines Lebens? Im HKS. Seine Liebe zum Verein? Einmal immer.




ich bin immer noch bisschen im Modus

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