MDFF - das Magdeburger Fussballforum



08.05.2020, 07:46
Wadenbeisser Abwesend


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Fußball
DFB massiv unter Druck
08.05.2020
Zitat:

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff stellte via Twitter klar, welche Erwartungen es an den DFB gibt. Screenshot: Twitter

Da die 3. Liga weiter keine Genehmigung zur Saison-Fortsetzung mit Geisterspielen hat, gerät der Deutsche Fußball-Bund (DFB) unter Druck.
Von Manuel Holscher ›

Magdeburg l Reiner Haseloff hatte Klärungsbedarf. Streitpunkt war eine Formulierung bezogen auf die 3. Liga. „Der DFB wird gebeten, für die anderen Ligen tragfähige Zukunftskonzepte zu entwickeln“, hieß es ergänzend im Beschluss von Bund und Ländern zur Saison-Fortsetzung der Bundesligen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident erklärte am Mittwochabend via des sozialen Netzwerks Twitter unmissverständlich, was es mit dieser Formulierung auf sich hat: „Ziel der Forderung an den DFB ist die dauerhafte finanzielle und wirtschaftliche Sicherung unserer Clubs der 3. Liga in den kommenden Spielzeiten ab 2020/21.“ Von der aktuellen Spielzeit und einer möglichen Fortsetzung war keine Rede.
Haseloff widerspricht DFB-Präsident

Damit widersprach Haseloff einer vom DFB verbreiteten Meldung. In dieser sagte DFB-Präsident Fritz Keller, dass er davon ausgeht, dass unter anderem die 3. Liga „unter dem Aspekt der Gleichbehandlung von Berufsfußballern“ grundsätzlich in die Entscheidung für eine Saison-Fortsetzung eingeschlossen ist.

...

Deutliche Mehrheit für Saisonabbruch*

In anderen DFB-Ligen geht die Tendenz unterdessen klar in Richtung Abbruch. So stimmten bei einem Meinungsbild in den Junioren-Bundesligen 50 Vertreter für einen Abbruch, einer sprach sich für eine Pause aus, zwei enthielten sich. Im Falle eines Abbruchs stimmten zudem 34 Vertreter für eine Aufstockung der Junioren-Bundesligen.

Es ist ein Weg, den jetzt wohl auch viele Drittligisten mitgehen würden.

*besser wäre es
alles andere wäre ein Hohn der Gesellschaft gegenüber Attention



"alle Angaben sind ohne Gewähr von Richtigkeit und Vollständigkeit."

Ich Spreche Sarkasmus und Ironie fließend!


08.05.2020, 11:45
armageddon Abwesend
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Betreff: Re: Corona - Der Sport ist infiziert - mit und ohne FCM bezug ...
kannste einen drauf lassen, die spielen och weiter Tzzzzz auch infiziert.

09.05.2020, 08:31
Wadenbeisser Abwesend


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Betreff: Re: Corona - Der Sport ist infiziert - mit und ohne FCM bezug ...
Zitat von armageddon:
kannste einen drauf lassen, die spielen och weiter Tzzzzz auch infiziert.

Oh mein Gott arma kann ich mir mal deine zum Lotto Spielen ausleien?





Sören dafür mein Respekt Information

Zitat:

FCM-Stürmer Sören Bertram hält überhaupt nichts davon, dass die Drittligasaison fortgesetzt werden soll. Die gesundheitlichen Risiken seien für die Spieler enorm. Foto: Christian Schroedter

Sören Bertram kritisiert den Umgang des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit Spielern in der Corona-Krise. Er hat gesundheitliche Bedenken.
Von Manuel Holscher ›

Magdeburg l Die tägliche Laufeinheit ist für Sören Bertram zu einem liebgewonnenen Ritual geworden. Der Ablauf ist seit fast acht Wochen, seit der 1. FC Magdeburg nicht mehr im Mannschaftstraining ist, fast immer gleich. Der Stürmer hat sich eine feste Strecke zurechtgelegt, läuft an der Elbe entlang, lässt in diesen Momenten seinen Gedanken freien Lauf. „Die Laufeinheiten sind momentan für mich das Highlight des Tages. Das hätte ich nie gedacht, weil ich sonst eigentlich nur ungern joggen gehe“, erzählt er.

Doch in der Corona-Krise ist eben alles anders. Bertram verbringt viel Zeit zu Hause, informiert sich im Fernsehen und Internet über die aktuellen Entwicklungen. Die Wohnung verlässt er mit einem Mund- und Nasenschutz oft nur zum Einkaufen. „Das ist schon eine sehr spezielle Situation. Trotzdem ist wichtig, dass wir uns weiterhin an die Vorgaben der Behörden halten“, betont er.
Bertram hält nichts vom DFB-Hygienekonzept

Genau verfolgt Sören Bertram auch die Diskussionen um eine mögliche Saison-Fortsetzung mit Geisterspielen in der 3. Liga. Und das, was er da hört, gefällt ihm überhaupt nicht: „Der DFB will unbedingt, dass es weitergeht. Die Spieler werden zu diesem Thema aber überhaupt nicht einbezogen. Wir sind nur Marionetten.“

Besonders über das Hygienekonzept ärgert er sich: „Da heißt es, dass Spieler in Quarantäne gehen müssen, in ein Hotel eingesperrt werden. Mich würde mal interessieren, wie sich DFB-Verantwortliche fühlen würden, wenn man sie eine Woche von ihren Familien wegsperrt.“
Nur auf Bundesligisten zugeschnitten

Außerdem sei das Konzept in erster Linie auf die Bundesligen zugeschnitten, da dort viel mehr medizinisches Personal vor Ort ist. „In der 3. Liga sind die Voraussetzungen ganz anders. Der personelle Aufwand ist nicht zu stemmen“, sagt Bertram. Was er meint: Im Corona-Konzept werden ein Hygienebeauftragter, ein eigener Mannschaftskoch, mehrere Mannschaftsbusse, separate Kabinen, die räumliche Trennung der Behandlungsliegen und eine feste Zuordnung von Spielern zu mehreren Physiotherapeuten gefordert. „In den Bundesligen können diese Anforderungen erfüllt werden, in der 3. Liga nicht“, sagt der 28-Jährige. Selbst DFB-Vizepräsident Peter Frymuth gibt auf das Konzept für die Bundesligen und die 3. Liga bezogen zu, dass „die Vorgaben und Umsetzungen deckungsgleich sind“.

Für Bertram ist der Druck, der vom Verband momentan ausgeht, ein Unding. Schließlich würden durch einen Restart die Gesundheit der Spieler und der weiteren Vereinsmitarbeiter riskiert werden. Sportmediziner Wilhelm Bloch warnte zudem vor möglichen Folgeschäden einer Coronavirus-Infektion. „Ein Sportler sollte sich schon Gedanken darüber machen, dass eine Infektion das Karriereende sein kann“, sagte Bloch.
Angst vor Ansteckung

Genau diesen Satz bekommt Sören Bertram gerade nicht mehr aus dem Kopf. „Ich habe Angst davor, mich bei einem Spiel anzustecken. Die Gefahr ist bei vielen Zweikämpfen gegeben“, sagt er. Und: „Wir sind alle im Kopf nicht frei, weil wir nach einer Infektion für den Rest unseres Lebens Lungenprobleme haben könnten.“

Für den Offensivspieler gibt es deshalb in der 3. Liga nur eine Lösung. „Ich bin wie der Club der Meinung, dass die Saison abgebrochen werden sollte. Und das sage ich unabhängig von der Tabellenregion, in der wir uns gerade befinden. Aus gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gründen wäre ein Abbruch der einzig richtige Schritt“, betont er. Denn: „Es ist nicht vermittelbar, dass Schulen und Kitas geschlossen sind, wir aber Fußball spielen sollen.“

Auch die Verletzungsgefahr sei für die Spieler enorm hoch. „Wir haben acht Wochen nicht richtig trainiert, sollen dann aber innerhalb von fünf Wochen elf Saisonspiele und möglicherweise zwei Landespokalspiele absolvieren. Bei einer solchen Belastung sind Verletzungen vorprogrammiert“, ärgert sich Bertram.
Viele Spieler hängen völlig in der Luft

Auch die Zeit spiele für Vereine und Spieler eine große Rolle. Denn: „Ich habe noch ein Jahr Vertrag, möchte aber nicht in der Haut der Spieler stecken, deren Kontrakt am 30. Juni ausläuft. Die Ungewissheit ist momentan riesig.“ Beim FCM laufen sogar elf Kontrakte aus – so wissen unter anderem Timo Perthel, Marcel Costly, Rico Preißinger und Manfred Osei Kwadwo nicht, wie und wo es für sie ab Juli weitergeht. „Da aber auch die Vereine nicht wissen, wie es weitergeht, halten sie sich verständlicherweise zurück“, sagt Bertram. „Es ist wichtig, dass wir bald Klarheit haben. Am besten im Sinne der Gesundheit.“





mir ist jetzt nur noch zum Kotzen

09.05.2020, 08:48
Wadenbeisser Abwesend


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Betreff: Re: Corona - Der Sport ist infiziert - mit und ohne FCM bezug ...
Teil 2


DFB legt Hygienekonzepte vor: Start der 3. Liga am 26. Mai?
Zitat:

Vorbereitungen zum Re-Start
DFB legt Hygienekonzepte vor: Start der 3. Liga am 26. Mai?
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat am Freitag (08.05.20) die Hygienekonzepte für die Fortsetzung seiner Wettbewerbe veröffentlicht. Erwartungsgemäß orientieren sich die Vorgaben dabei sehr stark am von der "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" entwickelten Konzept der DFL für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga und 2. Bundesliga.

Für den DFB-Pokal der Männer greift der Deutsche Fußball-Bund sogar auf ein identisches Konzept zurück, in der Bundesliga sowie im Pokal-Wettbewerb der Frauen und der 3. Liga ist für die Austragung der Geisterspiele lediglich ein deutlich geringerer Personalbedarf veranschlagt. In der 3. Liga und im Frauen-Bereich sollen nur 214 bzw. 128 Menschen rund um die Partien beschäftigt sein.

Die Hygienekonzepte des DFB zum Download | dfb.de

Begrenzung auf 300 Personen

In Männer-Bundesliga und Pokal arbeiten bis zu 326 Personen rund um die Spiele, nie sollen sich dabei aber mehr als 300 Personen gleichzeitig auf dem Stadiongelände befinden. Ansonsten gelten für die Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings oder des Spielbetriebs sowie alle organisatorischen Maßnahmen rund um die Teams die gleichen Richtlinien wie in der Bundesliga und 2. Bundesliga der Männer.

zum Video
Nachträgliche Anmerkung des Autors:
"Bugar: "Die 3. Liga wird auf jeden Fall spielen","Wie weiter mit Drittliga-Fußball? Im Interview mit dem MDR bekräftigte NOFV-Präsident Erwin Bugar, dass es weiter geht. Vereine, die nicht spielen wollen, könnten mit rechtlichen Konsequenzen rechnen."

Entsprechend müssten sich auch alle Bundesliga-Spielerinnen, alle Drittligaspieler sowie die Akteure des Pokal-Halbfinalisten 1. FC Saarbrücken vor dem Einstieg ins Mannschaftstraining mindestens zwei Coronatests unterziehen. Auch während des laufenden Spielbetriebs soll zweimal wöchentlich getestet werden.
Entscheidung am 25. Mai, Spielbeginn am 26.?

Noch ist allerdings unklar, ob es in der Frauen-Bundesliga und der 3. Liga überhaupt eine Fortsetzung des Spielbetriebs geben wird. Der DFB will über die Wiederaufnahme der Saison erst bei einem außerordentlichen Bundestag am 25. Mai entscheiden. In einem Schreiben des DFB an die Vereine der 3. Liga, das der Sportschau vorliegt, wird der 26. Mai als Fortsetzungstermin für die Saison genannt, sofern die Freigabe durch die Politik erfolgt.

Während bei den Frauen eine klare Mehrheit zuletzt für die Fortsetzung votierte, ist das Stimmungsbild bei den Drittligisten diesbezüglich sehr gespalten. Der Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes, Erwin Bugar, sagte dem MDR: "Die 3. Liga wird auf jeden Fall spielen." Falls ein Verein der 3. Liga nicht spielen wolle, könnte es rechtliche Konsequenzen, beispielsweise Punktabzug, geben, so der DFB-Vizepräsident. Auch die Relegationsspiele sollen im Juni oder Juli ausgetragen werden.
Hygienekonzept von Drittligisten teils schwer umzusetzen

Mehrere Vereine der 3. Liga plädieren für einen Saisonabbruch wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie. In den Ländern Thüringen (bis 25. Mai) und Sachsen-Anhalt (bis 27. Mai) ist bis zum Ende des Monats sämtlicher Wettkampfbetrieb untersagt. Auch im Trainingsbetrieb sind die Teams unterschiedlich weit.

Das strenge Hygienekonzept der 1. und 2. Liga ist von einigen Vereine der 3. Liga nur schwer umzusetzen. Um die Saison aber - wie von vielen Vereinen aus vertragsrechtlichen Gründen gefordert - bis zum 30. Juni zu Ende zu bringen, müsste der Neustart am 23. Mai erfolgen.


Frauen-Bundesliga: Warten auf das "Go" . Mittagsmagazin. 08.05.2020. 02:48 Min.. Verfügbar bis 08.05.2021. Das Erste.





09.05.2020, 09:51
Berserker Abwesend
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Betreff: Re: Corona - Der Sport ist infiziert - mit und ohne FCM bezug ...
Irgendwie/wann muss es ja weitergehen, aber nicht so!
Der Pöbel wird gezwungen sich zu vermummen und Abstand zu halten, aber Fußballspieler dürfen sich im Spiel auf wenige Zentimeter nähern?
Unglaublich!
Gleiches Recht für ALLE!

09.05.2020, 13:37
Magdeburg56 Abwesend


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Zitat von Berserker:
Irgendwie/wann muss es ja weitergehen, aber nicht so!
Der Pöbel wird gezwungen sich zu vermummen und Abstand zu halten, aber Fußballspieler dürfen sich im Spiel auf wenige Zentimeter nähern?
Unglaublich!
Gleiches Recht für ALLE!
Der Pöpel ist ja auch nicht getestet dass er kein Corona hat, die Spieler aber schon. Also können sie ruhig gegeneinander spielen!
Was Kallnik hier betreibt kann ihm schon ganz schnell auf die Füße fallen. Wir haben doch die gleichen Bedingungen im Verein wie zur 2.Liga, wenn wir nicht abgestiegen wären hätte er sich auch nicht wehren können.
Der Osten rockt die Liga 3 - und der Dete ist auch mit dabei!
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 09.05.2020, 13:39 von Magdeburg56.

09.05.2020, 14:44
Berserker Abwesend
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Zitat von Magdeburg56:
Zitat von Berserker:
Irgendwie/wann muss es ja weitergehen, aber nicht so!
Der Pöbel wird gezwungen sich zu vermummen und Abstand zu halten, aber Fußballspieler dürfen sich im Spiel auf wenige Zentimeter nähern?
Unglaublich!
Gleiches Recht für ALLE!
Der Pöpel ist ja auch nicht getestet dass er kein Corona hat, die Spieler aber schon. Also können sie ruhig gegeneinander spielen!
Was Kallnik hier betreibt kann ihm schon ganz schnell auf die Füße fallen. Wir haben doch die gleichen Bedingungen im Verein wie zur 2.Liga, wenn wir nicht abgestiegen wären hätte er sich auch nicht wehren können.
Weißt du eigentlich wie oft getestet werden soll?
Hanebüchen deine Geschreibsel...

P.S. Mir geht es überhaupt nicht um Kallniks Ansicht.

09.05.2020, 18:19
Wadenbeisser Abwesend


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FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik: Wir sind keine Verweigerer

Zitat:
Mario Kallnik übt scharfe Kritik am DFB und den Geisterspiel-Plänen der 3. Liga, aber der 1. FC Magdeburg will auch kooperativ handeln. Sehen Sie hier das ausführliche Interview mit dem Geschäftsführer des FCM."

oben das komplette Interview ca. 22 Minuten


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09.05.2020, 18:44
Wadenbeisser Abwesend


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Dritte Liga "Aber Herr Bugar!" – über den DFB und seinen Fußballzirkus

Zitat:

Dritte Liga "Aber Herr Bugar!" – über den DFB und seinen Fußballzirkus
Daniel George

von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 09. Mai 2020, 17:53 Uhr

Der Deutsche Fußball-Bund will die Drittligasaison unbedingt fortsetzen – und macht Druck auf die Vereine. Warum sich der Verband mit seinem Handeln nur noch mehr entfremdet. Ein Kommentar.

Auf dieser Seite:

"Rechtliche Konsequenzen" für die Klubs?
Lungenschäden? Offenbar halb so wild
Manche Vereine spielen alles oder nichts
Die Suche nach dem Geistermeister


Die dritte Liga ist zerstritten, die Zukunft ungewiss. Bildrechte: Collage: DFB / Colourbox.de / MDR

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass Reinhard Grindel mehr oder weniger freiwillig Fußballgeschichte schrieb. Die Deutsche Welle wollte mit dem damaligen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) über kritische Themen sprechen. Doch Grindel brach das Gespräch ab, weil ihm die Fragen missfielen. Der Versuch des Interviewers, ihn mit den Worten "Herr Grindel! Aber Herr Grindel!" zurückzuholen, bleibt unvergessen.

Nun kann niemand Erwin Bugar unterstellen, sich nicht gestellt zu haben. Nur das, was er verkündete, stand symbolisch für die Entfremdung des größten nationalen Sportverbandes der Welt. Und so drängte es einen, dem Überbringer der Botschaft zu sagen: "Herr Bugar! Aber Herr Bugar! Nun warten sie doch, bevor es zu spät ist!"

Wobei: Es ist längst zu spät.

ohne Video

Erwin Bugar, DFB-Vizepräsident
Nicht Abbruch, sondern Aufbruch in der 3. Liga
"Rechtliche Konsequenzen" für die Klubs?

"Die dritte Liga wird auf jeden Fall spielen", erklärte Bugar, Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), am Freitag im Video-Interview mit Sport im Osten. Und dann sagte der hauptberufliche Rechtsanwalt noch, "dass vielleicht – wenn jemand von den Vereinen nicht spielen will – das mit rechtlichen Konsequenzen geahndet werden könnte."

Ende April stimmten die Klubs der dritten Liga über eine Saisonfortsetzung ab. Zehn Vereine sprachen sich dafür aus, acht waren dagegen, zwei enthielten sich. Für den DFB war das in seinem entkoppelten Kosmos offenbar eine eindeutige Handlungsempfehlung, alles für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs zu tun.

Oder waren es doch die mehreren Millionen Euro, die dem Verband durch einen Abbruch der Saison verloren gehen würden? Der DFB macht jedenfalls Druck. Nun auch durch die Statements von Erwin Bugar, der aus dem Bundesland stammt, aus dem bislang der größte Widerstand kam. Fußball ist Politik.

Video Beitrag höher

Lungenschäden? Offenbar halb so wild

Dass fast die Hälfte aller 20 Vereine sich seit Wochen für einen Abbruch aussprechen? Spielt offensichtlich keine Rolle. Bei einem der Klubs, dem 1. FC Magdeburg, sitzt Erwin Bugar übrigens im Ehrenrat. Das bietet Gesprächsstoff.

Dass Spieler sich Sorgen wegen erhöhter Ansteckungsgefahr und womöglich bleibender Lungenschäden nach einer Coronavirus-Infektion machen? Dass Sportmediziner vor einem hohen Verletzungsrisiko warnen? Offenbar halb so wild.

Dass es berechtigte Zweifel an der Umsetzbarkeit des Hygienekonzepts in der dritten Liga gibt? Offenbar zu vernachlässigen. "Ob das nun eins zu eins übertragbar ist, das ist erstmal dahingestellt", so Bugar zum Unterschied zur ersten und zweiten Bundesliga.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sitzt während der Landtagssitzung mit einer Gesichtsmaske auf der Regierungsbank.
Deutliche Lockerungen in Sachsen-Anhalt und Ungewissheit beim FCM und HFC



Manche Vereine spielen alles oder nichts

Verständlich, dass Vereine wie Rostock oder 1860 München noch berechtigt auf einen Zweitliga-Aufstieg hoffen und deshalb unbedingt weiterspielen wollen. Auch wenn der sportliche Wert fragwürdig ist.

Doch diese Idee mutet wie alles oder nichts an: Erhebliche Summen investieren und auf Zuschauereinnahmen verzichten, um die Saison fortzusetzen und vielleicht in den TV-Geld-Heiland namens zweite Bundesliga aufzusteigen – oder krachend zu scheitern und auf die Gande des DFB im schlimmsten Fall, dem Insolvenzfall hoffen.

Seriös wirtschaftende Vereine wie der 1. FC Magdeburg oder der Hallesche FC werden gestraft. Denn setzen sie die Saison fort, steigen sie vielleicht nicht nur ab, sondern verlieren auch noch hunderttausende Euro. Sie werden ins Risiko gezwungen. Konkrete Hilfskonzepte des DFB sind für diesen Fall nicht in Sicht.
Die Suche nach dem Geistermeister

Die dritte Liga gilt schon lange als Pleiteliga. Hätten der Deutsche Fußball-Bund und die Deutsche Fußball-Liga, die für die erste und zweite Bundesliga zuständig ist, in der Vergangenheit die gleiche Solidarität wie nun beim Drängen auf eine Fortsetzung der Saison an den Tag gelegt, wäre das wohl anders.

In meinem Fußball-Bekanntenkreis freut sich niemand auf den Neustart der Saison. Die Ligen suchen ihre Geistermeister. Im Stadion darf kein Zuschauer sein. Vor dem Fernseher fühlt sich alles anders an. So richtig Lust auf Fußball hat gerade kaum jemand. Doch auch das ist egal. Der Zirkus muss weitergehen. So will es der DFB.


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11.05.2020, 08:36
Wadenbeisser Abwesend


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Fußball
DFB erwägt neutrale Spielorte in der 3. Liga
10.05.2020
Zitat:

Die Ränge der MDC-Arena bleiben vorerst leer. Archivoto: Peter Gercke/dpa

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zieht für den Neustart der 3. Liga offenbar auch neutrale Spielorte in Betracht.

Leipzig (dpa) l Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zieht für den Neustart der 3. Liga offenbar auch neutrale Spielorte in Betracht. Nach einem Bericht des "Kicker" will der Drittliga-Ausschuss bei Präsidium und Vorstand des Verbandes einen entsprechenden Antrag einreichen.

Damit will man Szenarien vorbeugen, sollte in bestimmten Stadien aufgrund behördlicher Entscheidungen nicht gespielt werden dürfen. Die 3. Liga soll am 26. Mai fortgesetzt werden. In Sachen-Anhalt dürfen der Hallesche FC und der 1. FC Magdeburg allerdings bis zum 27. Mai nicht spielen.

Der Antrag sieht laut des Berichts vor, dass Spielausschussleiter Manfred Schnieders einen neutralen Spielort festlegen kann. Das zwölfköpfige Gremium, dem unter anderem Magdeburgs Manager Mario Kallnik angehört, soll sich mit einer Gegenstimme auf den Schritt verständigt haben.

Es soll zudem der Möglichkeit vorbeugen, dass eine Kommune wegen zu vieler Neuinfektionen die Restriktionen verschärft und Stadien sperrt. Das DFB-Präsidium hat seine nächste Sitzung am Montag. Dort könnte der Neustart beschlossen werden, wenn die Politik dies zuvor genehmigt.
HFC nimmt Training auf

Der Fußball-Drittligist Hallescher FC hat am Sonntag das Training wieder aufgenommen. Wie der Verein mitteilte, werden zunächst Gruppen von maximal fünf Spielern unter Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern auf dem Platz stehen. Die Spieler sollen im Anschluss zu Hause duschen. Zuvor hatte der HFC Spieler und Betreuer auf das Coronavirus testen lassen. Alle Tests waren negativ ausgefallen. Die 3. Liga soll am 26. Mai fortgesetzt werden. In Sachen-Anhalt sind allerdings Mannschaftstraining und Wettkämpfe bis 27. Mai untersagt.

"Wir mussten eine Abwägung vornehmen. Auf der einen Seite besteht in Sachsen-Anhalt aufgrund der Verordnungslage bis zum 27. Mai keine Möglichkeit eines Mannschaftstrainings oder eines Wettkampfbetriebes, so dass die Perspektive zur Fortsetzung der Saison nach wie vor fehlt. Andererseits hat der DFB sehr deutlich gemacht, dass er die Saison unter allen Umständen zeitnah fortführen will", sagte Präsident Jens Rauschenbach. "Von daher sehen wir uns als HFC gezwungen, ins Kleingruppentraining einzusteigen, um den Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Clubs wegen frühzeitigerer Trainingsmöglichkeiten nicht noch größer werden zu lassen."

Der Club teilte zudem mit, dass man "weiterhin erhebliche gesundheitliche, gesellschaftliche, rechtliche und finanzielle Bedenken im Hinblick auf eine Fortsetzung der 3. Liga mit Geisterspielen" habe. Die Auflagen des Hygienekonzepts des DFB seien in der 3. Liga kaum umsetzbar.


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